07-09-2024, 16:10 - Wörter:
Hafiz wurde zu einem brandgefährlichen, tödlichen Hund, wenn es um Safiyya ging. Warum das so war, wusste er nicht, er dachte darüber auch gar nicht nach. Er hatte sie kennengelernt und hatte sofort gewusst, dass sie ab jetzt sein Herz in ihren lieblichen Händen trug. Er nahm keinerlei Befehle an, nur Heofaders und ihre, und er würde allen Menschen die Kehle rausreißen, wie ein blutrünstiger, abgerichteter Hund, der er nun mal in ihrer Gegenwart war. So hatte die schwarzhaarige Schönheit auch die Macht, ihn ruhig zu stellen, obwohl das Blut immer noch gefährlich in ihm kochte. “Ich werde sie alle zu ihm schicken, Banafsajiy, das verspreche ich dir. Er wird über sie richten und sie allesamt direkt in die Hölle befördern.” Er beugte sich über die Theke, was ihm nicht viel an Bewegung kostete, weil er quasi ein Riese war, und küsste sie dreckig schmatzend auf ihre duftende, weiche Wange. Sie war wirklich ein Geschenk des Gottes, den er so verehrte. Auf ihrem ganzen Körper wollte er Küsse verteilen, doch sein Mund war für ihre Seele zu schmutzig, das wusste er. Während sie im Himmel weilte, weilte er auf dem dreckigen Boden, doch das hinderte ihn nicht daran, alle zu verdammen, die sie auch nur falsch anblickten.
Auf dem Weg zum vermaledeiten Bad sprach Safiyya ziemlich scharf mit ihm, und unwillkürlich zog Hafiz verletzt seinen Kopf ein. “Ich widerspreche dir selten, aber ich kann nicht anders. Dir gehört mein Herz, Rouhi, und ich kann rein gar nichts daran ändern. Und wehre dich nicht gegen den Gedanken, dass es außerhalb unseres schmutzigen Wüstenreichs auch einen König gibt, der mit unsereins isst und trinkt. Wir haben es nur besonders schlecht erwischt.” Hafiz war kein Dummkopf (nun gut, meistens schon, aber in dieser Hinsicht nicht, so glaubte er zumindest), er glaubte den Erzählungen aus dem Winterland. Vor allem glaubte er Tyra, denn er vertraute ihr, und das tat er nur selten. Er wusste mit Sicherheit, dass sie ihn diesbezüglich nicht anlügen würde. Der Winterkönig soff mit dem elendigen Straßenvolk und sein eigener König ließ Kinder verhungern und verdursten. Es war eine verdammte Schande, und hätte Safiyya ihn nicht gerade zurechtgewiesen, hätte er erneut den Boden mit seiner Spucke vollgesudelt. “Mein Herz, ich flehe niemals, nur bei dir. Du hast mich seit Beginn an gefangen und ich werde mich nicht dagegen wehren. Alles andere ist schmutzig und bedeutungslos, doch du strahlst heller als die seltenen Sterne von Matariyya. Dafür werde ich mich nie schämen. Sieh dich doch nur an.” Hafiz konnte nur ungläubig den Kopf schütteln, bevor sie auch schon den Baderaum betraten.
Es roch viel zu gut und er war diesen Geruch nicht mehr gewohnt. Mehr noch, Hafiz glaubte nicht mehr daran, dass er so etwas wie warmes, sauberes und duftendes Wasser überhaupt verdient hatte. Doch diese brennenden Gefühle waren tief in seinem Innersten versteckt und niemand würde sie je erfahren. Diese Schuldgefühle waren ein langer Begleiter seinerseits, wie ein alter Freund, der immer wieder über seine Schulter sah. Seit er seinen Bruder verloren hatte… nun, ein Teil seiner Seele war grundlegend gestorben. Wie fauliges Fleisch einfach abgefallen. “Jedermann sollte sich vor dir in Acht nehmen, Banafsajiy, und hör jetzt auf, dauernd von meinem Dreck zu sprechen.” Hafiz klang fast beleidigt, was seine Stimme noch tiefer und brachialer machte. “Heofader hat für so etwas Banales keine Zeit und eine Leinenhose wäre perfekt.” Ein gemurmeltes, böses “danke” kam noch hinterher, doch Hafiz sah nur starr geradeaus. Berührungen, vor allem solche zärtlichen wie die von Safiyya, behagten ihm immer noch nicht, er war die brachiale Brutalität gewohnt, nicht mehr und nicht weniger. Doch sie war so liebevoll mit ihm und wusch den ganzen Dreck ab… Hafiz knurrte unbewusst. “Du hättest mich rufen sollen, Rouhi.” Er klang dabei nicht vorwurfsvoll, eher besorgt. “Haben sie dir wehgetan?”
