03-10-2024, 22:58 - Wörter:
Skadi musste wirklich kichern, was nicht oft vorkam, dass sie eine ehrliche, ernstgemeinte Gefühlsregung zuließ und sich nicht hinter einer wohl geschliffenen Fassade versteckte. Ach, Aurelia war schon ein herrliches Gegenüber, frech und temperamentvoll, nicht verschreckt ihre Meinung einfach offen kundzutun und mit ihren recht offenherzigen Erlebnissen unverblümt anzugeben. Das war herzhaft erfrischend! Und außerdem war sie noch dazu verdammt hübsch anzusehen, das konnte selbst die Liebesdienerin ohne Bedenken zugeben. Tiefenentspannt nippte Skadi an ihrem Joghurtgetränk und ließ sich die Sonne auf die Nase scheinen. Noch wollte sie die Wärme in sich aufsaugen, bevor sie auf Belisarius Befehl in den Norden musste. Die Kälte und Düsternis dort vermisste sie sicherlich nicht, wenn man einmal im Glanz der Hauptstadt gelebt hat. Sie bevorzugte doch die leichten, dünnen, fließenden Stoffe und wollte ihren Körper eigentlich nicht wieder hinter schwerem Tuch und dicken Fellen verstecken. Aber nunja, es war ein Abenteuer und ein wenig Abwechslung würde ihr sicherlich guttun. Nein, mehr noch, es juckte sie schon in den Zehenspitzen, endlich ein Szenenwechsel, endlich was Neues, endlich wieder Nervenkitzel. Die lockeren Gespräche mit Aurelia würden ihr dennoch fehlen.
“Hast du mich schon mal angeschaut, meine Liebe?“ verwies Skadi mit ausladender Geste auf ihre gebräunte Haut. “Das hier kommt nicht nur von der castandorischen Sonne allein. Natürlich war ich schon mal im Sommerland, ich hab dort Familie!“ und das war nicht einmal ganz gelogen. Aber wahr war es natürlich auch nicht völlig. Das musste Aurelia aber nicht wissen. “Aber ich sag dir, du hast nichts verpasst. Nur Sand und Sonne und stinkige Elephanten.“ winkte sie beiläufig ab. Das war auch eine Kunst, wissend zu wirken, ohne wirklich was zu sagen. Man musste nur das richtige Maß an Details verwenden und gleichzeitig möglichst vage sein. So konnte man nicht in einem Netz aus Widersprüchen gefangen werden. “Sollen wir ein wenig in den Schatten?“ blinzelte sie zu ihrer Freundin hin, die doch ein wenig zu schwitzen begann. “Zur Mittagshitze brauchen wir jetzt nicht aus lauter Trotz hier herumsitzen. Wir können auch rüber in den Park, dort ist es sicherlich ein wenig kühler.“ In King’s Portal gab es quasi mehr oder weniger um jede Ecke in Gehweite eine herrliche Grünfläche mit ruhigen Wegen, gemütlichen Bänken, schattenspendenden Bäumen, duftigen Blumen und leise plätschernden Wasserläufen. Und die meisten davon waren sogar für die allgemeine Bevölkerung zur Erholung geöffnet. Auch das würde sie in den Nordlanden nirgendwo finden.
