22-08-2024, 21:44 - Wörter:
Godwyn reagierte auf Grace's Worte mit einer Mischung aus Überraschung und Respekt. Ihr Mut und ihre Entschlossenheit hatten ihn beeindruckt und erinnerte ihn an jemanden aus seiner eigenen Vergangenheit – jemanden, der ihm einst viel bedeutete und ähnliche Ideale verkörperte.
Der Ausdruck auf seinem Gesicht blieb ruhig, doch in seinen Augen lag ein Hauch von Melancholie. Sie hatte eine Seite in ihm berührt, die er lange verborgen gehalten hatte. „Ihr seid stark und entschlossen, Grace. Es ist eine seltene und bewundernswerte Eigenschaft. Ich hoffe, Ihr werdet dennoch nicht zu hart zu Euch selbst sein. Es ist mutig, eigene Wege zu gehen, doch vergesst nicht, dass manchmal das Akzeptieren von Hilfe oder Schutz keine Schwäche ist, sondern Weisheit.“
Seine Stimme wurde leiser, fast als spräche er mehr zu sich selbst. Schließlich antwortete er auf ihre Frage: „Das war in einem anderen Leben, Euer Gnaden“, murmelte er und senkte den Blick auf den fast leeren Becher in seiner Hand. „Nicht jede Erinnerung ist so süß wie der Apfelwein.“
Mit diesen Worten ließ er ihre Hand langsam los, aber nicht ohne einen letzten, sanften Druck, der mehr sagte als tausend Worte. Es war eine Geste, die sowohl Zustimmung als auch ein Versprechen ausdrückte – ein Versprechen, dass er an ihrer Seite stand, egal was kommen würde.
Als Alden mit den dampfenden Schüsseln zurückkehrte, spürte er einen Moment der Unsicherheit, als er die Atmosphäre zwischen Grace und Godwyn wahrnahm. Er erinnerte sich gut an Godwyns klare Meinung zu seiner Verbindung mit der Fürstin und hoffte, dass der Ritter sich zurückgehalten hatte. Denn er wollte nicht, dass ihr der Abend verdorben wurde, bevor er überhaupt richtig begonnen hatte.
Doch Graces Lachen und ihre freundliche Aufforderung, sich zu setzen, beruhigten ihn sofort. Als sie scherzhaft sagte, sie hätten über ihn hergezogen, musste Alden unwillkürlich lächeln, besonders als sie ihn spielerisch mit der Schulter anstieß. Er wusste, dass Grace ihn nicht wirklich verspottet hatte, aber die Vorstellung, dass sie und Godwyn über ihn gesprochen hatten, ließ sein Herz ein wenig schneller schlagen – auf eine angenehme Weise, denn die Spannung schien verflogen zu sein. Es schien, als hätte Grace es geschafft, Godwyn auf ihre Seite zu ziehen, denn ein Lächeln erschien auf dem Gesicht seines Freundes, der nun viel entspannter wirkte.
Grace nahm die Schüssel an, probierte einen Löffel und lobte den Eintopf überschwänglich. Es war erstaunlich, wie ein einfaches Gericht eine Fürstin begeistern konnte, die doch an erlesene Speisen gewöhnt war. „Das wird Margy, die Wirtin, sehr freuen, wenn du ihren Eintopf lobst, Grace“, sagte Alden breit grinsend. „Und wenn sie wüsste, dass die Cousine des Königs in ihrer Taverne sitzt und ihren Eintopf kostet, würde sie vor Schreck in Ohnmacht fallen. Wobei Margy ist eigentlich recht hart im Nehmen.“ Er lachte leise und widmete sich dann wieder seinem Eintopf.
