02-07-2024, 21:03 - Wörter:
![[Bild: tumblr_o0jnfaDRrD1tky6ogo5_400.gif]](https://64.media.tumblr.com/59930c6153b9761ab3a6e169604bffae/tumblr_o0jnfaDRrD1tky6ogo5_400.gif)
Wieder einmal musste Hafiz seinen Unterschlupf wechseln und auch, wenn er mit seiner brüchigen Lehmhütte keinen Luxus besaß, war es doch sein Zuhause. Und er hasste es, nicht in seinem Zuhause zu sein. Dort hatte er damals noch mit seiner Mutter und seinem Bruder gelebt, es war eines der wenigen Dinge, die er noch von beiden hatte. Zugleich war es auch dieses verdreckte Versteckspiel, das er so hasste. Er war kein Mensch, der es gewohnt war, sich verstecken zu müssen. Menschen versteckten sich vor ihm. Aber er war mittlerweile vernünftig genug, um es besser zu wissen. Seinen Unterschlupf alle Tage zu wechseln, war vernünftig, das hatte seine Familie, also die Amra, ihm klargemacht. Er vertraute niemanden, aber ihnen. Und wenn dieses ganze Versteckspiel eine gute Sache an sich hatte, dann die, dass er heute Abend bei Safiyya auftauchen konnte. Durfte. Denn sie war die Schönheit selbst, ein Juwel unter der Sonne Matariyyas. Niemand war ihr ebenbürtig, und er am allerwenigsten. Hätte ihm jemand offen gesagt, dass er für sie schwärmte, hätte er ihn vermutlich zumindest blutig geschlagen, aber es war auch die Wahrheit. Ein wenig. Die Türe wurde irgendwann geöffnet, und Hafiz hatte wirklich vorgehabt, sie schroff darauf hinzuweisen, dass sie sich verspätet hatte; immerhin war er vor dieser Türe und in dieser elendig siffigen Straße schon ein Dutzend Mal hin und her gegangen. Wie ein eingesperrter Tiger, der er auch irgendwann war. Doch irgendwann würde er zubeißen, bald würde es so weit sein. Aber nicht heute, nicht jetzt, denn sobald er in das schöne Gesicht der jungen Sommerländerin sah, verschlug es ihm die Sprache. Oder zumindest die Schimpfworte. „Zeit wird´s“, grummelte er mit tiefer Stimme und zwängte sich ein wenig an ihrer schlanken Figur vorbei. Selbst ihrem Körper gehörte jeden Tag Respekt vor Heofader gezollt. Er hatte es wirklich gut mit ihr gemeint.
Seine wachen Augen, gezeichnet von einem Schmerz, der in der Hölle selbst geschmiedet worden war, sahen sich kurz um, und dann registrierte er befriedigt, dass Safiyya hinter ihm die Türe schloss. Endlich weg von der Pisse der Straße. „Ich schlafe auf dem Boden, vielleicht in deinen Räumen?“, versuchte er es mit seiner tiefen, brodelnden Stimme und lachte kurz dreckig auf. Safiyya wusste, dass er sie verehrte, und hoffentlich würde sie es ihm nicht krumm nehmen. Er war einfach ein verdreckter Straßenköter, geboren unter der matariyyanischen Sonne. „Beides.“ Ein „bitte“ kam ihm nicht über die Lippen, er hatte wahrlich schlechte Manieren. Und dennoch war er ihr dankbar, dass er sie immer wieder hier besuchen durfte. Niemals würde er hier eine Frau anfassen, eher kümmerte sich um die, die es zu weit damit trieben. Elendige Dreckskerle. Jawohl. „Aus was besteht der Eintopf heute?“ Hafiz musterte interessiert den schönen, roten Stoff, in dem sich Safiyya heute zeigte und er schüttelte den Kopf über sie. „Was ist das bloß mit Heofader und dir?“ Vielleicht mochte das für sie zusammenhanglos klingen, er verstand es jedoch. Dann begab er sich weiter ins Innere des dunklen Raums; die Frauen lächelten ihn begrüßend an, sie wussten, von ihm ging keine Gefahr aus. Die Männer hingegen wussten nun, dass es einen besonderen Aufpasser im Haus gab. Gut so. Hatte er schon gesagt, dass die alle elendige Miskerle waren? „Das ist gut, oder…? Hat alles geklappt mit deinen Frauen? Ich meine mit dem Vorschlag, dass einige von ihnen mit in den Krieg ziehen sollen. Um Freude zu bringen und so.“ Er setzte sich und sah sie wieder an. Verdammte Schönheit. Worte waren einfach nicht seine Stärke.
Seine wachen Augen, gezeichnet von einem Schmerz, der in der Hölle selbst geschmiedet worden war, sahen sich kurz um, und dann registrierte er befriedigt, dass Safiyya hinter ihm die Türe schloss. Endlich weg von der Pisse der Straße. „Ich schlafe auf dem Boden, vielleicht in deinen Räumen?“, versuchte er es mit seiner tiefen, brodelnden Stimme und lachte kurz dreckig auf. Safiyya wusste, dass er sie verehrte, und hoffentlich würde sie es ihm nicht krumm nehmen. Er war einfach ein verdreckter Straßenköter, geboren unter der matariyyanischen Sonne. „Beides.“ Ein „bitte“ kam ihm nicht über die Lippen, er hatte wahrlich schlechte Manieren. Und dennoch war er ihr dankbar, dass er sie immer wieder hier besuchen durfte. Niemals würde er hier eine Frau anfassen, eher kümmerte sich um die, die es zu weit damit trieben. Elendige Dreckskerle. Jawohl. „Aus was besteht der Eintopf heute?“ Hafiz musterte interessiert den schönen, roten Stoff, in dem sich Safiyya heute zeigte und er schüttelte den Kopf über sie. „Was ist das bloß mit Heofader und dir?“ Vielleicht mochte das für sie zusammenhanglos klingen, er verstand es jedoch. Dann begab er sich weiter ins Innere des dunklen Raums; die Frauen lächelten ihn begrüßend an, sie wussten, von ihm ging keine Gefahr aus. Die Männer hingegen wussten nun, dass es einen besonderen Aufpasser im Haus gab. Gut so. Hatte er schon gesagt, dass die alle elendige Miskerle waren? „Das ist gut, oder…? Hat alles geklappt mit deinen Frauen? Ich meine mit dem Vorschlag, dass einige von ihnen mit in den Krieg ziehen sollen. Um Freude zu bringen und so.“ Er setzte sich und sah sie wieder an. Verdammte Schönheit. Worte waren einfach nicht seine Stärke.
