15-07-2024, 01:03 - Wörter:
Dianas Worte nickte nur freundlich ab und verschwand, wie beschlossen, durch die Tür. Gab der Teufel nur vor, sich zu sorgen und zu kümmern? Belisarius gab oft Interesse vor, wo er keines vorfand. Doch er glaubte, dass die meisten Menschen gerne gehört wurden, egal, was sie sprachen oder erzählten. Belisarius war ein geschickter Manipulator, ein Schattengänger, der darum wusste, dass die Straße des Lebens für die meisten sehr lang war und ein Zuhörer so manche Last leichter machte. Wenn er etwas leichter machen konnte, konnte er auch eine Erleichterung anbieten und insofern auch eine Form der Kontrolle ausüben. Doch manches Interesse war schwer vorzugeben, schwer zu ertragen und doch übte sich der Teufel darin, sich zu sorgen und zu kümmern; auch wenn es nur vorgeblich war. Noch beugte es dem eigenen Vergessen vor, wenn man sich stets seiner Mitmenschen und deren Nutzen vergewisserte. Belisarius war ein Mann, der dem Adel nah war und doch längst entwachsen. Er strebte kein hohes Haus an, keinen Elfenbeinturm seiner eigenen Undurchdringlichkeit, doch war er oft unnahbar, undurchschaubar und schlicht nicht greifbar, selbst, wenn er Leuten sein Ohr schenkte. Der unheilige Kriegsherr konnte nicht immer verbergen, was er war und doch suchten Menschen seine Nähe, wie Rabia und andere. Auch Daphne, nun mehr Diana, hatten ihn gesucht und irgendwie gefunden. Vielleicht war es egal, was ihn kümmerte und bekümmerte, so denn er diesen Menschen nur eine Zuflucht bot. Belisarius war immer unehrlich, doch log er selten böswillig und verdrehte oft nur Fakten und Wahrheiten zum eigenen Nutzen, so dass es nicht zwingend eine Lüge brauchte. Ehrlichkeit war letztlich auch nur eine Verhandlung zwischen zwei Menschen, welches Gebot und Angebot sie letztlich annahmen. Manche Menschen suchten ihren Standpunkt zu festigen, andere suchten, Gegenpunkte und einen Feind, so denn letztlich alles egal, was ihnen gegenüber gestellt wurde. Wahre Ehrlichkeit gab es für Belisarius nicht, sondern nur Schattierungen von Wahrheiten und selbst gefundenen Glaubensinhalten.
Die Wandlung von Daphne zu Diana hatte dies bewiesen, dass selbst eine Persönlichkeit austauschbar war, wie eine Geschichte in ihren Teilerzählungen. Alles war verhandelbar und nur eines im Leben war wirklich gewiss, dass man sterben und abtreten würde. Der Teufel war verunsichert, was er nun selbst war und was er auch aus sich gemacht hatte. In seinem Eifer und seinem Stolz hatte er auch selbst Persönlichkeiten zur Ware gemacht. Er konnte nun alles verhandeln, in neue Formen drängen und alles hinweg fegen, was Bedeutung haben wollte. Alles war verhandelbar und so setzte er sich mit zitternden Fingerspitzen auf eine der Bänke im Korridor vor dem Krankenzimmer. Belisarius wurde in einem lauten Gedanken bewusst, dass auch er verhandelbar war. Innerlich hatte er immer gewusst, dass auch nur ein Produkt seiner Zeit war und sicherlich mehr Funktion als Mensch; aber nun war so deutlich ersichtlich und so klar vor seinen Augen, dass alles nur ein Geschäft war. Er schämte sich einerseits aber gleichzeitig erfreute es ihn, dass er diese Macht gefunden hatte. Darin lag nun wahre Macht, dass er selbst über das Bewusstsein von Menschen bestimmen konnte. Es erlaubte völlig neue Varianten der Kontrolle und Herrschaft aber war er wirklich bereit abermals in diese Hölle hinab zu steigen und erneut vorzugeben, etwas zu sein, was er nicht war? Der Teufel hegte Zweifel, so denn er auch ein ständiger Advokat sündiger Seelen war und ihnen auch Fürsprache zusicherte. In seinem Haus fanden alle Verlorenen Heim und Sicherheit gegen einen gemeinsamen Fluch, den jeder auf sich nahm, der ein Caderitor wurde; auf die eine oder andere Art. Belisarius wollte ehrlich vorgeben, doch wusste schlicht darum, dass er dies nicht konnte. Sein Ohr rauschte, während sich Blut durch seine Adern drückte. Seine Augenlider zuckten ein wenig und auch sein Blick wurde schärfer, fast gefangen in einem Suchlicht.