Alden hätte sich fast verschluckt, als er hörte, wie Grace Godwyn ermahnte, mehr zu essen. Er wusste, wie wenig sein Freund es leiden konnte, wenn man ihm riet, seinen Alkoholkonsum zu zügeln oder seinen Lebensstil zu ändern. Godwyn war in solchen Dingen stur, auch wenn er wusste, dass sein Verhalten manchmal selbstzerstörerisch war. Doch dann hörte er Godwyn zustimmen: „Das wäre sicherlich vernünftig, da habt Ihr recht, Grace.“
Aldens Augen weiteten sich überrascht, und er warf Grace einen fragenden Blick zu. „Was ist denn mit ihm passiert?“ Godwyn grinste nur und wechselte das Thema. „Ja, ich kenne Hazelbrook gut. Früher waren wir oft dort jagen und fischen. Es ist wirklich ein wunderschönes Fleckchen Erde.“
Als Alden von seiner Idee erzählte, die Rittergüter Fairfield und Hazelbrook zu besuchen, und Grace begeistert zustimmte, freute er sich sichtlich. „Natürlich kann ich Zeit freischaufeln. Ich wollte sowieso demnächst dorthin reiten, weil meine Mutter mir geschrieben hat. Mein Vater ist etwas unpässlich, was auch immer das heißen mag. Sie hat sich so vage ausgedrückt, um mich wahrscheinlich nicht zu beunruhigen. Aber es wird Zeit, dass ich mal wieder nach dem Rechten sehe. Ich denke, es wäre am besten, wenn du einen Ritter der Königsgarde als Begleitschutz mitnimmst. Nimm Godwyn mit, wenn der König es erlaubt. Das macht das Ganze noch offizieller. Ich werde schon vorher dorthin reiten und dich dann dort empfangen, damit man uns nicht zusammen am Hof sieht. Es wird mir eine Ehre sein, dir die Gegend zu zeigen.“
Alden war begeistert von dem Gedanken, Grace seine Heimat zu zeigen und sie zu seinen Lieblingsplätzen zu bringen. Godwyn äußerte sich nicht direkt dazu, doch seine Miene verriet, dass er alles andere als erfreut war. Dennoch hatte die Fürstin ihm klargemacht, dass sie sich der Konsequenzen bewusst war und ihren Aufenthalt in Spring’s Court genießen wollte. Vielleicht war es sogar gut, wenn ihre Treffen außerhalb der Hauptstadt und des Palastes stattfanden, und Godwyn selbst ein Auge darauf haben konnte. Er lächelte, als Grace über die Bedeutung dieses Abends sprach, und auch Alden freute sich darüber.
„Ja, diese Taverne ist bei den Rittern sehr beliebt. Es gibt noch eine andere, 'The Private Whisper', die größte Taverne in Spring’s Court. Aber diese hier ist gemütlicher und das Essen ist besser.“ Alden zwinkerte Grace zu und lehnte sich zurück, als er seine Schüssel geleert hatte. Die Taverne war inzwischen voller geworden, was zu dieser Stunde nichts Ungewöhnliches war.
Godwyn leerte seinen Becher, stand auf und nickte den beiden zu: „Die nächste Runde geht auf mich.“ Mit diesen Worten bahnte er sich einen Weg durch die Menge zum Tresen. Alden legte seinen Arm um die Schultern der Fürstin, zog sie etwas näher zu sich und genoss ihre Nähe. „Ich freue mich, dass dir der Abend bisher gefällt, Grace. Und so wie es aussieht, hast du sogar Godwyn verzaubert. Aber es könnte jetzt etwas lauter und rauer werden. Mit steigendem Alkoholpegel wird der Umgangston oft aggressiver.“
Kaum hatte er den Satz beendet, gerieten zwei Männer direkt vor ihrem Tisch in einen Streit und begannen, sich wüst zu beschimpfen. Es schien, als bekäme die Fürstin heute das volle Programm an echtem, wildem Leben zu sehen und zu hören. Alden dachte kurz daran, dass ihr Mann entsetzt wäre, könnte er sie jetzt hier sehen. Als die beiden Männer begannen, sich zu prügeln und gegen den Tisch stießen, zog Alden Grace noch näher an sich und beobachtete die Streitenden, bereit einzugreifen. Sein Becher kippte um, und der restliche Cider ergoss sich über die Tischplatte. Wie so oft griff niemand der anderen Gäste ein, sondern sie feuerten die beiden Kämpfer an und schlossen lachend Wetten ab, wer gewinnen würde.
Die resolute Wirtin setzte dem Streit schließlich ein Ende, indem sie jedem der Streithähne mit einem Nudelholz eins überzog und sie dann von einem kräftigen Burschen, vermutlich ihrem Sohn, vor die Tür setzen ließ. Sie wischte den verschütteten Cider auf und blickte zu Alden und Grace.
