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Anything at all
15.08.1016 - 17:00
Ruby Veil | Gemächer
Trigger: Prostitution | Traumata
Belisarius Caderitor Skadi Lykgaard

Unregistered
Skadi Lykgaard
Alter
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User
#8
Skadi kannte Belisarius. In all seinen Facetten und Feinheiten, jede Ader, jede Attitüde. Ihr war nichts fremd an ihm, alles war vertraut und wohl bekannt, jede Narbe, jedes Muttermal, jedes Härchen. Und doch schien es ihr, als würde sie mit jeder Begegnung ihn immer neu entdecken. So offensichtlich er ihr auch war, so neugierig war sie dennoch, ob alles ihr so Liebgewonnenes noch an seinem Platz war. Anders als er allerdings, war sie weniger an Tiefgründigem und Spitzfindigem interessiert. In dieser Hinsicht waren sie sich, die doch so viel teilten und sich so nah waren, einander fremd. Ohne Frage genoss sie die philosophischen Gedanken, die in seinem Wesen so viel Platz einnahmen, und mit der Zeit hat sie auch gelernt ihnen zu folgen und ihm so gut es ging Paroli bieten zu können. Doch eigentlich lebte sie, ganz im Gegensatz zu ihm, nicht in der Vergangenheit. Diese war abgeschlossen und ließ sich nicht mehr ändern. Es gab keinen Grund dem Horror der verlebten Jahre nachzuhängen. Das war nur verlorene Liebesmüh, die nichts weiteres brachte, außer Wehmut, Trauer und Schmerz. Und genau diese Regungen waren in Belisarius‘ Miene allgegenwärtig. Anfangs noch hatte Skadi sich die Mühe gemacht ihm diesen Schwermut von den Schultern nehmen zu wollen, doch mit der Zeit hatte sie erkannt, dass eben jene Tragik den Mann ausmachte, den sie liebte, mehr als ihr eigenes Leben.

In den kleinen Momenten der Zweisamkeit, wie in eben jenem Augenblick, verschwand die Hölle der Vergangenheit und machte Platz für eine Gegenwart, die auch ohne Zukunft auskam, die nur für sich selbst stand und keine Versprechen brauchte. Im Hier und Jetzt waren Träume irrelevant, wurden geträumt und wieder verworfen. Hoffnung lebte, solange die Tür zu ihrer Kammer geschlossen blieb und sie zwei in dem Rausch der eigenen Nähe unberührbar waren. Hier in diesen vier Wänden, gefüllt von edlen Stoffen und exotischen Düften, hatten sie eine Art Heimat geschaffen, ein Zuhause, das nur ihnen beiden gehörte, fern ab von jedem politischen Einfluss und jedem kritischen Blick. Diese Kammer war ein Heim, das durch nichts ersetzbar war, das keine Gefahr kannte und durch ihre Liebe erhaben war. Hier konnten sie scherzen und klagen, reden und atmen, sich berühren und die Berührung des anderen genießen. Hier konnte er Kraft tanken für die Welt, die ihn im grausamsten aller Würgegriffe unbarmherzig weitertrieb. Hier, aber, war sie selbst gefangen, lebte nur für die Nächte, in denen er sie besuchen kam und von der weite der Kontinente erzählte. Sie lebte durch ihn, genötigt dazu still zu sein, nicht nur was Worte anging, sondern vor allem in ihrer Bewegungsfreiheit. Sie musste verharren, andauernd in einer Regungslosigkeit, immer denselben Routinen und Wiederholungen ausgeliefert, die ihr eine Ruhe aufzwangen, die gänzlich gegen ihr Wesen war. Wenn er nicht wäre, wenn ihre Liebe nicht wäre, wenn diese Sehnsucht sie nicht beflügeln würde, wäre sie längst über alle Berge.