Belisarius wollte verstehen, warum er war, was er war. Die Welt nahm ihn nicht an, so sehr auch darum kämpfte, angenommen zu werden und umso mehr verlor sich darin. Er war immer anders gewesen, misshandelt und verloren, und doch mit Verstand und Weitsicht begabt. Sein Vater hatte mit seinen Gürtelhieben, den Hieben mit dem Holzstock und den Faustschlägen gegen sein eigenes Kind eine Trennlinie zwischen ihn und der Welt gezogen. Belisarius vertraute der Welt nicht. Er vertraute nicht einmal sich selbst völlig. Seine ständige Suche nach Kontrolle war nur der kümmerliche Versuch einen Ort zu finden, der ihm blieb und ihn nicht verletzen würde. Noch immer fürchtete heimlich seinen Vater, der kaltherzig und berechnend, Menschen formte und auch über ihn verhandelt hatte. Es war keine Ironie, dass auch Belisarius, nun Menschen formte und über sie verhandelte. Doch waren seine Mittel nicht nur die Mittel der Gewalt, sondern auch anders geprägt. Wie sollte er auch anders? Er hatte es nicht besser gelernt. Gewalt war sein ständiger Begleiter gewesen. Immer wieder bei kleinsten Fehlern, wurde er als Versager beschimpft, wurde mit einem Gürtel geschlagen oder mit einem Holzstock blutig geschlagen, damit er eines verstand, dass Versagen mit Gewalt geahndet wurde. Um der Züchtigung zu entgehen, musste er sich anpassen, die Ziele seines Vaters erreichen und anderen ähnliches antun. Reue war ein ähnlich verbotener Begleiter des Kriegsherren, der sich ungewiss war, ob er wirklich diesen Krieg wollte. Ob er wirklich Diana benutzen wollte. Er stellte alles in Frage und doch war diese Frage so auf Sand gebaut, wie die Hoffnung, ein besserer Mensch sein zu können. Er konnte es nicht. All die Taten, all die beauftragten Schandtaten für sein Castandor, machten ihn nur schlechter und vertieften die Trennlinie zwischen ihm und der Welt. Belisarius vergaß nicht und sein größtes Übel war, dass er ein Teufel war, der es nicht sein wollte und sich doch ständig dazu entschied. Seine persönliche Hölle war real, jeden Tag und jeder wachen Sekunde und in jedem Augenblick war sie hier, mit ihm und ihn bewahrend. Nur wenige Momente täuschten ihn, gierten nach Selbstbetrug und ließen Hoffnung zu, die mit jedem Tag danach, wieder zu Staub zerfiel. "Skadi," japste er leise und suchte in seinen Gedanken diesen Ort, wo beide einfach lieben konnten. Einen Ort, der nicht vergessen werden konnte, nicht verhandelt werden konnte und ihm Absolution versprach; doch diese konnte niemals gewährt werden, weil er niemals offen darum bat. Dennoch war Skadi hier bei ihm, in der geteilten Erinnerung, im geteilten Sein und der unstillbaren Sehnsucht, die nicht nur Antrieb, sondern auch Schutzzauber war. Skadi würde nicht über ihn urteilen, ihn nicht verraten, so hoffte er und diese Hoffnung war mehr als er eigentlich verdiente. Seine Gräuel schrumpften nicht, doch setzte sich ein Schleier darüber, dass er weiter machen konnte. Er machte einfach weiter. Wie immer machte er weiter, fasste sich und legte wieder seine böse Vernunft an den Tag.
