18-12-2024, 23:56 - Wörter:
Wirbelstürme durchzogen ihre Seele, einem Wellentosen gleich waren ihre aufgerührten Gefühle, wie eine wütende Feuerlohe brannten ihre Gedanken für die Aufgabe, die in wenigen Worten bisher ihr offenbart worden war. Seine sachten Küsse in ihren Nacken riefen einen kitzelnden Schauer hervor, der sie freudig an die Eiseskälte des Winterlandes erinnerte. Schon schmiedete sie Pläne, erging sich in Wegen und Weisen, wie sie die Könige der ehemaligen Heimat für sich gewinnen könnte. Voller Vorfreude tanzte ihr Herz den altbekannten Reigen des Abenteuers, der ihr Gemüt anzündete und mit ihr die Welt in Brand steckte. Endlich würde sie wieder leben! Gleichwohl wurde die ohnehin schon so farbenprächtige Welt bunter, strahlender, fast grell, da sich nun endlich der graue, schlierige Schleier der Ödnis hob und sie wieder ihrer eigentlichen Bestimmung frönen durfte. In Gedanken verfasste sie schon die nächsten Schritte, die es zu tun galt. Sie würde hier nichts zurück lassen und ebenso nicht mitnehmen, das ihr zur Last fallen könnte, schlimmer, das sie verraten oder behindern könnte. Materieller Tand war der Liebesdienerin nie wichtig gewesen, soweit es nicht einen Nutzen hatte. Doch sobald dieser Nutzen nicht mehr relevant war, so hing sie nicht an dem Gegenstand. Ihr Gepäck würde leicht sein. Alles, was hier in diesem Raum war, alles, was sie besaß, das würde hier verbleiben, einem anderen gehören, was scherte es sie. Es gab nun Wichtigeres, dem seidige Gewänder, duftende Salben und funkelnder Schmuck wohl nur wenig dienlich sein würde. All das wäre im Winterland fehl am Platz, nein, dort mussten derbere Gewänder herhalten, die sie wärmten und anpassten an die Menschen um sich herum. Die Annehmlichkeiten des Königslandes würde sie alsbald ablegen müssen, zurückkehren zu ihren Wurzeln voller simpler Brutalität und unverblümter Direktheit. In Norsteading wurde ein anderes Spiel gespielt, dort bewegten sich die Figuren auf den Spielfeldern der Politik anders, weniger subtil und verschlagen, weniger schmeichelhaft und duckmäuserisch.
Skadi merkte, wie ihre Gedanken immer mehr abschweiften, getragen auf den Schwingen ihrer eigenen Vorlieben, die sie die letzten Jahre unerbittlich verstecken und verbergen musste hinter der banalen Fassade einer Hure. Auch wenn sie die körperlichen Lustgebaren durchaus zu schätzen wusste, sich belustigend und gleichsam befriedigend der Erfüllung ihrer Pflicht verschrieben hatte, so kam doch nichts dem euphorischen Gefühl eines Auftrages für ihren Schattenfalken gleich. In eine Maskerade zu schlüpfen, sich einen neuen Charakter, ein neues Leben auszudenken und nicht über Details zu stolpern, sein Gegenüber zu blenden und zu benutzen, ja, darin lag für sie der wahre Sinn ihres Lebens. Ihm zu dienen, für ihn sich aufzugeben und mit ihm zu vergehen. Rauschend wie ein Wasserfall hallte ihr das Blut in den Ohren. Der Lärm verwehrte ihr fast die liebevollen Worte, die sich nur mühsam den Weg in ihr Bewusstsein bahnen konnten, vorbei an all den triumphalen Bildern, die ihr vor dem inneren Auge entstanden, nun, da sie endlich – endlich! – wieder eine Aufgabe bekommen hatte. Als sie ihn dann endlich ansah, lag in ihrem Ausdruck eine fast göttliche Manie, ein glosendes Strahlen, heller als die stärkste Mittagssonne, erhellend und verderbend gleichermaßen. In ihren Augen paarte sich Boshaftigkeit und Perfektion zu einem verheerenden Funkeln, das einen tödlichen Schatten mit sich brachte. Manchmal verstand sie seinen