Aber der Gedanke, ihn etwa nie wieder sehen zu können, brach ihr das Herz in tausend Scherben, niedergetrampelt vom grausamen Dämon des Verlusts, der ihr das Liebste aus der Seele schneiden würde. Jeder Schritt, der sie weiter weg tragen würde von ihm, endgültig und ohne Umkehr, würde gepflastert sein von einem Tropfen ihrer Selbst, bis nichts mehr von ihr übrig bleiben würde. Sie würde vergehen, sich auflösen, zum Nichts werden und der Welt entschwinden wie ein Phantom. Die Furcht davor ihm fern zu sein, ließ sie alles ertragen, egal wie schwer es ihr auch lastete. Denn allein sein Anblick erhob ihr Gemüt über alle Ebenen des Himmels hinauf. Und eine Berührung, mag sie auch noch so flüchtig sein wie das beiläufige Streicheln ihrer Schulter, als er sich nahe an sie drängte, brachte ihr mehr Befriedigung und Genuss als sie sich vorstellen konnte. Seine Finger, die ihren Oberarm hinabrieselten, überzogen sie mit einer Gänsehaut, die ihre Lust nach seiner Nähe nur noch mehr anheizte. Sachte schmiegte sie sich ein wenig nur gegen seine Brust, als er ihr ins Ohr wisperte. Sie lehnte den Kopf zart an seine Schulter, schmunzelte nur und erwiderte leise raunend. “Nicht nur der Honig, mein Schattenfalke. Doch dieser erquickt mir die süßeste Erinnerung an dich.“ Nicht nur der Geschmack, nein, allein der Duft dieses würzigen Bienengolds schaffte es bereits ihr Bilder in die Gedanken zu zaubern, die wahrlich etwas Göttliches zu haben schienen, umgeben von goldenem Licht und warmen Gefühlen. Sie nahm sich Zeit ihm die Last der Welt da draußen abzulegen. Löste den Gurt mit bedacht, fast wie ein Ritual, damit auch nichts dieses dunklen Elends zurückbleiben würde. Skadi war sich bewusst, dass diese Waffe Teil seines Wesens war, dass dieser Gurt und das daran hängende Schwert ebenso zu ihm gehörte wie die Striemen an seinem Rücken oder die Stoppeln in seinem Gesicht. Ihm also diesen Teil abzunehmen, durfte nicht beiläufig und gewissenlos geschehen, sondern musste mit Vorsicht und Respekt geschehen. Fast ehrerbietend faltete Skadi den Gurt und legte ihn an den für ihn bestimmten Ort, weit genug weg um nicht dauernd in der Aufmerksamkeit zu sein, aber nahe genug, um bei Bedarf griffbereit zu sein. Daneben bettete sie das Schwert ebenso, als wäre es eine Reliquie, der besonderer Achtung gebührte. Denn es war seines. Und alles, was Belisarius umgab, ihm gehörte, sein eigen war, war in ihren Augen anbetungswürdig.

Mit bebendem Herzen sah sie zu ihm hoch, nahm seinen Blick begierig auf und antwortete ihm mit einem Sehnen, das offensichtlich machte, dass hier zwei Seelen waren, die nur vereint ein Ganzes abbildeten. Das Verlangen ihn zu berühren, ihn zu küssen, sich mit seinem Körper zu verbinden, raubte der sonst so eiskalten Attentäterin den Atem. Zum Glück nahm er ihre Hand, senkte seine Lippen und beschenkte ihre Handrücken mit einem so zarten Kuss, dass sie glaubte, ihre Haut würde an eben jener Stelle verbrennen. Wie von unbekannten Mächten angezogen, tat sie einen halben Schritt auf ihn zu, folgte seinen tiefschwarzen Seelenspiegeln. Ihre Lippen überzog ein Strahlen, dass sich fest in ihre dunklen Augen setzte und dort funkelte wie der edelste Obsidian. Sie hielt die Verbindung ihrer Hände, bis er sich endlich gesetzt hatte, nein, wollte sie nicht trennen, niemals, nun da sie sich endlich erlaubten ihre Nähe auch durch physischen Kontakt zu bekräftigen. Wenn Belisarius nur ahnen könnte, welche Reaktionen solch simple, banale Berührungen in ihr auslösten, bis tief hinein in ihren Leib, so erregend und erhebend, dass sich wohl jeder Freier danach sehnte, ebensolches in ihr erwecken zu können.

Nachdem sie ihm die Teetassen zur Seite gestellt hatte, waren es noch ein paar wenige Augenblicke, in denen sie ein kleines Fläschchen aus einem versteckten Wandschrank holte, ehe sie wieder bei ihm war. Gerade im rechten Augenblick, um ihm einen verschmitzt tadelnden Blick zuzuwerfen, als er gerade sich anschickte, selbst die Stiefel abzulegen. Nein, hier war sie seine Dienerin und Geliebte zugleich, nur dafür da um ihm die Zeit so angenehm wie möglich zu machen, ihn zu stärken und zu kräftigen für die Stunden, die er wieder hinaus musste in die Grausamkeit des Lebens. Sie ließ sich zu seinen Füßen nieder. Die dünnen Lagen ihres Kleides flossen wie Wolken um ihren Körper herum, breiteten sich aus, zeichneten Konturen ab und gaben doch nicht zu viel preis, was der Fantasie nur zuträglich war. Geschickt öffnete sie nun auch die Schuhe, stellte sie am Rand der Polsterstatt ab, ebenso die Socken, während sie seinen Ausführungen lauschte. “Krieg, also.“ lockerte sie den Korken aus dem Fläschchen und träufelte sich eine frisch duftende Essenz auf die Handflächen, die sie erst aneinander verrieb, ehe sie damit begann seine Füße zu massieren. Kampfer und Minze kribbelten über seine Haut, gaben den schweren Beinen, die so viel Last zu tragen hatten und so viele Wege gehen mussten, neue Erquickung.