Endlich. Rabia näherte sich. Belisarius erhob sich von der Bank, konnten das leichte Zittern seiner Fingerspitzen eindämmen und versuchte Rabia ein salziges Lächeln zu schenken; nicht nur aus Dank für ihre ständige Unterstützung. Sie war genauso hier, genauso Teil von alldem, was hier geschah und war somit gleichzeitig auch eine Komplizin und auch Verbündete. Vielleicht sogar aus guter Absicht und Belisarius würde ihr auch nicht widersprechen, dass manche schlechte Tat in guter Absicht begangen wurde. Auch Belisarius hatte nicht nur schlechte Absichten aber seine Kontrollsucht, seine kalte Ambition, überwog bei Weitem jene guten Absichten. "Es ist getan", entgegnete er ihr in einem fast andächtigen Tonfall. "Sie ist von Daphne befreit," sagte er und log nicht einmal. Aus seiner Sicht hatte er sie aus einem bedeutungslosen und auch schmachvollem Leben befreit. Sie war nun Diana und damit eine Kämpferin für eine geeignete Sache: seine Sache. "Manchmal glaube ich, dass wir Gutes tun und manchmal glaube ich, dass wir zu weit gehen. Dennoch wird sie es besser haben als in Lumpen auf einer Straße und dort elendig zu verenden, an Hunger oder Krankheit," meinte er und senkte kurz seinen Blick, möglicherweise aus Scham oder Reue aber auch viel mehr aus dem Fakt, dass er noch immer seine Gedanken sortierte, sie einhegte und wieder in jene Linie zwang, die nur mit einem eisernen Willen erklärbar war. Er hob seinen Blick wieder; im Versuch Rabias Blick zu deuten, zu erahnen, was sie dachte und wie sie diese Lage bewerten würde. Belisarius schätzte ihr Wort und würde ihr aufrichtig zuhören."Sie ist eine von uns. Sie trägt nun den Namen Diana Shore und ist ein Singvögelchen," erklärte und firmierte damit ganz offiziell, dass sie Teil seines Hauses war und damit auch Schutz und Würde hier finden konnte, sofern sie ihren Dienst, wie alle, leisten würde. "Ich hätte auch nicht erwartet, dass es derart schnell gelingen würde. Die Prozedur verlief sehr zufriedenstellend und ihr altes Leben ist nur noch Fassade einer Täuschung, die sie als Singvogel nutzte, um für uns Informationen zu beschaffen," fügte er wichtiges Wissen zusammen, damit Rabia gut arbeiten konnte. "Ich brauche dich für einen Abschluss und eine Versicherung, dass ihr Verstand handlungsfähig und stabil ist, da ich plane, sie bei Skadi in Ausbildung zu geben, damit sie das Handwerk eines wahren Vogels erlernt und als Bardin nützlich sein wird," offenbarte er seiner Heilerin die weiteren Pläne und wollte auch die Zustimmung von ihr einholen, dass dies gelingen konnte. Belisarius brauchte Rabias Fachmeinung, weil er selbst zu wenig medizinische Kenntnisse besaß, um darüber zu urteilen, wie stabil die neue geschaffene Diana nun war. Belisarius hatte rudimentäres Wissen über Verletzungen und Knochen, was für einen Militär notwendig war. Man konnte nicht nur besser eigene Truppen unterstützen, eigene Wunden versorgen aber viel mehr konnte man besser töten, wenn man wusste, wie ein Mensch funktionierte. Doch dieses Wissen war hier nicht gefragt. Er brauchte die geübten Augen einer Heilerin, um sich sicher sein zu können, dass Diana ihre Aufträge und Aufgaben erfüllen konnte. "Natürlich wird sie erstmalig Ruhe benötigen, mit Speisen aufgepäppelt werden müssen, aber ich brauche sie schnellstmöglich im Einsatz. Unsere Aufgaben warten leider nicht," sagte er nun nüchtern und räusperte sich dann, da er nun ein leichtes Kratzen im Hals verspürte. Wieder war da dieses Gefühl, dass etwas nicht stimmte und wieder war diese kriechende Kälte in seinem Nacken. Er sorgte sich sehr. Nicht nur über seine Pläne.