Wehmut nicht, seine trübe Schwere, die sein Herz umnachtete und seine Brillanz dämpfte. Warum zweifelte er? Warum haderte er? Warum genoss er nicht einfach die Macht und die Stärke, die sie gemeinsam hatten? Sie konnten eine schier unendliche Tatenfülle auf die Welt loslassen, von der andere nur träumen konnten. Sie hatten die Möglichkeit die Welt zu entfesseln und sie in ganz neue Bahnen zu lenken. Wem war das schon geschenkt? Die Meisten der trägen Masse war gefangen in ihrer kleingeistigen Welt, die sich gerade einmal auf eine Familie, ein Haus oder eine Straße erstreckte. Ihnen lag die ganze Pracht der Schöpfung zu Füßen. Warum stellte er seine eigene Größe derart unter den Scheffel? Warum waren seine Sinne derart zerrissen zwischen dem, was es zu tun galt und den daraus erwachsenen Konsequenzen? Besser doch, dass man die Folgen seiner Handlungen kannte, sie beeinflussen konnte, anstatt vom Schicksal geplagt zu erdulden und zu ertragen, was andere beschlossen. Sie waren frei, sie konnten gestalten ohne Hemmungen. Warum jetzt schon über vergossene Milch grübeln, wenn sie doch noch im Krug war? Die Wertung dessen, was ihnen auferlegt war zu tun oder sie selbst zu tun gedachten, würde der nächsten Generation obliegen. Rückblickend ließen sich verstrickte und vertrackte Auswirkungen immer besser beurteilen, im Nachhinein war man ja natürlich immer klüger. Doch sie befanden sich im Hier und Jetzt, mussten entscheiden mit den Fakten, die ihnen in diesem Moment vorlagen und daraus einen Weg ebnen, dessen Ziel man hoffte auch erreichen zu können. Und wenn nicht sie, dann würde es jemand anderes tun und die Lorbeeren des Erfolgs oder die Häme der Niederlage einstecken. Besser, allerdings, etwas gewagt zu haben, auch wenn es daneben ging, als sich immer zu Fragen, was wäre wenn.
Sinnlich schmiegte sie ihren Leib an seine Seite, gab sich in seiner Umarmung auf, vollkommen vereint mit seiner Wärme und seinem Herzschlag, eins geworden mit seiner Seele. Ihr Körper regte sich erneut, brannte nun nicht nur der Aufregung wegen, sondern wiederum angeheizt durch die vermisste Nähe zu ihm, dem sie ihr Leben verschrieben hatte. Leichtfüßig kreisten tanzend ihre Finger über seine Brust, lockten ihn neuerlich zu einer Vereinigung. Nun, da sie wusste, dass sie wohl auf längere Zeit von ihm getrennt sein würde, müsste sie doch nicht nur aufholen, was die lange Zeit der Trennung ihr bisher verwehrt hatte, sondern was die kommenden Wochen und Monate der Entfremdung ihr verschmähten. Sie wollte ihn, nur für sich, die ganze Nacht, ihn in sich aufsaugen, jedes Härchen, jede Pore, jede Falte. Jedes Lächeln, jedes Seufzen, jeden Herzschlag. Sie wollte ihre Erinnerungen auffüllen mit dem Wissen, dass er sie liebte und sie ihn, in all seiner Vollkommenheit, seiner Unfehlbarkeit und seiner Schönheit, aber auch mit all seinen Fehlern, Zweifeln und Sorgen. Sein Schmerz war längst der ihre geworden, seine Ängste waren die ihren, seine Bedenken kannte sie allesamt. “Du siehst mich nicht nur, du begreifst mich und nimmst mich als deine Dienerin an.“ raunte sie heiser vor Lust, als sie ihre Hände unter der Decke, die er über seinen fröstelnden Körper legte – und sie damit ebenfalls zudeckte – in tiefere Gefilde auf Wanderschaft schickte. Bewundernd erkannte sie die ihm so eigene Ernsthaftigkeit in seiner Miene, die von einer bedrohlichen Intelligenz zeugte. Ja, er war der Schattendämon, dessen Seele erkaltet war, gepeinigt von den Hieben der Vergangenheit und den Schlägen der Zukunft. Wenn er doch nur erkennen würde, mit welcher erhabenen Würde er sich durch den sumpfsuhligen Morast bewegte, den man nun mal Politik nannte, mit welcher geschmeidigen Gelassenheit er sich die Welt nach seinen Vorstellungen zu Gehorsamkeit zwang. Ein Dämon, ja, doch ein Fürst der Schattengestalten, das war er! “Als Tänzerin? Hm.