28-07-2024, 21:31 - Wörter:
Die Zeit schien mit einem Male vollkommen still zu stehen, angehalten für die Unendlichkeit ihres Liebesspiels, nicht enden wollend, nicht enden könnend, ewig unveränderlich, unvergänglich göttlich. Und gleichsam rannen Skadi die Sekunden jedes Augenblicks viel zu schnell wie Sand durch die Finger, ließen sich nicht aufhalten, rieselten unaufhörlich dahin und zeugten von der Endlichkeit ihrer Vereinigung. In diesem zwiespältigen Dilemma aber gab sie sich ganz und gar der Nähe zu ihrem Liebsten hin, der sie mit seinen starken Armen packte und zu sich hinab zog in einen Strudel aus Küssen und Liebkosungen. Lippen trafen sich und trennten sich, nur um sich gleichsam wieder in Begehren zu begegnen. Zärtliche Berührungen erkundeten den Körper des anderen, wurden hitziger und dringlicher, pressten den anderen an sich, als würden sie ganz ineinander aufgehen wollen. Alsbald wurden die Stofflagen, die ihre Leiber kleideten, nur zu einem unliebsamen Hindernis, dessen man sich behände zu entledigen wusste, um endlich warme Haut an weicher Haut spüren zu können. Vollkommen von Leidenschaft erfüllt trieben sie dahin in der Sehnsucht nacheinander, nach einer Vereinigung, die weit mehr war als die Erfüllung körperlicher Lust. Hier trafen sich zwei Seelen, die in ihrer gemeinsamen Einsamkeit Heilung füreinander waren und nur durch die Hoffnungslosigkeit einer gemeinsamen Zukunft im Hier und Jetzt existierten. In diesem Augenblick, den der Rhythmus ihrer beider Körper bestimmte, lag alle Liebe und alle Wahrheit, die ihnen sonst verwehrt war. Hier war Glück und Seligkeit, Schönheit und Freude. Doch wenn der Morgen nahte und die ersten Strahlen der Sonne wieder durch das Fenster schienen, legten sich diese nicht auf ein Paar, das sich in der Ewigkeit verbunden fand, sondern auf zwei Getriebene, die von der Trostlosigkeit der Welt getrennt gehalten wurden. Für Skadi und Belisarius würde es immer nur die Nacht geben, verstohlen und versteckt, nur lebendig im Geheimnis ihrer Liebe, die nie an die Öffentlichkeit treten durfte.
In diesem Zauber einer Märchennacht wurden sie eins, knüpften erneut das fragile Band eines Versprechens, das keinem von beiden wirklich leichtfiel. Denn in dem Bewusstsein der Leere ihrer beider Herzen lag eine Zerbrechlichkeit, die eben jene heilige Fürsprache an das Leben des anderen besonders wertvoll machte. Das Vertrauen in Belisarius hatte Skadi nicht leichtfertig gelegt, doch einmal gegeben war es ihr unmöglich es wieder zurückzunehmen ohne ihr eigenes Wesen tödlich zu verwunden. Sie war sein, so wie er der ihre war. Auch wenn damit niemals eine Zukunft einhergehen würde, die der Konvention entspräche. Vielleicht auch gar keine, wer konnte das schon wissen. Doch das war Skadi ohnehin gleich. Sie lebte nicht in der Erfüllung eines Wunschtraumes, sondern in der harschen Realität der Gegenwart und in dieser durfte sie endlich mit ihrem Liebsten eins werden. Endlich war es auch ihr erlaubt sich der Erregung hinzugeben, die ihre Freier sooft bei ihr suchten, aber in ihr nie auslösen konnten. Nur Belisarius war es vergönnt ihre ganze lustvolle Hingabe spüren zu dürften. Ihm musste sie nichts vorspielen, bei ihm durfte sie sein und fühlen, sich ihm vollkommen schenken mit jeder Faser ihres Seins, in ihm aufgehen und mit ihm zu einer himmlischen Einheit werden. Selbst ihre Sinne waren gänzlich auf ihn ausgerichtet, umgeben von seinen Berührungen, seinem Atem, seinem Duft, seiner wunderschönen Gestalt. Nichts anderes existierte außer er, weder Zeit noch Raum, kein Krieg und keine Schmerzen, alles Negative wurde weggebrannt in dem Feuer ihrer Leidenschaft, verloderte zu unbedeutender Asche, weggeblasen im Odem des Begehrens. Nichts durchbrach die Stille außer sehnsuchtsvolles Seufzen und verlangendes Stöhnen, das jedoch nur für seine Ohren bestimmt war. Atemlos wisperte sie als Antwort auf seine fordernden Stöße “Du und ich… eins für immer und ewig.“ und gleichsam zerriss es ihr das Herz, da sie wusste, dass in der Wahrheit der Worte auch Trug lag, das Vorgaukeln eines Lebens, das niemals gelebt werden sollte.
