Dieses Forum nutzt Cookies
Dieses Forum verwendet Cookies, um deine Login-Informationen zu speichern, wenn du registriert bist, und deinen letzten Besuch, wenn du es nicht bist. Cookies sind kleine Textdokumente, die auf deinem Computer gespeichert sind; Die von diesem Forum gesetzten Cookies düfen nur auf dieser Website verwendet werden und stellen kein Sicherheitsrisiko dar. Cookies auf diesem Forum speichern auch die spezifischen Themen, die du gelesen hast und wann du zum letzten Mal gelesen hast. Bitte bestätige, ob du diese Cookies akzeptierst oder ablehnst.

Ein Cookie wird in deinem Browser unabhängig von der Wahl gespeichert, um zu verhindern, dass dir diese Frage erneut gestellt wird. Du kannst deine Cookie-Einstellungen jederzeit über den Link in der Fußzeile ändern.


my bare hands paved their paths
13.08.1016 - 23:00
Bordell
Safiyya bint Aldir Hafiz Al-Jazari

"versteck dich in 'nem Bordell" haben die gesagt
Unregistered
Safiyya bint Aldir
Alter
Beruf
Wohnort
Stand
User
#13
[Bild: abcf9b2142a4944c9fd4fe023d569f37796f1458.gif]

Natürlich sonnte Safiyya sich in Hafiz Worten. Welche Frau würde das nicht? Und selbst die Skrupelloseste unter ihnen konnte einem Schmunzeln nicht widerstehen, wenn ihr Honig serviert wurde. „Na na na, Ahmar.“, tadelte sie ihn, weil er direkt die Blicke auf sich zog, als er mit der Faust auf den Tisch schlug. Aber sie wusste seine gute Intention zu schätzen und lehnte sich daher lächelnd näher an ihn. „Deshalb bist du absolut unverzichtbar“, ließ sie ihn wissen und schüttelte langsam den Kopf, während ihre beinah schwarzen Augen seine braunen musterten. „Wer würde all unsere Feinde zu diesem Gott schicken, dem du so sehr vertraust, wenn du nicht wärst?“

Sie beschloss dann, den heutigen Tag nicht damit zu verbringen, Hafiz die Gemeinsprache zu lehren, weil dieser scheinbar nur einen Bruchteil ihrer Vokabeln verstand, weshalb sie nur erschöpft seufzte. „Ein König, der mit dem Straßengesindel säuft? Das glaubst du doch selbst nicht.“ Tatsächlich konnte sie diesen Aussagen einfach keinen Glauben schenken. Könige waren so fern, so abgehoben. Ridvan saß in seinem verschanzten Palast und wagte kaum einen Blick nach draußen. Sie konnte sich nicht vorstellen, dass es überhaupt irgendein Adel gab, dass sich freiwillig mit ihnen abgeben würde. Wobei, doch – da waren die in oder anderen Männer von Einfluss, die ihr Etablissement manchmal besuchten. Dabei waren sie dunkle Kutten gehüllt, trugen Kapuzen tief ins Gesicht gezogen und nahmen diese erst ab, wenn sie sich in einem verschlossenen Zimmer mit Vorhängen befanden. Lächerlich. Kaum einer von ihnen zahlte mehr, als er musste. Kaum einer von ihnen behandelte ihre Mädchen freundlich. Safiyya schüttelte den Kopf. „Nenn mich nicht so.“, entgegnete sie scharf. Sie war nicht niedlich. Einst war sie das gewesen – für Enon. Aber die Safiyya von damals hatte sie lange hinter sich gelassen.

Sie wollte sich jetzt endlich den angenehmeren Dingen zuwenden. Zum Beispiel einem Hafiz, der besser riechen würde als gerade eben. Seine Art war derart erfrischend, dass sie sich manchmal fühlte, als würde sie sich darin sonnen. Ihr Lächeln wurde tatsächlich zu einem Grinsen und sie betrachtete ihn. „Wenn du das schaffst, verspreche ich dir, dann kannst du alles von mir haben“, gab sie ihm verführerisch zu verstehen und führte ihn in den Baderaum weiter. „Das bist du doch jetzt schon, auch ohne Hochzeit.“ Und was für einen perfekten Mann sie sich dafür ausgesucht hatte, wenn sie ihn so betrachtete. „Ich mag dich tatsächlich stehend aber lieber als auf Knien“, musste sie loswerden. „Zu flehen passt nicht zu dir.“