“ grübelte sie ein wenig und ließ ihm seine Ausführungen, wenngleich sie abwog, ob dies der richtige Weg war. Nun, am Ende oblag es ihr, den Pfad zu wählen, den sie für den Richtigen hielt um einen Erfolg zu erlangen. Die Winterländer waren nicht unbedingt erpicht auf Tänzer oder Unterhalter, zumindest nicht solcher Art, wie man sie in den Königslanden huldigte. Doch sie würde sich schon Zugang verschaffen, auf die eine oder andere Weise, egal ob über die Männer oder die Frauen, die oft die subtileren Einfallstore waren zu den Hebeln der Macht.
Als er sich erhob, entfuhr ihr fast beiläufig ein kleiner, geseufzter Protest. Nun, da ihre Finger doch fast am Ziel ihres Ausfluges gewesen wären, entzog er sich ihr und verließ die gemeinsame Spielstatt. Wollte er sie denn schon verlassen? Fast ein wenig erbost nahm sie eine belanglos offenherzige Pose ein, die Decke nur mehr über die unwichtigsten Teile ihrer Beine gelegt. Aber sobald er wieder in ihrer Nähe war, entspannte sich ihre Pose, nahm wieder die liebevoll zugeneigte Haltung ein, die sie nur ihm schenkte. “Für mich?“ neugierig öffnete sie den Beutel und ließ den kühlschwarzen Stein in ihre Hand gleiten. Mit wachem Blick betrachtete sie den Anhänger, drehte ihn im flackernden Licht um seine Details genauer erfassen zu können. Sein Herz. Das Ihre schlug ihr fest gegen die Brust, schmerzte bald schon vor Sehnsucht nach ihm. Wie sollte das nur ertragen, wenn er erst weit weg war von ihr, wenn doch schon jetzt jede Faser ihres Seins nach ihm schrie und sich nach ihm verzehrte? Auch wenn sie es nicht wollte, eigentlich gar nicht der Typ dafür war, ertranken ihre Augen alsbald in sanften Tränen der Rührung. Und endlich floss ihr über die Lippen, was ihr seit ihrer ersten Begegnung schwer auf der Zunge lag. “Ich liebe dich, Belisarius.“ wohlwissend wählte sie nun seinen Namen, nicht ein Kosewort, sondern den Namen, auf den er getauft wurde, er, der Mensch, dem ihr Herz gehörte. Die Worte waren sich der vollen Tragweite ihrer Bedeutung deutlich bewusst und wollten doch nicht mehr ungesagt bleiben, sondern hinaus in die Wirklichkeit und Gestalt annehmen. Nun hingen sie zwischen dem Todesengel und dem Schattenfürst, konnten nicht mehr zurück genommen werden oder wieder zu unausgesprochenen Gedanken werden. “Und ich habe nichts für dich, das dich an mich erinnert.“ senkte sie nun doch etwas betrübt den Blick zurück zu dem Anhänger in ihrer Hand. Mit flinken Fingern legte sie den Anhänger um ihren Hals, konzentrierte sich auf das Gefühl des Steins auf ihrer Haut. “Nichts, dass dich meiner Treue und Loyalität versichert. Mehr noch, dass dir meine Dankbarkeit zeigt. Du bist der einzige Sinn in meinem Leben, Belisar. Dir verdanke ich all mein Glück, denn du hast mich aufgegriffen und mich in deine Nähe gelassen. Und selbst für Entsagungen und Niederlagen sage ich dir dank, denn auch sie gehören zu unserem Leben dazu und mit niemand andrem würde ich sie lieber teilen wollen als mit dir. Mein Herz ist längst das deine, das sich nur danach sehnt für dich zu schlagen.“ dann versagte ihr die Stimme. Seine Fingerspitzen an ihrer Schulter waren wie ein Strom glühender Lava, die sie versengte und anfeuerte zugleich. Es war seine Schuld, genau, dass ihre Zurückhaltung niedergeschmettert wurde. Mit heißem Eifer warf sie sich in seine Umarmung, nahm seinen kampfgestählten Leib in ihre Arme auf und senkte ihre Lippen auf die seinen in einem Tanz auf dem Vulkan ihrer Lust.
Skadi merkte, wie ihre Gedanken immer mehr abschweiften, getragen auf den Schwingen ihrer eigenen Vorlieben, die sie die letzten Jahre unerbittlich verstecken und verbergen musste hinter der banalen Fassade einer Hure. Auch wenn sie die körperlichen Lustgebaren durchaus zu schätzen wusste, sich belustigend und gleichsam befriedigend der Erfüllung ihrer Pflicht verschrieben hatte, so kam doch nichts dem euphorischen Gefühl eines Auftrages für ihren Schattenfalken gleich. In eine Maskerade zu schlüpfen, sich einen neuen Charakter, ein neues Leben auszudenken und nicht über Details zu stolpern, sein Gegenüber zu blenden und zu benutzen, ja, darin lag für sie der wahre Sinn ihres Lebens. Ihm zu dienen, für ihn sich aufzugeben und mit ihm zu vergehen. Rauschend wie ein Wasserfall hallte ihr das Blut in den Ohren. Der Lärm verwehrte ihr fast die liebevollen Worte, die sich nur mühsam den Weg in ihr Bewusstsein bahnen konnten, vorbei an all den triumphalen Bildern, die ihr vor dem inneren Auge entstanden, nun, da sie endlich – endlich! – wieder eine Aufgabe bekommen hatte. Als sie ihn dann endlich ansah, lag in ihrem Ausdruck eine fast göttliche Manie, ein glosendes Strahlen, heller als die stärkste Mittagssonne, erhellend und verderbend gleichermaßen. In ihren Augen paarte sich Boshaftigkeit und Perfektion zu einem verheerenden Funkeln, das einen tödlichen Schatten mit sich brachte. Manchmal verstand sie seinen Wehmut nicht, seine trübe Schwere, die sein Herz umnachtete und seine Brillanz dämpfte. Warum zweifelte er? Warum haderte er? Warum genoss er nicht einfach die Macht und die Stärke, die sie gemeinsam hatten? Sie konnten eine schier unendliche Tatenfülle auf die Welt loslassen, von der andere nur träumen konnten. Sie hatten die Möglichkeit die Welt zu entfesseln und sie in ganz neue Bahnen zu lenken. Wem war das schon geschenkt? Die Meisten der trägen Masse war gefangen in ihrer kleingeistigen Welt, die sich gerade einmal auf eine Familie, ein Haus oder eine Straße erstreckte. Ihnen lag die ganze Pracht der Schöpfung zu Füßen. Warum stellte er seine eigene Größe derart unter den Scheffel? Warum waren seine Sinne derart zerrissen zwischen dem, was es zu tun galt und den daraus erwachsenen Konsequenzen? Besser doch, dass man die Folgen seiner Handlungen kannte, sie beeinflussen konnte, anstatt vom Schicksal geplagt zu erdulden und zu ertragen, was andere beschlossen. Sie waren frei, sie konnten gestalten ohne Hemmungen. Warum jetzt schon über vergossene Milch grübeln, wenn sie doch noch im Krug war? Die Wertung dessen, was ihnen auferlegt war zu tun oder sie selbst zu tun gedachten, würde der nächsten Generation obliegen. Rückblickend ließen sich verstrickte und vertrackte Auswirkungen immer besser beurteilen, im Nachhinein war man ja natürlich immer klüger. Doch sie befanden sich im Hier und Jetzt, mussten entscheiden mit den Fakten, die ihnen in diesem Moment vorlagen und daraus einen Weg ebnen, dessen Ziel man hoffte auch erreichen zu können. Und wenn nicht sie, dann würde es jemand anderes tun und die Lorbeeren des Erfolgs oder die Häme der Niederlage einstecken. Besser, allerdings, etwas gewagt zu haben, auch wenn es daneben ging, als sich immer zu Fragen, was wäre wenn.