Ein großer Schluck, dann war das Getränk auch schon leer. Hm, jetzt hätte sie fast noch Durst nach Wasser oder stark verwässerten Sommerwein. “Na auf mich hörst du genauso viel wie auf deine Mutter. Die redet sich an dir sicherlich den Mund wund.“ neckte Skadi weiter und überlegte gleichzeitig, ob nicht doch noch wo eine Taverne offen hätte. “Gegen Spaß ist ja nichts einzuwenden, solang man sich der Konsequenzen bewusst ist.“ zuckte sie die Schulter und spielte mit dem Becher in ihrer Hand. Als Aurelia an sie heran rutschte, wurde sie aus ihren Gedanken geholt, die ohnehin gerade nur im Narrenkasten herumtanzten. Mit keckem Schalk in den Augen lauschte sie Aurelias Ausführungen des Bettpartners. Natürlich kannte sie den Händlersohn. Ein schmuckes Kerlchen, dennoch wollte sie Aurelia ein wenig ärgern. “Hmmm… Ich kenn nur seinen Vater, aber wenn er nur ein wenig von ihm geerbt hat….“ raunte Skadi und wackelte eindeutig zweideutig mit den Augenbrauen. “Wer verkehrt denn nicht im Hafenviertel? Jeder will doch mal ein wenig ausgelassenes Rambazamba!“ kommentierte sie Aurelia immer wieder zwischendurch. “Schon 35? Also sein Vater wirkt nicht älter als 50, der hat sich wirklich gut gehalten, kann ich dir nur sagen.“ tat sie ein wenig verträumt. Wobei, das war nicht einmal gelogen diesmal. Leontes Demopoulos hatte sie wirklich einige Male besucht und gar ordentlich dafür bezahlt. Und es waren nicht einmal ganz so unbefriedigende Nächte wie mit manch andrem übereifrigen und unterfähigen Freier. “Also so heiß wie es manchmal ist, ist er sicherlich nicht der einzige, der sich über die Hitze beschwert. Da muss er nicht gleich in den Winterlanden gewesen sein.“ Dennoch lauschte Skadi ganz aufmerksam und überlegte ganz kurz, ob sie sich den jungen Mann einmal genauer ansehen sollte. Wenn sie selbst in die Winterlande musste, wäre es vielleicht gut einmal nachzufragen. Vielleicht hatte er ja ein paar aktuellere Informationen über die Zustände in Norsteading. “AURELIA!“ zog Skadi scharf den Atem ein und tat ganz furchtbar entsetzt. “Also du wirst dich doch nicht mit einem verheirateten Mann einlassen. Oder, gut, verheiratet darf er sein, aber mit … Kind? Das ist nochmal eine ganz andere Sache!“ und dann schüttelte sie mit einem tststststs auf den Lippen den Kopf. “Aber ich darf dir versichern. Er ist nicht verheiratet. Das Kind gehört zu seiner Schwester, die ist erst vor kurzem wieder Mutter geworden.“ zwinkerte sie Aurelia zu. Ist doch gut, wenn man sich mal mit dem Vater unterhält.
“Schon, aber nur weil sie vorn dicke Hosen haben, heißt dass nicht, dass ihre Taschen prall genug gefüllt sind.“ seufzte Skadi auf. Allmählich nervte sie die Sonne. Sie wollte sich keine rote Nase holen, die sich dann wieder unhübsch abschälte. “Und ich hab schon genug zu tun etwas anderes von ihnen zu bestärkten, da hab ich keine Zeit mich noch dazu um ihr Ego zu kümmern.“ während Aurelia ihre Haare löste, lüpfte Skadi den hinteren Überschlag ihres Peplos, legte ihn sich über den Kopf und zupfte ihn so weit vor, dass er ihre Nase mit sachtem Schatten beschützte. Irgendwie war sie immer noch unschlüssig, ob sie Aurelia davon erzählen sollte, dass sie nach der königlichen Hochzeit nicht mehr in Castandor sein würde für einige Zeit. Die neugierige Nase würde vermutlich alle Details wissen wollen, die sie natürlich nicht verraten durfte. Würde sie der Wirtstochter denn überhaupt abgehen, wenn sie sich nicht mehr sehen sollten? Ein leichter Hauch von Schwermut huschte über Skadis Gesicht, war aber so schnell wieder verschwunden, wie er gekommen war.
“Hast du mich schon mal angeschaut, meine Liebe?“ verwies Skadi mit ausladender Geste auf ihre gebräunte Haut. “Das hier kommt nicht nur von der castandorischen Sonne allein. Natürlich war ich schon mal im Sommerland, ich hab dort Familie!“ und das war nicht einmal ganz gelogen. Aber wahr war es natürlich auch nicht völlig. Das musste Aurelia aber nicht wissen. “Aber ich sag dir, du hast nichts verpasst. Nur Sand und Sonne und stinkige Elephanten.“ winkte sie beiläufig ab. Das war auch eine Kunst, wissend zu wirken, ohne wirklich was zu sagen. Man musste nur das richtige Maß an Details verwenden und gleichzeitig möglichst vage sein. So konnte man nicht in einem Netz aus Widersprüchen gefangen werden. “Sollen wir ein wenig in den Schatten?“ blinzelte sie zu ihrer Freundin hin, die doch ein wenig zu schwitzen begann. “Zur Mittagshitze brauchen wir jetzt nicht aus lauter Trotz hier herumsitzen. Wir können auch rüber in den Park, dort ist es sicherlich ein wenig kühler.“ In King’s Portal gab es quasi mehr oder weniger um jede Ecke in Gehweite eine herrliche Grünfläche mit ruhigen Wegen, gemütlichen Bänken, schattenspendenden Bäumen, duftigen Blumen und leise plätschernden Wasserläufen. Und die meisten davon waren sogar für die allgemeine Bevölkerung zur Erholung geöffnet. Auch das würde sie in den Nordlanden nirgendwo finden.
