07-07-2024, 19:27 - Wörter:
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Die Luft sirrte. Es war die Ruhe vor dem Sturm, wie Safiyya es einmal genannt hatte, doch Hafiz hatte vor Jahrzehnten verlernt, wie man sich Sorgen machte. Sie alle waren der Sturm und niemand würde sich davor zurückziehen können. Dafür waren sie mittlerweile schon zu mächtig. Deshalb hieß er die Unruhe willkommen, öffnete bereitwillig seine Arme. Wenn in den nächsten Tagen, Wochen oder Monate der offizielle Schlag kommen würde, dann würde er bereit sein. Er war seit dem Tod seines Bruders immer bereit gewesen. Dass Safiyya also die Anwesenheit der Amra einberufen hatte, dringlich und sofort, hatte er mit Genugtuung hingenommen. Hafiz war niemand, der sich versteckte. Er war ein Tiger, zu groß und wild für ein Gefängnis. Kein Gitter würde ihn aufhalten, eher würde er mit bloßen Zähnen um die Freiheit kämpfen. Fast schon widerwillig hatte er also seine Maske aufgezogen, ein dunkler Mantel verhüllte seine hünenhafte Gestalt, und neben sich ein junger Mann, der sich so viel leichtfüßiger und geschickter bewegte als er selbst. Amra Abyadh. Der, der die vielen unter sich vereinte, so wie er, Hafiz, die Gewalttätigen unter sich hatte. Rashid hatte die Menge, Hafiz die Stärke. Sie verstanden sich prächtig, was wohl daran lag, dass sie die Macher waren, wie Devan. Sie alle waren irgendwo ein eingespielter Trupp, und obwohl Rashid und Devan noch ein wenig mehr planten als Hafiz selbst, so hatten sie einen Draht zueinander, den man beinahe mit bloßen Fingern greifen konnte. Rashid und er sprachen nicht viel, als sie durch die dunklen Gassen und später durch die finsteren, feuchten Gänge gingen, Rashid huschend, Hafiz mit kräftigem Schritt.
Als Hafiz zuerst die Räumlichkeiten betrat, bemerkte er mit einem schnellen Blick, dass alle außer Ilyan schon da waren; also riss er sich quasi seine Maske vom Gesicht und steuerte sofort Safiyya an. Seine Sorge war groß, dass es ihr selbst schlecht ging und sie deshalb nach ihnen gerufen hatte… also blieb er dicht vor ihr stehen (für manche mochte es viel zu nah sein, aber Hafiz hatte nie ein gutes Nähe- und Distanzverhalten kennengelernt) und sah ihr besorgt ins viel zu schöne Gesicht. Es war ihm egal, was die Anderen davon hielten, seine Sorgen galten ihr. Sein Finger glitt kurz prüfend über ihre Wangen. “Wir sind der Sturm”, wiederholte er seine Worte vor ein paar Tagen. “Der Sturm wird sie vernichten, Banafsajiy.” Er grinste sein wölfisches Grinsen, was einem Zähnefletschen glitt, und grüßte erst dann den Rest der Truppe. “Wie schön, euch Gesindel hier unten wiederzusehen.” Sie alle wussten, dass Hafiz sein Leben für sie geben würde. Für jeden Einzelnen von ihnen. Hafiz setzte sich auf den Stuhl neben Safiyya, Rashid neben seinen. So war es immer. Kurz suchten seine dunklen Augen die von Devan, der wie immer irgendwo im Halbschatten saß. “Scheu dich nicht immer so vor dem Licht, mein liebster Freund, deine Fratze ist doch ansehnlich genug.” Dann nahm Zakarriyya das Wort an sich und Hafiz schwieg.
Es war Rashid, der dann sprach, und so wie immer hüpfte der Meisterdieb mehr als er saß. Entweder wippte er mit dem Stuhl, mit seinem Fuß oder er spielte mit irgendetwas in seinen Händen. Rashid war immer in Bewegung, nie still. Und das war der Grund, warum er der beste Dieb Matariyyas war. “Es ist irgendetwas passiert, Banafsajiy, nicht wahr? Meine Leute sind unruhig, irgendetwas geht vor sich. Haben deine Mädchen oder Frauen etwas aufgeschnappt?” Sein Blick huschte überallhin, jeder Millimeter des Raumes wurde von Rashid abgesucht, fast so, als würde er nicht jeden davon nur allzu gut kennen. Plötzlich klimperte eine Münze auf den Tisch, und Rashid fing sie geschickt wieder auf. Alles passierte in einer Millisekunde, und Hafiz war überrascht über dessen Schnelligkeit. Er wusste, dass alles Gold, das er abnahm, von Reichen stammte. Und damit hatte er Hafiz´ allergrößten Respekt.
Als Hafiz zuerst die Räumlichkeiten betrat, bemerkte er mit einem schnellen Blick, dass alle außer Ilyan schon da waren; also riss er sich quasi seine Maske vom Gesicht und steuerte sofort Safiyya an. Seine Sorge war groß, dass es ihr selbst schlecht ging und sie deshalb nach ihnen gerufen hatte… also blieb er dicht vor ihr stehen (für manche mochte es viel zu nah sein, aber Hafiz hatte nie ein gutes Nähe- und Distanzverhalten kennengelernt) und sah ihr besorgt ins viel zu schöne Gesicht. Es war ihm egal, was die Anderen davon hielten, seine Sorgen galten ihr. Sein Finger glitt kurz prüfend über ihre Wangen. “Wir sind der Sturm”, wiederholte er seine Worte vor ein paar Tagen. “Der Sturm wird sie vernichten, Banafsajiy.” Er grinste sein wölfisches Grinsen, was einem Zähnefletschen glitt, und grüßte erst dann den Rest der Truppe. “Wie schön, euch Gesindel hier unten wiederzusehen.” Sie alle wussten, dass Hafiz sein Leben für sie geben würde. Für jeden Einzelnen von ihnen. Hafiz setzte sich auf den Stuhl neben Safiyya, Rashid neben seinen. So war es immer. Kurz suchten seine dunklen Augen die von Devan, der wie immer irgendwo im Halbschatten saß. “Scheu dich nicht immer so vor dem Licht, mein liebster Freund, deine Fratze ist doch ansehnlich genug.” Dann nahm Zakarriyya das Wort an sich und Hafiz schwieg.
Es war Rashid, der dann sprach, und so wie immer hüpfte der Meisterdieb mehr als er saß. Entweder wippte er mit dem Stuhl, mit seinem Fuß oder er spielte mit irgendetwas in seinen Händen. Rashid war immer in Bewegung, nie still. Und das war der Grund, warum er der beste Dieb Matariyyas war. “Es ist irgendetwas passiert, Banafsajiy, nicht wahr? Meine Leute sind unruhig, irgendetwas geht vor sich. Haben deine Mädchen oder Frauen etwas aufgeschnappt?” Sein Blick huschte überallhin, jeder Millimeter des Raumes wurde von Rashid abgesucht, fast so, als würde er nicht jeden davon nur allzu gut kennen. Plötzlich klimperte eine Münze auf den Tisch, und Rashid fing sie geschickt wieder auf. Alles passierte in einer Millisekunde, und Hafiz war überrascht über dessen Schnelligkeit. Er wusste, dass alles Gold, das er abnahm, von Reichen stammte. Und damit hatte er Hafiz´ allergrößten Respekt.