Sie hatte davon wohl gehört, von Unruhen und Unzufriedenheiten, dem Überfall auf Eastergold Meadow. Eine Antwort des Königslandes war wohl unabwindbar. Dass es Belisarius war, der den Krieg nun anheizen musste, erfüllte Skadi einerseits mit einem gewissen Stolz vor seinen Fähigkeiten. Niemand anderer wäre geeigneter dafür dem Heerwesen eine Richtung zu geben und für einen Erfolg zu sorgen. Sein Geschick und sein strategisches Denken, gestählt durch langjährige Erfahrung, waren mit keinem anderen zu vergleichen. Und doch war es der Hure bewusst, dass er kein Mensch war, der blutrünstig und grausam in seinem Handeln war. Er wusste um den Sinn, hinterfragte den Nutzen und begrenzte die Schäden, so es ihm möglich war. Kampf und Krieg waren eingewoben in die Materie der Welt, Eroberungen und Entsatzungen waren an der Tagesordnung für den Fortbestand der Länder und den Eifer der Adelshäuser, die nur nach mehr Macht strebten, dabei aber die Konsequenzen für das einfache Volk meist vergaßen. Auch Belisarius war hier nur eine Figur in einem komplexen Spiel, der sich dem Schrecken der Schlachten nicht entziehen konnte, aber dennoch dem Terror des Todes entfliehen wollte. “Ich glaube an dich. Du findest immer einen Weg den Befehlen des Großkönigs deinen eigenen Stempel aufzudrücken. Er vertraut auf dich, selbst unfähig diesen Krieg zu führen, sodass du deine eigene Taktik ausführen kannst nach deinem eigenen, besten Gewissen.“

Skadi hielt es nicht länger aus, schon gar nicht nach diesen furchtbaren Neuigkeiten, die sofort Schreckensvisionen von Trennung und Verderben in ihr Herz pflanzten. Er hatte recht, nicht heute sollen sie darunter leiden. Mit fließender Anmut lockte sie ihm die Beine auseinander, um zwischen ihnen zu ihm hoch zu steigen, wie ein dunkler Panther aus den Tiefen Matariyyas. Die Hände neben seinen Schultern abgestützt, erhob sich ihr Gesicht nun über seinem, und neuerlich spiegelte sie seine Miene mit liebeserfülltem Feuer in ihren Augen und sinnlich geöffneten Lippen. “Dein Los ist auch mein Los, egal ob schrecklick oder herrlich.“ wisperte sie, ehe sie nun endlich, nicht mehr fähig dem Reiz seiner Nähe weiter stand zuhalten, ihren Mund mit seinem in einem innigen, leidenschaftlichen Kuss vereinte.
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Anything at all - von Belisarius Caderitor - 05-05-2024, 01:04
RE: Anything at all - von Skadi Lykgaard - 08-05-2024, 22:42
RE: Anything at all - von Belisarius Caderitor - 09-05-2024, 14:32
RE: Anything at all - von Skadi Lykgaard - 15-05-2024, 22:46
RE: Anything at all - von Belisarius Caderitor - 11-06-2024, 00:53
RE: Anything at all - von Skadi Lykgaard - 23-06-2024, 23:46
RE: Anything at all - von Belisarius Caderitor - 05-07-2024, 00:11
RE: Anything at all - von Skadi Lykgaard - 14-07-2024, 22:20
RE: Anything at all - von Belisarius Caderitor - 21-07-2024, 20:19
RE: Anything at all - von Skadi Lykgaard - 28-07-2024, 21:31
RE: Anything at all - von Belisarius Caderitor - 13-09-2024, 22:28
RE: Anything at all - von Skadi Lykgaard - 23-09-2024, 22:10
RE: Anything at all - von Belisarius Caderitor - 18-11-2024, 00:58
RE: Anything at all - von Skadi Lykgaard - 18-12-2024, 23:56

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