Begehren wirbelte Sehnsucht auf, vermischte sich mit Lust und türmte sich über Leidenschaft, bis die Sinnlichkeit dem Verlangen kaum mehr standhalten konnte und sich über ihr aufbäumte wie eine gischtschäumende Welle der sturmtosenden See, in der sie zu ertrinken drohte, noch bevor der Gipfel der Erregung erlösend sich über sie ergoss gleich einem aufbrechenden Vulkan, dessen glutheiße Lava alles versengte. In ihren Ohren klingelten tausend kleine Glöckchen, ein Zittern und Beben durchströmte ihre Glieder, die sich an ihn pressten und ihn nicht loslassen wollten.
Und dann… dann ebbte die Begierde ab, machte Platz für die selige Zufriedenheit in der Nähe ihres Liebsten. Mitten in den zerwühlten Laken ihrer Liebesstatt waren auch ihrer beider Körper kunstvoll drapiert, leicht vom Schweiß der Liebesmüh glänzend. Es dauerte, bis die Sinne wieder zurück an ihren Platz fanden, bis die Erfüllung der Glückseligkeit Raum gab und sich eine freudvolle Seelenruhe einstellte. Immer noch aber konnte sie ihre Finger nicht von ihm lassen, den sie viel zu selten zu Gesicht bekam und doch aber lag eben in jeder Trennung auf eine Vorfreude, die sich durch die lange Abwesenheit nur noch wonniglicher aufstaute. “Ich liebe dich“ lag ihr auf der Zunge und blieb doch wie sooft unausgesprochen. Was sollten diese Worte auch ausrichten, welches Ziel könnten sie erreichen, welchem Sinn wären sie verpflichtet? Und war es nicht nur eine Floskel, die in keinster Weise wirklich ausdrücken konnte, in welchem Umfang Skadis Wesen auf das seine ausgerichtet war? Den Worten fehlte es an Bedeutungskraft, um auszudrücken, wie sehr die Liebesdienerin ihrem Nachtkönig verwoben war. Ihr Schicksal war sein Schicksal, ihr Heil abhängig von seinem Heil, würde er untergehen, wäre sie an seiner Seite. Die ungestüme Wilde, die sich niemals jemandem verpflichtet fühlen wollte, die in menschlichen Verbindungen, Freundschaften oder Familien eine unsinnige Konvention sah, die nur darauf aus war, dass man verlassen wurde, die in der Einsamkeit und dem Alleinsein die einzig wahre Lebensform zu zelebrieren pflegte, unabhängig, rastlos und in all ihren Entscheidungen frei, lag nun neben der einzigen Person, für die sie Leib und Leben ohne zu zögern jederzeit opfern würde, ohne die sie keinen Grund hatte zu atmen oder zu essen. Für ihn erduldete sie Stillstand, für ihn überstand sie all die widerlichen Freier, für ihn nahm sie Mord und Tod in Kauf. Und all das mit Freuden, solange eine Nacht wie diese als Lohn winkte.