„Ich hoffe, die Kerle haben euch nicht zu sehr gestört. Ihr seid ein hübsches Paar. Da hast du dir ein süßes Mäuschen geangelt, Alden. Ein bisschen dünn vielleicht, aber dafür gibt es ja meinen Eintopf.“
Sie lachte herzlich und wandte sich dann wieder den anderen Gästen zu.
Der Ausdruck auf seinem Gesicht blieb ruhig, doch in seinen Augen lag ein Hauch von Melancholie. Sie hatte eine Seite in ihm berührt, die er lange verborgen gehalten hatte. „Ihr seid stark und entschlossen, Grace. Es ist eine seltene und bewundernswerte Eigenschaft. Ich hoffe, Ihr werdet dennoch nicht zu hart zu Euch selbst sein. Es ist mutig, eigene Wege zu gehen, doch vergesst nicht, dass manchmal das Akzeptieren von Hilfe oder Schutz keine Schwäche ist, sondern Weisheit.“
Seine Stimme wurde leiser, fast als spräche er mehr zu sich selbst. Schließlich antwortete er auf ihre Frage: „Das war in einem anderen Leben, Euer Gnaden“, murmelte er und senkte den Blick auf den fast leeren Becher in seiner Hand. „Nicht jede Erinnerung ist so süß wie der Apfelwein.“
Mit diesen Worten ließ er ihre Hand langsam los, aber nicht ohne einen letzten, sanften Druck, der mehr sagte als tausend Worte. Es war eine Geste, die sowohl Zustimmung als auch ein Versprechen ausdrückte – ein Versprechen, dass er an ihrer Seite stand, egal was kommen würde.
Als Alden mit den dampfenden Schüsseln zurückkehrte, spürte er einen Moment der Unsicherheit, als er die Atmosphäre zwischen Grace und Godwyn wahrnahm. Er erinnerte sich gut an Godwyns klare Meinung zu seiner Verbindung mit der Fürstin und hoffte, dass der Ritter sich zurückgehalten hatte. Denn er wollte nicht, dass ihr der Abend verdorben wurde, bevor er überhaupt richtig begonnen hatte.
Doch Graces Lachen und ihre freundliche Aufforderung, sich zu setzen, beruhigten ihn sofort. Als sie scherzhaft sagte, sie hätten über ihn hergezogen, musste Alden unwillkürlich lächeln, besonders als sie ihn spielerisch mit der Schulter anstieß. Er wusste, dass Grace ihn nicht wirklich verspottet hatte, aber die Vorstellung, dass sie und Godwyn über ihn gesprochen hatten, ließ sein Herz ein wenig schneller schlagen – auf eine angenehme Weise, denn die Spannung schien verflogen zu sein. Es schien, als hätte Grace es geschafft, Godwyn auf ihre Seite zu ziehen, denn ein Lächeln erschien auf dem Gesicht seines Freundes, der nun viel entspannter wirkte.
Grace nahm die Schüssel an, probierte einen Löffel und lobte den Eintopf überschwänglich. Es war erstaunlich, wie ein einfaches Gericht eine Fürstin begeistern konnte, die doch an erlesene Speisen gewöhnt war. „Das wird Margy, die Wirtin, sehr freuen, wenn du ihren Eintopf lobst, Grace“, sagte Alden breit grinsend. „Und wenn sie wüsste, dass die Cousine des Königs in ihrer Taverne sitzt und ihren Eintopf kostet, würde sie vor Schreck in Ohnmacht fallen. Wobei Margy ist eigentlich recht hart im Nehmen.“ Er lachte leise und widmete sich dann wieder seinem Eintopf.
