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A Drop of Life
09.10.1016 - 22:00
Wüste außerhalb von Dharan al-Bahr

Sommerland
Zariyah Silk
Sommerland
Alter 24
Beruf Assassine
Wohnort Dharan al-Bahr
Stand Ledig
User Lia
#2
Es war immer ein Tanz gewesen, den sie und Devan führten. Ein Tanz, bei dem jeder Schritt, jeder Blick, jede Bewegung nur einen Wimpernschlag entfernt von Leben oder Tod bedeutete. Zariyahs Augen schienen vom nahezu taghellen Mondlicht gefangen zu sein, doch Wirklichkeit hatte sie ihr Ziel am nahen Horizont schon seit einer Weile im Blick. Sie kannte den Felsen, kannte jedes einzelne Rissmuster, jeden noch so winzigen Vorsprung, der sie davor bewahrte, unhaltbar in ihr Verderben zu stürzen. Und sie kannte die Geschichten, die ihm die Wüste eingeprägt hatte. Der Monolith, so viel größer und erhabener als all die anderen der Region, war mehr als nur ein Hindernis. Er war eine Mahnung, ein Sinnbild der ständigen Herausforderung, die in dieser endlosen Leere auf sie wartete. Die Wüste war nie einfach. Sie war ein Gegner, der niemals nachließ, der nie Erbarmen zeigte. Sie kannte keine Gnade, und doch war sie mit ihr verbunden – nicht aus Liebe, sondern aus Notwendigkeit.

Devans Anwesenheit war selten geworden. Und vermutlich gerade deswegen mehr als erwünscht. Er war der Schatten in ihrem Rücken, der mit seinen leisen Schritten, die nur sie im Ansatz zu vernehmen wusste, die allgegenwärtigen Stille aufbrach. Die eine Armlänge zwischen ihnen war nie zu viel, nie zu wenig. Der Abstand war genug, dass sie die Kontrolle behielt, aber auch nahe genug, um die feine Spannung zu spüren, die ihn umgab. Die Verbindung zwischen ihnen war eine jener, die zwischen zwei Überlebenden der Wüste bestand, zwischen zwei Menschen, die sich an den Härten dieser Welt geschärft hatten. Ob nun gewollt oder nicht. Und Devan wusste es, er wusste, dass Zariyah dieses Mal nicht einfach nur mit ihm ging. Sie führte ihn, genauso wie er sie sonst immer führte. Ihre Schritte waren synchron, der Rhythmus der Wüste, das schwere Atmen des Windes, das Lächeln der Düne, die vom Mond küssende Nacht. Nichts, was die Wüste ihnen antun konnte, würde ihre Schicksale jemals voneinander trennen können. Und dennoch war es etwas in dieser Stille, dass sie etwas anderes fühlte. Etwas, das sie tief in ihrem Inneren zu verstecken versuchte. Diese Kluft zwischen ihnen, das, was Devan beigebracht und was sie zu tun gedachte, schürte eine Unruhe in ihr, die sie nicht zu benennen wusste.

»Alle Achtung«, beantwortete sie seine Frage - ob der Offensichtlichkeit der Antwort - mit einer feinen Spur Spott, als sie die Hand auf ihrer Schulter spürte und in instinktivem Vertrauen jegliche Bewegung einstellte. In diesem Augenblick nahm sie auch schon die flinke Bewegung im Staub wahr. Ein Skorpion. Ein winziges, aber gefährliches Tier, dessen Königreich sie ungefragt betreten hatten. Sie kannte seine Art, kannte die Wirkung seines Gifts genauso gut wie den röchelnden Klang derjenigen, die daran starben. Devan hatte einen anderen Blick auf das Leben in dieser trostlosen Weite. Wertete sie anders. Zariyah beobachtete den Skorpion, der mit seiner schnellen, fast unmerklichen Geschwindigkeit über den Boden glitt, die Bewegung so präzise wie der Moment, den sie sich im Geiste ausmalte. Es war keine Frage, was sie mit dem Tier tun würde. Es wäre eine kurze Bewegung gewesen, und der Skorpion hätte schnell und schmerzlos ein anderes Schicksal erlitten und sie selbst wäre um einen Giftstachel reicher. Doch nicht jetzt. Nicht hier. Devan hatte etwas anderes erwartet, und vielleicht, nur vielleicht, war es nicht an ihr, ihm diese Entscheidung abzunehmen. Die Wüste war ein Ort, an dem auch der Tod in seinen vielen Formen einen Teil des großen Kreislaufs bildete. Man tötete nur, wenn es nötig war. Der Skorpion, er lebte, weil er es konnte, weil er sich dem Überlebensdrang der Wüste unterwarf, genauso wie sie.

Ihre Augen ruhten nun wieder auf dem Felsen, auf der rauen, fast spiegelglatten Steilwand, die vor ihnen lag. Der Mond warf gleißende Reflexe und machte sie nur noch bedrohlicher, als wäre der Felsen selbst ein Wachposten der Wüste, der keinen Eindringling durchließ. Zariyah spürte die vertraute Präsenz des Mannes an ihrer Seite – seine Bewegungen, sein Blick, all das, was ihn ausmachte. Doch in diesem Moment war sie sich bewusst, dass es mehr brauchte als Vertrauen, um dieses Hindernis gemeinsam zu überwinden. Ihre Aufgabe war es, ruhig zu bleiben, die Anspannung abzubauen und einen Weg nach oben zu finden. Routiniert prüfte sie den Felsen, suchte nach den bekannten Vorsprüngen, nach den winzigen Spalten, die der Wind und die Zeit im Stein hinterlassen hatten. Es gab keine offensichtlichen Routen, die den Aufstieg leicht machen würden. Die Steilheit des Felsens war eine Herausforderung, selbst für sie, geschweige denn für jemanden, der dieses steinerne Monstrum noch nie erklommen war. Der Felsen würde mit jedem Zoll mehr zu einem erbitterten Feind werden, der es ihnen nicht leicht machen würde, die begehrte Pflanze zu erreichen.

»Es wird nicht ungefährlich«, erwähnte Zariyah beinahe im Plauderton, sich durchaus bewusst, dass ihr ehemaliger Lehrmeister alles andere als lebensmüde war. Sie musterte ihn kurz, eine Miene, die die Brutalität der Herausforderung wiedergab, doch in ihren Augen glomm etwas, das an kompetitiver Abenteuerlust grenzte.
»Solltest du eine Hand benötigen, alter Mann, so scheue dich nicht zu fragen.« Längst blickte sie wieder hinauf zu ihrem fernen Ziel, er konnte ihre schalkhaft schimmernden Iriden nicht sehen, doch das absurde Vergnügen in ihrer Stimme war unüberhörbar. Ihre Hand glitt über den schwarzen Stein, als sie sich bereit machte, den ersten Fuß in die Wand zu setzen.
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A Drop of Life - von Devan Naharis - 27-10-2024, 10:09
RE: A Drop of Life - von Zariyah Silk - 27-11-2024, 17:52
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