Doch irgendwann mussten Worte wieder gefunden werden. Es half ja doch nichts. Schweigen ließ die Zeit nicht anhalten und so war es sinnvoller, nicht nur nach körperlicher Befriedigung zu streben, sondern auch nach geistiger. Krieg stand im Raum und das hieß wohl auch, dass es möglicherweise neue Aufträge für die Attentäterin geben könnte. “Sag mir, was deine Seele bedrückt. Lass mich teilhaben an deinen Plänen und sag mir, wie ich dir helfen kann.“ denn er war nicht allein, auch wenn es nach außen den Anschein haben mochte. Er war nicht allein mit der Last der Kriegstreiberei, die nicht in seiner Entscheidung lag, sondern auf den Gelüsten anderer gewachsen war. Er war der ausführende Arm, der sich mit den Schrecken und Wirrnissen auseinandersetzen musste, den die Narben von Schlachten und Ränken nicht nur auf seinem Körper, sondern auch auf seinem Gemüt zeichneten. Sie war da, Skadi, sie konnte ihm helfen das Joch zu tragen und ihm Mut und Zuversicht zusprechen.
In diesem Zauber einer Märchennacht wurden sie eins, knüpften erneut das fragile Band eines Versprechens, das keinem von beiden wirklich leichtfiel. Denn in dem Bewusstsein der Leere ihrer beider Herzen lag eine Zerbrechlichkeit, die eben jene heilige Fürsprache an das Leben des anderen besonders wertvoll machte. Das Vertrauen in Belisarius hatte Skadi nicht leichtfertig gelegt, doch einmal gegeben war es ihr unmöglich es wieder zurückzunehmen ohne ihr eigenes Wesen tödlich zu verwunden. Sie war sein, so wie er der ihre war. Auch wenn damit niemals eine Zukunft einhergehen würde, die der Konvention entspräche. Vielleicht auch gar keine, wer konnte das schon wissen. Doch das war Skadi ohnehin gleich. Sie lebte nicht in der Erfüllung eines Wunschtraumes, sondern in der harschen Realität der Gegenwart und in dieser durfte sie endlich mit ihrem Liebsten eins werden. Endlich war es auch ihr erlaubt sich der Erregung hinzugeben, die ihre Freier sooft bei ihr suchten, aber in ihr nie auslösen konnten. Nur Belisarius war es vergönnt ihre ganze lustvolle Hingabe spüren zu dürften. Ihm musste sie nichts vorspielen, bei ihm durfte sie sein und fühlen, sich ihm vollkommen schenken mit jeder Faser ihres Seins, in ihm aufgehen und mit ihm zu einer himmlischen Einheit werden. Selbst ihre Sinne waren gänzlich auf ihn ausgerichtet, umgeben von seinen Berührungen, seinem Atem, seinem Duft, seiner wunderschönen Gestalt. Nichts anderes existierte außer er, weder Zeit noch Raum, kein Krieg und keine Schmerzen, alles Negative wurde weggebrannt in dem Feuer ihrer Leidenschaft, verloderte zu unbedeutender Asche, weggeblasen im Odem des Begehrens. Nichts durchbrach die Stille außer sehnsuchtsvolles Seufzen und verlangendes Stöhnen, das jedoch nur für seine Ohren bestimmt war. Atemlos wisperte sie als Antwort auf seine fordernden Stöße “Du und ich… eins für immer und ewig.“ und gleichsam zerriss es ihr das Herz, da sie wusste, dass in der Wahrheit der Worte auch Trug lag, das Vorgaukeln eines Lebens, das niemals gelebt werden sollte.