Alden hätte sich fast verschluckt, als er hörte, wie Grace Godwyn ermahnte, mehr zu essen. Er wusste, wie wenig sein Freund es leiden konnte, wenn man ihm riet, seinen Alkoholkonsum zu zügeln oder seinen Lebensstil zu ändern. Godwyn war in solchen Dingen stur, auch wenn er wusste, dass sein Verhalten manchmal selbstzerstörerisch war. Doch dann hörte er Godwyn zustimmen: „Das wäre sicherlich vernünftig, da habt Ihr recht, Grace.“
Aldens Augen weiteten sich überrascht, und er warf Grace einen fragenden Blick zu. „Was ist denn mit ihm passiert?“ Godwyn grinste nur und wechselte das Thema. „Ja, ich kenne Hazelbrook gut. Früher waren wir oft dort jagen und fischen. Es ist wirklich ein wunderschönes Fleckchen Erde.“
Als Alden von seiner Idee erzählte, die Rittergüter Fairfield und Hazelbrook zu besuchen, und Grace begeistert zustimmte, freute er sich sichtlich. „Natürlich kann ich Zeit freischaufeln. Ich wollte sowieso demnächst dorthin reiten, weil meine Mutter mir geschrieben hat. Mein Vater ist etwas unpässlich, was auch immer das heißen mag. Sie hat sich so vage ausgedrückt, um mich wahrscheinlich nicht zu beunruhigen. Aber es wird Zeit, dass ich mal wieder nach dem Rechten sehe. Ich denke, es wäre am besten, wenn du einen Ritter der Königsgarde als Begleitschutz mitnimmst. Nimm Godwyn mit, wenn der König es erlaubt. Das macht das Ganze noch offizieller. Ich werde schon vorher dorthin reiten und dich dann dort empfangen, damit man uns nicht zusammen am Hof sieht. Es wird mir eine Ehre sein, dir die Gegend zu zeigen.“
Alden war begeistert von dem Gedanken, Grace seine Heimat zu zeigen und sie zu seinen Lieblingsplätzen zu bringen. Godwyn äußerte sich nicht direkt dazu, doch seine Miene verriet, dass er alles andere als erfreut war. Dennoch hatte die Fürstin ihm klargemacht, dass sie sich der Konsequenzen bewusst war und ihren Aufenthalt in Spring’s Court genießen wollte. Vielleicht war es sogar gut, wenn ihre Treffen außerhalb der Hauptstadt und des Palastes stattfanden, und Godwyn selbst ein Auge darauf haben konnte. Er lächelte, als Grace über die Bedeutung dieses Abends sprach, und auch Alden freute sich darüber.
„Ja, diese Taverne ist bei den Rittern sehr beliebt. Es gibt noch eine andere, 'The Private Whisper', die größte Taverne in Spring’s Court. Aber diese hier ist gemütlicher und das Essen ist besser.“ Alden zwinkerte Grace zu und lehnte sich zurück, als er seine Schüssel geleert hatte. Die Taverne war inzwischen voller geworden, was zu dieser Stunde nichts Ungewöhnliches war.
Godwyn leerte seinen Becher, stand auf und nickte den beiden zu: „Die nächste Runde geht auf mich.“ Mit diesen Worten bahnte er sich einen Weg durch die Menge zum Tresen. Alden legte seinen Arm um die Schultern der Fürstin, zog sie etwas näher zu sich und genoss ihre Nähe. „Ich freue mich, dass dir der Abend bisher gefällt, Grace. Und so wie es aussieht, hast du sogar Godwyn verzaubert. Aber es könnte jetzt etwas lauter und rauer werden. Mit steigendem Alkoholpegel wird der Umgangston oft aggressiver.“
Kaum hatte er den Satz beendet, gerieten zwei Männer direkt vor ihrem Tisch in einen Streit und begannen, sich wüst zu beschimpfen. Es schien, als bekäme die Fürstin heute das volle Programm an echtem, wildem Leben zu sehen und zu hören. Alden dachte kurz daran, dass ihr Mann entsetzt wäre, könnte er sie jetzt hier sehen. Als die beiden Männer begannen, sich zu prügeln und gegen den Tisch stießen, zog Alden Grace noch näher an sich und beobachtete die Streitenden, bereit einzugreifen. Sein Becher kippte um, und der restliche Cider ergoss sich über die Tischplatte. Wie so oft griff niemand der anderen Gäste ein, sondern sie feuerten die beiden Kämpfer an und schlossen lachend Wetten ab, wer gewinnen würde.
Die resolute Wirtin setzte dem Streit schließlich ein Ende, indem sie jedem der Streithähne mit einem Nudelholz eins überzog und sie dann von einem kräftigen Burschen, vermutlich ihrem Sohn, vor die Tür setzen ließ. Sie wischte den verschütteten Cider auf und blickte zu Alden und Grace.
„Ich hoffe, die Kerle haben euch nicht zu sehr gestört. Ihr seid ein hübsches Paar. Da hast du dir ein süßes Mäuschen geangelt, Alden. Ein bisschen dünn vielleicht, aber dafür gibt es ja meinen Eintopf.“
Sie lachte herzlich und wandte sich dann wieder den anderen Gästen zu.