Sinnlich schmiegte sie ihren Leib an seine Seite, gab sich in seiner Umarmung auf, vollkommen vereint mit seiner Wärme und seinem Herzschlag, eins geworden mit seiner Seele. Ihr Körper regte sich erneut, brannte nun nicht nur der Aufregung wegen, sondern wiederum angeheizt durch die vermisste Nähe zu ihm, dem sie ihr Leben verschrieben hatte. Leichtfüßig kreisten tanzend ihre Finger über seine Brust, lockten ihn neuerlich zu einer Vereinigung. Nun, da sie wusste, dass sie wohl auf längere Zeit von ihm getrennt sein würde, müsste sie doch nicht nur aufholen, was die lange Zeit der Trennung ihr bisher verwehrt hatte, sondern was die kommenden Wochen und Monate der Entfremdung ihr verschmähten. Sie wollte ihn, nur für sich, die ganze Nacht, ihn in sich aufsaugen, jedes Härchen, jede Pore, jede Falte. Jedes Lächeln, jedes Seufzen, jeden Herzschlag. Sie wollte ihre Erinnerungen auffüllen mit dem Wissen, dass er sie liebte und sie ihn, in all seiner Vollkommenheit, seiner Unfehlbarkeit und seiner Schönheit, aber auch mit all seinen Fehlern, Zweifeln und Sorgen. Sein Schmerz war längst der ihre geworden, seine Ängste waren die ihren, seine Bedenken kannte sie allesamt. “Du siehst mich nicht nur, du begreifst mich und nimmst mich als deine Dienerin an.“ raunte sie heiser vor Lust, als sie ihre Hände unter der Decke, die er über seinen fröstelnden Körper legte – und sie damit ebenfalls zudeckte – in tiefere Gefilde auf Wanderschaft schickte. Bewundernd erkannte sie die ihm so eigene Ernsthaftigkeit in seiner Miene, die von einer bedrohlichen Intelligenz zeugte. Ja, er war der Schattendämon, dessen Seele erkaltet war, gepeinigt von den Hieben der Vergangenheit und den Schlägen der Zukunft. Wenn er doch nur erkennen würde, mit welcher erhabenen Würde er sich durch den sumpfsuhligen Morast bewegte, den man nun mal Politik nannte, mit welcher geschmeidigen Gelassenheit er sich die Welt nach seinen Vorstellungen zu Gehorsamkeit zwang. Ein Dämon, ja, doch ein Fürst der Schattengestalten, das war er! “Als Tänzerin? Hm.“ grübelte sie ein wenig und ließ ihm seine Ausführungen, wenngleich sie abwog, ob dies der richtige Weg war. Nun, am Ende oblag es ihr, den Pfad zu wählen, den sie für den Richtigen hielt um einen Erfolg zu erlangen. Die Winterländer waren nicht unbedingt erpicht auf Tänzer oder Unterhalter, zumindest nicht solcher Art, wie man sie in den Königslanden huldigte. Doch sie würde sich schon Zugang verschaffen, auf die eine oder andere Weise, egal ob über die Männer oder die Frauen, die oft die subtileren Einfallstore waren zu den Hebeln der Macht.