Begehren wirbelte Sehnsucht auf, vermischte sich mit Lust und türmte sich über Leidenschaft, bis die Sinnlichkeit dem Verlangen kaum mehr standhalten konnte und sich über ihr aufbäumte wie eine gischtschäumende Welle der sturmtosenden See, in der sie zu ertrinken drohte, noch bevor der Gipfel der Erregung erlösend sich über sie ergoss gleich einem aufbrechenden Vulkan, dessen glutheiße Lava alles versengte. In ihren Ohren klingelten tausend kleine Glöckchen, ein Zittern und Beben durchströmte ihre Glieder, die sich an ihn pressten und ihn nicht loslassen wollten.
Und dann… dann ebbte die Begierde ab, machte Platz für die selige Zufriedenheit in der Nähe ihres Liebsten. Mitten in den zerwühlten Laken ihrer Liebesstatt waren auch ihrer beider Körper kunstvoll drapiert, leicht vom Schweiß der Liebesmüh glänzend. Es dauerte, bis die Sinne wieder zurück an ihren Platz fanden, bis die Erfüllung der Glückseligkeit Raum gab und sich eine freudvolle Seelenruhe einstellte. Immer noch aber konnte sie ihre Finger nicht von ihm lassen, den sie viel zu selten zu Gesicht bekam und doch aber lag eben in jeder Trennung auf eine Vorfreude, die sich durch die lange Abwesenheit nur noch wonniglicher aufstaute. “Ich liebe dich“ lag ihr auf der Zunge und blieb doch wie sooft unausgesprochen. Was sollten diese Worte auch ausrichten, welches Ziel könnten sie erreichen, welchem Sinn wären sie verpflichtet? Und war es nicht nur eine Floskel, die in keinster Weise wirklich ausdrücken konnte, in welchem Umfang Skadis Wesen auf das seine ausgerichtet war? Den Worten fehlte es an Bedeutungskraft, um auszudrücken, wie sehr die Liebesdienerin ihrem Nachtkönig verwoben war. Ihr Schicksal war sein Schicksal, ihr Heil abhängig von seinem Heil, würde er untergehen, wäre sie an seiner Seite. Die ungestüme Wilde, die sich niemals jemandem verpflichtet fühlen wollte, die in menschlichen Verbindungen, Freundschaften oder Familien eine unsinnige Konvention sah, die nur darauf aus war, dass man verlassen wurde, die in der Einsamkeit und dem Alleinsein die einzig wahre Lebensform zu zelebrieren pflegte, unabhängig, rastlos und in all ihren Entscheidungen frei, lag nun neben der einzigen Person, für die sie Leib und Leben ohne zu zögern jederzeit opfern würde, ohne die sie keinen Grund hatte zu atmen oder zu essen. Für ihn erduldete sie Stillstand, für ihn überstand sie all die widerlichen Freier, für ihn nahm sie Mord und Tod in Kauf. Und all das mit Freuden, solange eine Nacht wie diese als Lohn winkte.
Doch irgendwann mussten Worte wieder gefunden werden. Es half ja doch nichts. Schweigen ließ die Zeit nicht anhalten und so war es sinnvoller, nicht nur nach körperlicher Befriedigung zu streben, sondern auch nach geistiger. Krieg stand im Raum und das hieß wohl auch, dass es möglicherweise neue Aufträge für die Attentäterin geben könnte. “Sag mir, was deine Seele bedrückt. Lass mich teilhaben an deinen Plänen und sag mir, wie ich dir helfen kann.“ denn er war nicht allein, auch wenn es nach außen den Anschein haben mochte. Er war nicht allein mit der Last der Kriegstreiberei, die nicht in seiner Entscheidung lag, sondern auf den Gelüsten anderer gewachsen war. Er war der ausführende Arm, der sich mit den Schrecken und Wirrnissen auseinandersetzen musste, den die Narben von Schlachten und Ränken nicht nur auf seinem Körper, sondern auch auf seinem Gemüt zeichneten. Sie war da, Skadi, sie konnte ihm helfen das Joch zu tragen und ihm Mut und Zuversicht zusprechen.
