02-07-2024, 19:31 - Wörter:
my bare hands paved their paths
You don't get to tell me about sad
If you wanted me dead, you should've just said
Nothing makes me feel more alive
If you wanted me dead, you should've just said
Nothing makes me feel more alive
„Ich hab kein freies Zimmer“, ließ sie ihn direkt leise wissen. Die Geschäfte liefen gerade noch gut und das musste sie mitnehmen, so lange es ging. Wenn Ridvan nach und nach alle Männer aus der Stadt abzog, würde auch ihr Business darunter leiden, so viel war klar. Doch heute Nacht hatte man das Gefühl, dass sich der ein oder andere noch eine Abschiedsnacht zu gönnen schien, wenn es in den nächsten Tagen Richtung Castandor ging. Vorsichtig schloss sie die Tür hinter Hafiz und legte die drei Schlösser zur Sicherheit um. „Du kannst dich erstmal in den Salon setzen. Je nachdem wie die Nacht läuft habe ich vielleicht irgendwann ein Bett für dich. Oder du musst mit dem Fußboden Vorlieb nehmen.“ Vielleicht gab es auch irgendwo noch eine Sitzgruppe oder Liege, auf der er schlafen könnte. Mal sehen. Safiyya nutzte den kurzen Augenblick, um Hafiz zu mustern. Er sah immer unberechenbar aus, aber heute vielleicht ein wenig besorgter als sonst?
„Eintopf? Wein?“, bot sie fragend an und wies ihn dann an, ihr zu folgen. Natürlich war er nicht das erste Mal hier. Nicht nur einmal hatte er hier für Ordnung sorgen dürfen. Die Mädchen kannten und schätzten ihn – auf ihre eigene Art und Weise. Die eine Hälfte hatte große Angst vor ihm, die andere wusste, dass er keine von ihnen jemals anrühren würde. Und auch Safiyya wusste das. „Je nachdem wie gut du bei Kasse bist, kannst du natürlich auch ein Zimmer mit Einrichtung haben“, scherzte sie und zeigte auf einen Hocker neben einem kleinen Tresen, hinter welchen sie ging. Die Haare hatte sie streng zusammen gesteckt, während sie ein wallendes, rotes Gewand trug, dessen Farbe zu der ihrer Lippen passte. Drei, vier Männer und Damen verteilten sich auf die anderen Ecken des dunklen Raumes. Teilweise wartend, teilweise ausruhend. „Heute ist viel los“, entgegnete sie leise. „Ich hab das Gefühl, dass…“ Sie ließ den Blick einmal durch den Raum schweifen. „viele ihre letzte Nacht in Freiheit feiern.“ Sie schluckte die Emotionen, die dieser Satz mit sich brachte herunter und stellte ein leeres Glas auf den Tresen, während sie Hafiz einen fragenden Blick schenkte.