Sie bereitete das Wasser und die Öle vor, während Hafiz klang wie ein kleiner Junge, der sich nicht waschen wollte. „Manchmal ein Kaktus und manchmal ein Raubtier“, sinnierte sie, den Kessel umrührend, vor sich hin. „Pass auf, dass ich nicht beiße.“ Schließlich begann sie damit, sich um seinen dreckigen Rücken zu kümmern und fragte sich, wann sie derart viel verkrusteten Dreck von jemandem hatte schrubben müssen. Vielleicht nie – das hier war ein richtiges Sportprogramm. „Wenn du das sagst… Dein geliebter Heofader könnte dir trotzdem manchmal raten, dich zu waschen. Ich habe sicher irgendwo eine einfache Leinenhose für heute Nacht, dann lasse ich deine Rüstung waschen und bis morgen früh trocknen?“, schlug sie vor. Das alte Blut, das daran klebte, war sicher nicht gesund für seine offenen Wunden. Um das, was er sagte, zu überprüfen, fuhr sie langsam mit einem Finger die Wunde entlang – vielleicht etwas unsanfter als angebracht. Und tatsächlich zuckte Hafiz kein bisschen. Der Mann war nicht von dieser Welt. Das Leben hatte ihn derart gebrochen, dass er kaum in der Lage war, derartige Schmerzen zu spüren. Welcher Gott ließ es zu, einen solchen Menschen zu erschaffen? Doch Safiyya schluckte ihren Spott herunter, weil sie die Heofader-Diskussion nicht erneut entfachen wollte. „Oder durch meine?“, fügte sie noch glucksend hinzu und widmete sich dann wieder dem schrubben.
Sie brauchte viel mehr Seife als bei irgendwelchen anderen Menschen und das Wasser um Hafiz färbte sich trüber und trüber. Automatisch und ausschließlich, um etwas mehr Druck aufbringen zu können, rutschte sie näher an den breiten Rücken, hinter dem sie sich gänzlich verstecken konnte, wenn sie wollte. Über seine Frage dachte sie ein wenig nach. „Wahrscheinlich“, war ihre wohl wenig zufriedenstellende Antwort darauf. „Die Wachen waren vor einigen Tagen hier gewesen und… haben alles ziemlich auseinander genommen. Einige Männer haben sie mitgenommen.“ Es war ihnen egal gewesen, ob diese gerade mit… ‚Dingen‘ beschäftigt waren. Sie hatten nicht abgewartet und keinerlei Scheu gehabt, Türen aufzureißen, Kissen herumzuwerfen und Schranktüren auszureißen. Sie hatten Stunden gebraucht, das Chaos zu beseitigen und der Abend hatte ein großes finanzielles Risiko gebracht.

Ein lauter Schlag, der aus Richtung der Eingangstür kam, ließ Safiyya zusammenzucken. Jemand hatte eindeutig die Eingangstür unsanft aufgerissen und plötzlich war Gebrüll zu hören, das sie nicht direkt zuordnen konnte. Kurz schnappte sie nach Luft und richtete sich rasch auf. „Wenn das Wachen sind, die wieder nach Männern suchen, wirst du dich verstecken und keinen Mucks von dir geben, verstanden?“, fuhr sie Hafiz auf der Stelle an. Sie wusste, wie impulsiv er war und wie sehr er Gerechtigkeit anstrebte, aber seine Sicherheit war wichtiger als alles andere. Er musste die nächsten Tage in der Stadt überstehen, ohne eingezogen zu werden. Nicht nur, weil sie ihn in ihrer Gruppe brauchten, sondern auch, weil sie ihn brauchte.

Neues Inplayzitat
Inplayzitat hinzufügen
Zitat
Folgendes Zitat wird als denkwürdiger Inplay-Moment eingetragen.
 


Nachrichten in diesem Thema
my bare hands paved their paths - von Safiyya bint Aldir - 02-07-2024, 19:31
RE: my bare hands paved their paths - von Hafiz Al-Jazari - 02-07-2024, 21:03
RE: my bare hands paved their paths - von Safiyya bint Aldir - 02-07-2024, 22:02
RE: my bare hands paved their paths - von Hafiz Al-Jazari - 03-07-2024, 09:22
RE: my bare hands paved their paths - von Safiyya bint Aldir - 03-07-2024, 11:49
RE: my bare hands paved their paths - von Hafiz Al-Jazari - 04-07-2024, 17:00
RE: my bare hands paved their paths - von Safiyya bint Aldir - 07-07-2024, 19:25
RE: my bare hands paved their paths - von Hafiz Al-Jazari - 10-07-2024, 11:16
RE: my bare hands paved their paths - von Safiyya bint Aldir - 17-08-2024, 22:04
RE: my bare hands paved their paths - von Hafiz Al-Jazari - 18-08-2024, 18:23
RE: my bare hands paved their paths - von Safiyya bint Aldir - 21-08-2024, 23:10
RE: my bare hands paved their paths - von Hafiz Al-Jazari - 22-08-2024, 21:12
RE: my bare hands paved their paths - von Safiyya bint Aldir - 25-08-2024, 23:43
RE: my bare hands paved their paths - von Hafiz Al-Jazari - 07-09-2024, 16:10
RE: my bare hands paved their paths - von Safiyya bint Aldir - 16-09-2024, 23:26

Gehe zu:


Benutzer, die gerade dieses Thema anschauen: