18-06-2024, 19:10 - Wörter:
Joshua hatte ein Talent dafür Situationen in neue Bahnen zu werfen, andere aus dem Tritt zu bringen und gewöhnliche Gespräche mit aufgeweckten (manche würden sie unverschämt nennen) Fragen zu versorgen und sein Gegenüber dazu zu bringen mehr zu erzählen. Joshua redete gerne…er war ein lauter, lebhafter junger Mann, der augenscheinlich immer so wirkte als sei er vom Hafer gestochen und aufgescheucht. Er konnte unglaublich schlecht stillsitzen und das schon seit er ein kleiner Junge war. In keiner Messe fand sein Hintern in Ruhe Platz auf einer der harten Bänke und während des Unterrichts eines Hauslehrers oder seines eigenen Vaters, war er ein hibbeliger, unruhiger kleiner Mann gewesen. Dem hatte man allerdings trotz allem nie vorwerfen können das Erklärte nicht zu verstehen und aufgesogen zu haben…das machte der jüngere Fielding wie ein Schwamm, der aus Versehen in die Pfütze gefallen war - einfach nebenbei.
Zwischen seinem Verhalten und seinem Verstand klaffte ein himmelweiter Unterschied und das machte den Umgang mit Joshua zuweilen anstrengend - so war es.
„Oh, interessant. Ich bin auch ein Bastard..zumindest hab ich die Titulierung schon ein paar Mal gehört und das trotz aller Titel und Urkunden“ , scherzte er. Wieder einer dieser Scherze, die seine direkt Art Dinge aussprechen ließ, die nicht zwingend für die Ohren anderer bestimmt waren und sich hausierte er auch nicht damit, aber hier war ein einfacher junger Mann, ein Gesprächspartner, den er vielleicht nicht wieder sah, aber Joshua war scheinbar in der Stimmung seinem Unmut ein wenig Luft zu machen und fühlte sich, aus welchem Grund auch immer, in der passenden Gesellschaft. Zufall, natürlich.
„Dann wollt Ihr hier also brillieren“, fasste er die Erläuterung Sebastians zusammen und konnte das sehr gut nachvollziehen. Wenn man im Schatten eines anderen Familienmitgliedes oder eben einfach nur in zweiter Reihe stand, brauchte man andere Talente und andere Wege. Bei Seb schien es Fleiß und Disziplin zu sein, bei Joshua unzureichendes Verhalten und eine angeeignete Gleichgültigkeit. Dabei war ihm seine Familie und auch all das was diese Familie ausmachte, ihr Ruf, ihre Kunst der Pferdezucht, all das worauf sie ausgebaut hatten war ihm alles andere als gleichgültig….er war nur wie ein verzweifeltes Kind, das mit dummen Taten nach Aufmerksamkeit des Vaters haschte, weil diese Negativ-Aufmerksamkeit immer noch besser war als gar keine! „Ich bin mir sicher, mein Bruder legt ein gutes Wort ein für jeden, der es verdient und insofern Ihr die Wahrheit sprecht, was ich hiermit mitnichten abtun möchte, so wird es mich freuen Euch demnächst in strahlender Rüstung eines Kommandanten und loyal zu uns zu sehen.“ Blumige Worte - ganz der Adelige oder war es mehr ein echtes Kompliment?
„Met also“, er schien zu überlegen. „Ich glaube, ich habe noch nie großartig Met gekostet“, gestand er. „Ihr seid der Meinung, dies sollte ich umgehend ändern um die Mädchen noch schöner zu finden? Das will ich wohl probieren..“
Der Blick der blauen Augen lag einmal mehr auf dem Älteren. „Nichts was guten Herzens und guter Absicht ist, sollte frevelhaft sein, oder nicht? Wenn Ihr mir Eure Gesellschaft anbietet und meine Stimmung hebt wie nun, könnte ich mir vorstellen Euch mit meiner zu beehren“, er ließ es geschwollen klingen, schenkt dem anderen aber ein schalkhaftes Zwinkern.
Sicher war Joshua dabei Sebastian ein unbeschwertes Gefühl zu vermitteln, aber das konnte auch gefährlich sein. Was wenn er ihm im Nachhinein die flapsige, lässige Art ihres Gesprächs unter die Nase rieb, es ihn seine Träume als Kommandant kostete, nur weil der Erbe hier ein wenig tiefer in das Nähkästchen des Bastards ohne Ritterschlag blicke? Was wenn Joshua die Faxen dicke hatte und sich dessen besann jene lockere Gesellschaft als ungehörig und eben doch frevelhaft anzusehen? Launisch wie man es ihm nachsagte, launisch wie man es dem Adel nachsagte?
„Werdet Ihr…ja, ich bin mir sicher, Ihr werdet“, gab er zur Antwort und hielt an der Mauer zu seinem städtischen, herrschaftlichen Anwesen. Hatte er eigentlich gemerkt wie sie inzwischen hier angelangt waren?
Joshua drehte sich am Tor nochmal zu ihm um. „Viel Freude heute Abend, Sebastian aus dem Hause Cherrington!"
Zwischen seinem Verhalten und seinem Verstand klaffte ein himmelweiter Unterschied und das machte den Umgang mit Joshua zuweilen anstrengend - so war es.
„Oh, interessant. Ich bin auch ein Bastard..zumindest hab ich die Titulierung schon ein paar Mal gehört und das trotz aller Titel und Urkunden“ , scherzte er. Wieder einer dieser Scherze, die seine direkt Art Dinge aussprechen ließ, die nicht zwingend für die Ohren anderer bestimmt waren und sich hausierte er auch nicht damit, aber hier war ein einfacher junger Mann, ein Gesprächspartner, den er vielleicht nicht wieder sah, aber Joshua war scheinbar in der Stimmung seinem Unmut ein wenig Luft zu machen und fühlte sich, aus welchem Grund auch immer, in der passenden Gesellschaft. Zufall, natürlich.
„Dann wollt Ihr hier also brillieren“, fasste er die Erläuterung Sebastians zusammen und konnte das sehr gut nachvollziehen. Wenn man im Schatten eines anderen Familienmitgliedes oder eben einfach nur in zweiter Reihe stand, brauchte man andere Talente und andere Wege. Bei Seb schien es Fleiß und Disziplin zu sein, bei Joshua unzureichendes Verhalten und eine angeeignete Gleichgültigkeit. Dabei war ihm seine Familie und auch all das was diese Familie ausmachte, ihr Ruf, ihre Kunst der Pferdezucht, all das worauf sie ausgebaut hatten war ihm alles andere als gleichgültig….er war nur wie ein verzweifeltes Kind, das mit dummen Taten nach Aufmerksamkeit des Vaters haschte, weil diese Negativ-Aufmerksamkeit immer noch besser war als gar keine! „Ich bin mir sicher, mein Bruder legt ein gutes Wort ein für jeden, der es verdient und insofern Ihr die Wahrheit sprecht, was ich hiermit mitnichten abtun möchte, so wird es mich freuen Euch demnächst in strahlender Rüstung eines Kommandanten und loyal zu uns zu sehen.“ Blumige Worte - ganz der Adelige oder war es mehr ein echtes Kompliment?
„Met also“, er schien zu überlegen. „Ich glaube, ich habe noch nie großartig Met gekostet“, gestand er. „Ihr seid der Meinung, dies sollte ich umgehend ändern um die Mädchen noch schöner zu finden? Das will ich wohl probieren..“
Der Blick der blauen Augen lag einmal mehr auf dem Älteren. „Nichts was guten Herzens und guter Absicht ist, sollte frevelhaft sein, oder nicht? Wenn Ihr mir Eure Gesellschaft anbietet und meine Stimmung hebt wie nun, könnte ich mir vorstellen Euch mit meiner zu beehren“, er ließ es geschwollen klingen, schenkt dem anderen aber ein schalkhaftes Zwinkern.
Sicher war Joshua dabei Sebastian ein unbeschwertes Gefühl zu vermitteln, aber das konnte auch gefährlich sein. Was wenn er ihm im Nachhinein die flapsige, lässige Art ihres Gesprächs unter die Nase rieb, es ihn seine Träume als Kommandant kostete, nur weil der Erbe hier ein wenig tiefer in das Nähkästchen des Bastards ohne Ritterschlag blicke? Was wenn Joshua die Faxen dicke hatte und sich dessen besann jene lockere Gesellschaft als ungehörig und eben doch frevelhaft anzusehen? Launisch wie man es ihm nachsagte, launisch wie man es dem Adel nachsagte?
„Werdet Ihr…ja, ich bin mir sicher, Ihr werdet“, gab er zur Antwort und hielt an der Mauer zu seinem städtischen, herrschaftlichen Anwesen. Hatte er eigentlich gemerkt wie sie inzwischen hier angelangt waren?
Joshua drehte sich am Tor nochmal zu ihm um. „Viel Freude heute Abend, Sebastian aus dem Hause Cherrington!"