Ein großer Schluck, dann war das Getränk auch schon leer. Hm, jetzt hätte sie fast noch Durst nach Wasser oder stark verwässerten Sommerwein. “Na auf mich hörst du genauso viel wie auf deine Mutter. Die redet sich an dir sicherlich den Mund wund.“ neckte Skadi weiter und überlegte gleichzeitig, ob nicht doch noch wo eine Taverne offen hätte. “Gegen Spaß ist ja nichts einzuwenden, solang man sich der Konsequenzen bewusst ist.“ zuckte sie die Schulter und spielte mit dem Becher in ihrer Hand. Als Aurelia an sie heran rutschte, wurde sie aus ihren Gedanken geholt, die ohnehin gerade nur im Narrenkasten herumtanzten. Mit keckem Schalk in den Augen lauschte sie Aurelias Ausführungen des Bettpartners. Natürlich kannte sie den Händlersohn. Ein schmuckes Kerlchen, dennoch wollte sie Aurelia ein wenig ärgern. “Hmmm… Ich kenn nur seinen Vater, aber wenn er nur ein wenig von ihm geerbt hat….“ raunte Skadi und wackelte eindeutig zweideutig mit den Augenbrauen. “Wer verkehrt denn nicht im Hafenviertel? Jeder will doch mal ein wenig ausgelassenes Rambazamba!“ kommentierte sie Aurelia immer wieder zwischendurch. “Schon 35? Also sein Vater wirkt nicht älter als 50, der hat sich wirklich gut gehalten, kann ich dir nur sagen.“ tat sie ein wenig verträumt. Wobei, das war nicht einmal gelogen diesmal. Leontes Demopoulos hatte sie wirklich einige Male besucht und gar ordentlich dafür bezahlt. Und es waren nicht einmal ganz so unbefriedigende Nächte wie mit manch andrem übereifrigen und unterfähigen Freier. “Also so heiß wie es manchmal ist, ist er sicherlich nicht der einzige, der sich über die Hitze beschwert. Da muss er nicht gleich in den Winterlanden gewesen sein.“ Dennoch lauschte Skadi ganz aufmerksam und überlegte ganz kurz, ob sie sich den jungen Mann einmal genauer ansehen sollte. Wenn sie selbst in die Winterlande musste, wäre es vielleicht gut einmal nachzufragen. Vielleicht hatte er ja ein paar aktuellere Informationen über die Zustände in Norsteading. “AURELIA!“ zog Skadi scharf den Atem ein und tat ganz furchtbar entsetzt. “Also du wirst dich doch nicht mit einem verheirateten Mann einlassen. Oder, gut, verheiratet darf er sein, aber mit … Kind? Das ist nochmal eine ganz andere Sache!“ und dann schüttelte sie mit einem tststststs auf den Lippen den Kopf. “Aber ich darf dir versichern. Er ist nicht verheiratet. Das Kind gehört zu seiner Schwester, die ist erst vor kurzem wieder Mutter geworden.“ zwinkerte sie Aurelia zu. Ist doch gut, wenn man sich mal mit dem Vater unterhält.
“Schon, aber nur weil sie vorn dicke Hosen haben, heißt dass nicht, dass ihre Taschen prall genug gefüllt sind.“ seufzte Skadi auf. Allmählich nervte sie die Sonne. Sie wollte sich keine rote Nase holen, die sich dann wieder unhübsch abschälte. “Und ich hab schon genug zu tun etwas anderes von ihnen zu bestärkten, da hab ich keine Zeit mich noch dazu um ihr Ego zu kümmern.“ während Aurelia ihre Haare löste, lüpfte Skadi den hinteren Überschlag ihres Peplos, legte ihn sich über den Kopf und zupfte ihn so weit vor, dass er ihre Nase mit sachtem Schatten beschützte. Irgendwie war sie immer noch unschlüssig, ob sie Aurelia davon erzählen sollte, dass sie nach der königlichen Hochzeit nicht mehr in Castandor sein würde für einige Zeit. Die neugierige Nase würde vermutlich alle Details wissen wollen, die sie natürlich nicht verraten durfte. Würde sie der Wirtstochter denn überhaupt abgehen, wenn sie sich nicht mehr sehen sollten? Ein leichter Hauch von Schwermut huschte über Skadis Gesicht, war aber so schnell wieder verschwunden, wie er gekommen war.