Als er sich erhob, entfuhr ihr fast beiläufig ein kleiner, geseufzter Protest. Nun, da ihre Finger doch fast am Ziel ihres Ausfluges gewesen wären, entzog er sich ihr und verließ die gemeinsame Spielstatt. Wollte er sie denn schon verlassen? Fast ein wenig erbost nahm sie eine belanglos offenherzige Pose ein, die Decke nur mehr über die unwichtigsten Teile ihrer Beine gelegt. Aber sobald er wieder in ihrer Nähe war, entspannte sich ihre Pose, nahm wieder die liebevoll zugeneigte Haltung ein, die sie nur ihm schenkte. “Für mich?“ neugierig öffnete sie den Beutel und ließ den kühlschwarzen Stein in ihre Hand gleiten. Mit wachem Blick betrachtete sie den Anhänger, drehte ihn im flackernden Licht um seine Details genauer erfassen zu können. Sein Herz. Das Ihre schlug ihr fest gegen die Brust, schmerzte bald schon vor Sehnsucht nach ihm. Wie sollte das nur ertragen, wenn er erst weit weg war von ihr, wenn doch schon jetzt jede Faser ihres Seins nach ihm schrie und sich nach ihm verzehrte? Auch wenn sie es nicht wollte, eigentlich gar nicht der Typ dafür war, ertranken ihre Augen alsbald in sanften Tränen der Rührung. Und endlich floss ihr über die Lippen, was ihr seit ihrer ersten Begegnung schwer auf der Zunge lag. “Ich liebe dich, Belisarius.“ wohlwissend wählte sie nun seinen Namen, nicht ein Kosewort, sondern den Namen, auf den er getauft wurde, er, der Mensch, dem ihr Herz gehörte. Die Worte waren sich der vollen Tragweite ihrer Bedeutung deutlich bewusst und wollten doch nicht mehr ungesagt bleiben, sondern hinaus in die Wirklichkeit und Gestalt annehmen. Nun hingen sie zwischen dem Todesengel und dem Schattenfürst, konnten nicht mehr zurück genommen werden oder wieder zu unausgesprochenen Gedanken werden. “Und ich habe nichts für dich, das dich an mich erinnert.“ senkte sie nun doch etwas betrübt den Blick zurück zu dem Anhänger in ihrer Hand. Mit flinken Fingern legte sie den Anhänger um ihren Hals, konzentrierte sich auf das Gefühl des Steins auf ihrer Haut. “Nichts, dass dich meiner Treue und Loyalität versichert. Mehr noch, dass dir meine Dankbarkeit zeigt. Du bist der einzige Sinn in meinem Leben, Belisar. Dir verdanke ich all mein Glück, denn du hast mich aufgegriffen und mich in deine Nähe gelassen. Und selbst für Entsagungen und Niederlagen sage ich dir dank, denn auch sie gehören zu unserem Leben dazu und mit niemand andrem würde ich sie lieber teilen wollen als mit dir. Mein Herz ist längst das deine, das sich nur danach sehnt für dich zu schlagen.“ dann versagte ihr die Stimme. Seine Fingerspitzen an ihrer Schulter waren wie ein Strom glühender Lava, die sie versengte und anfeuerte zugleich. Es war seine Schuld, genau, dass ihre Zurückhaltung niedergeschmettert wurde. Mit heißem Eifer warf sie sich in seine Umarmung, nahm seinen kampfgestählten Leib in ihre Arme auf und senkte ihre Lippen auf die seinen in einem Tanz auf dem Vulkan ihrer Lust.