Hafiz wolte noch etwas sagen, als es plötzlich einen lauten Schlag aus der Richtung der Eingangstür gab, der ihn sofort in Kampflaune brachte. “Ich werde mich niemals vor ihnen verstecken”, gab er scharf zurück und stand auf, in ganzer Mannespracht und schnaufend, weil die altbekannte Wut Besitz von ihm nahm. “Rouhi, du solltest an meiner Stelle hierbleiben. Und wenn nicht, dann geh nach draußen. Aber ich schwöre dir… ich werd´ sie alle umbringen, wenn sie dir wehtun.” Er ging Richtung Türe, legte sein Ohr an die Holzverkleidung und schloss seine Augen. Laute Rufe waren zu vernehmen, dann ein ängstlicher Schrei, und das war alles, was er brauchte. “Ich muss nach draußen, Rouhi, ich muss einfach.”
Auf dem Weg zum vermaledeiten Bad sprach Safiyya ziemlich scharf mit ihm, und unwillkürlich zog Hafiz verletzt seinen Kopf ein. “Ich widerspreche dir selten, aber ich kann nicht anders. Dir gehört mein Herz, Rouhi, und ich kann rein gar nichts daran ändern. Und wehre dich nicht gegen den Gedanken, dass es außerhalb unseres schmutzigen Wüstenreichs auch einen König gibt, der mit unsereins isst und trinkt. Wir haben es nur besonders schlecht erwischt.” Hafiz war kein Dummkopf (nun gut, meistens schon, aber in dieser Hinsicht nicht, so glaubte er zumindest), er glaubte den Erzählungen aus dem Winterland. Vor allem glaubte er Tyra, denn er vertraute ihr, und das tat er nur selten. Er wusste mit Sicherheit, dass sie ihn diesbezüglich nicht anlügen würde. Der Winterkönig soff mit dem elendigen Straßenvolk und sein eigener König ließ Kinder verhungern und verdursten. Es war eine verdammte Schande, und hätte Safiyya ihn nicht gerade zurechtgewiesen, hätte er erneut den Boden mit seiner Spucke vollgesudelt. “Mein Herz, ich flehe niemals, nur bei dir. Du hast mich seit Beginn an gefangen und ich werde mich nicht dagegen wehren. Alles andere ist schmutzig und bedeutungslos, doch du strahlst heller als die seltenen Sterne von Matariyya. Dafür werde ich mich nie schämen. Sieh dich doch nur an.” Hafiz konnte nur ungläubig den Kopf schütteln, bevor sie auch schon den Baderaum betraten.
Es roch viel zu gut und er war diesen Geruch nicht mehr gewohnt. Mehr noch, Hafiz glaubte nicht mehr daran, dass er so etwas wie warmes, sauberes und duftendes Wasser überhaupt verdient hatte. Doch diese brennenden Gefühle waren tief in seinem Innersten versteckt und niemand würde sie je erfahren. Diese Schuldgefühle waren ein langer Begleiter seinerseits, wie ein alter Freund, der immer wieder über seine Schulter sah. Seit er seinen Bruder verloren hatte… nun, ein Teil seiner Seele war grundlegend gestorben. Wie fauliges Fleisch einfach abgefallen. “Jedermann sollte sich vor dir in Acht nehmen, Banafsajiy, und hör jetzt auf, dauernd von meinem Dreck zu sprechen.” Hafiz klang fast beleidigt, was seine Stimme noch tiefer und brachialer machte. “Heofader hat für so etwas Banales keine Zeit und eine Leinenhose wäre perfekt.” Ein gemurmeltes, böses “danke” kam noch hinterher, doch Hafiz sah nur starr geradeaus. Berührungen, vor allem solche zärtlichen wie die von Safiyya, behagten ihm immer noch nicht, er war die brachiale Brutalität gewohnt, nicht mehr und nicht weniger. Doch sie war so liebevoll mit ihm und wusch den ganzen Dreck ab… Hafiz knurrte unbewusst. “Du hättest mich rufen sollen, Rouhi.” Er klang dabei nicht vorwurfsvoll, eher besorgt. “Haben sie dir wehgetan?”
Hafiz wolte noch etwas sagen, als es plötzlich einen lauten Schlag aus der Richtung der Eingangstür gab, der ihn sofort in Kampflaune brachte. “Ich werde mich niemals vor ihnen verstecken”, gab er scharf zurück und stand auf, in ganzer Mannespracht und schnaufend, weil die altbekannte Wut Besitz von ihm nahm. “Rouhi, du solltest an meiner Stelle hierbleiben. Und wenn nicht, dann geh nach draußen. Aber ich schwöre dir… ich werd´ sie alle umbringen, wenn sie dir wehtun.” Er ging Richtung Türe, legte sein Ohr an die Holzverkleidung und schloss seine Augen. Laute Rufe waren zu vernehmen, dann ein ängstlicher Schrei, und das war alles, was er brauchte. “Ich muss nach draußen, Rouhi, ich muss einfach.”