Die Wandlung von Daphne zu Diana hatte dies bewiesen, dass selbst eine Persönlichkeit austauschbar war, wie eine Geschichte in ihren Teilerzählungen. Alles war verhandelbar und nur eines im Leben war wirklich gewiss, dass man sterben und abtreten würde. Der Teufel war verunsichert, was er nun selbst war und was er auch aus sich gemacht hatte. In seinem Eifer und seinem Stolz hatte er auch selbst Persönlichkeiten zur Ware gemacht. Er konnte nun alles verhandeln, in neue Formen drängen und alles hinweg fegen, was Bedeutung haben wollte. Alles war verhandelbar und so setzte er sich mit zitternden Fingerspitzen auf eine der Bänke im Korridor vor dem Krankenzimmer. Belisarius wurde in einem lauten Gedanken bewusst, dass auch er verhandelbar war. Innerlich hatte er immer gewusst, dass auch nur ein Produkt seiner Zeit war und sicherlich mehr Funktion als Mensch; aber nun war so deutlich ersichtlich und so klar vor seinen Augen, dass alles nur ein Geschäft war. Er schämte sich einerseits aber gleichzeitig erfreute es ihn, dass er diese Macht gefunden hatte. Darin lag nun wahre Macht, dass er selbst über das Bewusstsein von Menschen bestimmen konnte. Es erlaubte völlig neue Varianten der Kontrolle und Herrschaft aber war er wirklich bereit abermals in diese Hölle hinab zu steigen und erneut vorzugeben, etwas zu sein, was er nicht war? Der Teufel hegte Zweifel, so denn er auch ein ständiger Advokat sündiger Seelen war und ihnen auch Fürsprache zusicherte. In seinem Haus fanden alle Verlorenen Heim und Sicherheit gegen einen gemeinsamen Fluch, den jeder auf sich nahm, der ein Caderitor wurde; auf die eine oder andere Art. Belisarius wollte ehrlich vorgeben, doch wusste schlicht darum, dass er dies nicht konnte. Sein Ohr rauschte, während sich Blut durch seine Adern drückte. Seine Augenlider zuckten ein wenig und auch sein Blick wurde schärfer, fast gefangen in einem Suchlicht.
Belisarius wollte verstehen, warum er war, was er war. Die Welt nahm ihn nicht an, so sehr auch darum kämpfte, angenommen zu werden und umso mehr verlor sich darin. Er war immer anders gewesen, misshandelt und verloren, und doch mit Verstand und Weitsicht begabt. Sein Vater hatte mit seinen Gürtelhieben, den Hieben mit dem Holzstock und den Faustschlägen gegen sein eigenes Kind eine Trennlinie zwischen ihn und der Welt gezogen. Belisarius vertraute der Welt nicht. Er vertraute nicht einmal sich selbst völlig. Seine ständige Suche nach Kontrolle war nur der kümmerliche Versuch einen Ort zu finden, der ihm blieb und ihn nicht verletzen würde. Noch immer fürchtete heimlich seinen Vater, der kaltherzig und berechnend, Menschen formte und auch über ihn verhandelt hatte. Es war keine Ironie, dass auch Belisarius, nun Menschen formte und über sie verhandelte. Doch waren seine Mittel nicht nur die Mittel der Gewalt, sondern auch anders geprägt. Wie sollte er auch anders? Er hatte es nicht besser gelernt. Gewalt war sein ständiger Begleiter gewesen. Immer wieder bei kleinsten Fehlern, wurde er als Versager beschimpft, wurde mit einem Gürtel geschlagen oder mit einem Holzstock blutig geschlagen, damit er eines verstand, dass Versagen mit Gewalt geahndet wurde. Um der Züchtigung zu entgehen, musste er sich anpassen, die Ziele seines Vaters erreichen und anderen ähnliches antun. Reue war ein ähnlich verbotener Begleiter des Kriegsherren, der sich ungewiss war, ob er wirklich diesen Krieg wollte. Ob er wirklich Diana benutzen wollte. Er stellte alles in Frage und doch war diese Frage so auf Sand gebaut, wie die Hoffnung, ein besserer Mensch sein zu können. Er konnte es nicht. All die Taten, all die beauftragten Schandtaten für sein Castandor, machten ihn nur schlechter und vertieften die Trennlinie zwischen ihm und der Welt. Belisarius vergaß nicht und sein größtes Übel war, dass er ein Teufel war, der es nicht sein wollte und sich doch ständig dazu entschied. Seine persönliche Hölle war real, jeden Tag und jeder wachen Sekunde und in jedem Augenblick war sie hier, mit ihm und ihn bewahrend. Nur wenige Momente täuschten ihn, gierten nach Selbstbetrug und ließen Hoffnung zu, die mit jedem Tag danach, wieder zu Staub zerfiel. "Skadi," japste er leise und suchte in seinen Gedanken diesen Ort, wo beide einfach lieben konnten. Einen Ort, der nicht vergessen werden konnte, nicht verhandelt werden konnte und ihm Absolution versprach; doch diese konnte niemals gewährt werden, weil er niemals offen darum bat. Dennoch war Skadi hier bei ihm, in der geteilten Erinnerung, im geteilten Sein und der unstillbaren Sehnsucht, die nicht nur Antrieb, sondern auch Schutzzauber war. Skadi würde nicht über ihn urteilen, ihn nicht verraten, so hoffte er und diese Hoffnung war mehr als er eigentlich verdiente. Seine Gräuel schrumpften nicht, doch setzte sich ein Schleier darüber, dass er weiter machen konnte. Er machte einfach weiter. Wie immer machte er weiter, fasste sich und legte wieder seine böse Vernunft an den Tag.
Endlich. Rabia näherte sich. Belisarius erhob sich von der Bank, konnten das leichte Zittern seiner Fingerspitzen eindämmen und versuchte Rabia ein salziges Lächeln zu schenken; nicht nur aus Dank für ihre ständige Unterstützung. Sie war genauso hier, genauso Teil von alldem, was hier geschah und war somit gleichzeitig auch eine Komplizin und auch Verbündete. Vielleicht sogar aus guter Absicht und Belisarius würde ihr auch nicht widersprechen, dass manche schlechte Tat in guter Absicht begangen wurde. Auch Belisarius hatte nicht nur schlechte Absichten aber seine Kontrollsucht, seine kalte Ambition, überwog bei Weitem jene guten Absichten. "Es ist getan", entgegnete er ihr in einem fast andächtigen Tonfall. "Sie ist von Daphne befreit," sagte er und log nicht einmal. Aus seiner Sicht hatte er sie aus einem bedeutungslosen und auch schmachvollem Leben befreit. Sie war nun Diana und damit eine Kämpferin für eine geeignete Sache: seine Sache. "Manchmal glaube ich, dass wir Gutes tun und manchmal glaube ich, dass wir zu weit gehen. Dennoch wird sie es besser haben als in Lumpen auf einer Straße und dort elendig zu verenden, an Hunger oder Krankheit," meinte er und senkte kurz seinen Blick, möglicherweise aus Scham oder Reue aber auch viel mehr aus dem Fakt, dass er noch immer seine Gedanken sortierte, sie einhegte und wieder in jene Linie zwang, die nur mit einem eisernen Willen erklärbar war. Er hob seinen Blick wieder; im Versuch Rabias Blick zu deuten, zu erahnen, was sie dachte und wie sie diese Lage bewerten würde. Belisarius schätzte ihr Wort und würde ihr aufrichtig zuhören."Sie ist eine von uns. Sie trägt nun den Namen Diana Shore und ist ein Singvögelchen," erklärte und firmierte damit ganz offiziell, dass sie Teil seines Hauses war und damit auch Schutz und Würde hier finden konnte, sofern sie ihren Dienst, wie alle, leisten würde. "Ich hätte auch nicht erwartet, dass es derart schnell gelingen würde. Die Prozedur verlief sehr zufriedenstellend und ihr altes Leben ist nur noch Fassade einer Täuschung, die sie als Singvogel nutzte, um für uns Informationen zu beschaffen," fügte er wichtiges Wissen zusammen, damit Rabia gut arbeiten konnte. "Ich brauche dich für einen Abschluss und eine Versicherung, dass ihr Verstand handlungsfähig und stabil ist, da ich plane, sie bei Skadi in Ausbildung zu geben, damit sie das Handwerk eines wahren Vogels erlernt und als Bardin nützlich sein wird," offenbarte er seiner Heilerin die weiteren Pläne und wollte auch die Zustimmung von ihr einholen, dass dies gelingen konnte. Belisarius brauchte Rabias Fachmeinung, weil er selbst zu wenig medizinische Kenntnisse besaß, um darüber zu urteilen, wie stabil die neue geschaffene Diana nun war. Belisarius hatte rudimentäres Wissen über Verletzungen und Knochen, was für einen Militär notwendig war. Man konnte nicht nur besser eigene Truppen unterstützen, eigene Wunden versorgen aber viel mehr konnte man besser töten, wenn man wusste, wie ein Mensch funktionierte. Doch dieses Wissen war hier nicht gefragt. Er brauchte die geübten Augen einer Heilerin, um sich sicher sein zu können, dass Diana ihre Aufträge und Aufgaben erfüllen konnte. "Natürlich wird sie erstmalig Ruhe benötigen, mit Speisen aufgepäppelt werden müssen, aber ich brauche sie schnellstmöglich im Einsatz. Unsere Aufgaben warten leider nicht," sagte er nun nüchtern und räusperte sich dann, da er nun ein leichtes Kratzen im Hals verspürte. Wieder war da dieses Gefühl, dass etwas nicht stimmte und wieder war diese kriechende Kälte in seinem Nacken. Er sorgte sich sehr. Nicht nur über seine Pläne.
