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Im Auge des Sturms

FACING
THE
STORM

Tritt ein in eine düstere Welt aus Macht, Verrat und alten Schwüren.

Thema

Who lives, Who Dies, Who tells your Story

Linearer Modus
Szeneninformationen
Szeneneinstellung
feste Postreihenfolge
Datum
26. September 1016
Ort
Schenke \'Zum weißen Hirsch\' am Rand von Wintergard
Tageszeit
20:00
#1
Nach einem langen Tag an der frischen Luft fühlte es sich immer besonders verdient an, in einen Raum mit offenem Feuer zu treten. Von den kalten Schatten der Bäume blieb nur noch Holz übrig, das Planken, Stützen und den viel genutzten Boden in einem reichen Braun zierte. Stimmen füllten den Raum in dem angenehmen Summen des Feierabends, begleitet von dem ein oder anderen Krugstoß und etwas Bier, das über Arbeiterhände schwappte. Im Schein des offenen Herdfeuers tanzte das Fell des toten Hirsches mit dem prächtigen Geweih, welches Leif kurz aufschauen ließ, als er mit schweren, festen Schritten den Raum durchquerte. Es gab keinen Aufruhr, nur weil er es war, der die Tür aufstieß. Niemand unterbrach ein privates Gespräch und verrenkte sich den Nacken, um dem Kronprinzen dabei zuzusehen, wie er einer alltäglichen Beschäftigung nachging. Das obligatorische Zurufen und Zuprosten abnickend, klopfte er seinem Begleiter auf die Schulter und deute auf einen freien Tisch, bevor er selbst die Theke anstrebte und bald darauf mit zwei schweren Krügen in den Händen zurückkehrte.
Wie musste es sich wohl anfühlen, ein Adliger in den heißen Ländern zu sein. Wenn er sich nicht recht täuschte, dann durfte dort unten sogar eine großkönigliche Hochzeit stattfinden, aber wer hatte in diesen Zeiten überhaupt den Kopf dafür? Sollte Augusto nicht lieber zusehen, dass ihm sein Land nicht unter dem Fettarsch weggezogen wurde und er auf kaltem Stein sitzen durfte? Leif merkte man in den letzten Wochen besonders an, dass er in seinem Kopf Platz für genau eine Sache hatte, und das hatte nichts mit Frau und Wein zutun - nichts, was er den Castellanos täglich anprangerte und sie beileibe gerne mit bloßen Händen darin ertränken würde, bis ihr aufgedunsenes Gesicht fett und vollgesogen durch ihr dämliches Gesöff schwamm. Wenn überhaupt, dann hatte Leif sich noch nie ferner von allen Feierlichkeiten gefühlt. Sein Lächeln hatte sich noch nie so falsch und verboten angefühlt, während er überspielte, dass ihm seit dem Eisfeuerfest jegliche Freude am Feiern vergangen war.
Doch hier ließ er sich nieder, den Bierkrug in der Hand, wo er mit Erik, Kjell, Halger und Veith schon unzählige Male ein Wiedersehen gefeiert hatte. Eigentlich fanden sie immer einen Grund, in der Schenke vorbeizuschauen, die Leif mittlerweile schon fast sein drittes Zuhause nennen konnte, und sei es nur, um einen lausigen Geburtstag nachzuholen. Heute fehlten der Gruppe drei Männer, aber das hielt Halger und ihn nicht davon ab, die Erinnerungen zu würdigen und ein weiteres Mal voneinander Abschied zu nehmen, bevor es Leif auf seine Reise zog. Ohne Worte hob er den Krug und schlug ihn gegen den des anderen, dass auch über seine Kriegerhand etwas Bier schwappte.
“Ich bin guter Dinge”, begann er schließlich, zurückgelehnt und mit einem Bein auf seinem Knie. Sein Blick ruhte auf Halger in der alten Vertrautheit, die er mit ihm teilte - eine, die von so einer rohen Einfachheit geprägt war, dass er sie nur mit einer Handvoll Männer teilte. “Wenn du jetzt noch packst, dir selbst Disziplin beizubringen, dann kann das bei den anderen auch noch was werden.” Was hatte er sich eigentlich dabei gedacht, Halger den Aufbau des Lagers zu überlassen, hm? Leif musste wohl felsenfest von den Fähigkeiten seines Freundes überzeugt sein, dass er mit seinem Vorschlag nicht nur vor den Königsrat getreten war, sondern Halger auch vor seinem eigenen Vater vertreten hatte. Es gab einige Entscheidungen, die der Prinz bereute, aber das Vertrauen in den rothaarigen Hünen war keine davon. Er war alt genug, um sich seiner Verantwortung für sein Land zu stellen und die Schürzenjagd zum Nebenberuf zu machen, älter als Leif und mit einem großen Herzen gesegnet. Und sollte er doch darin versagen, die Krieger auszubilden, die das Land brauchte, dann gab es da immer noch eine ganze Burgbesatzung, die ihm schon Feuer unter dem Hintern machen würde.
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Nachrichten in diesem Thema
Who lives, Who Dies, Who tells your Story - von Leif Stelhammer - 13-03-2025, 16:40
RE: Who lives, Who Dies, Who tells your Story - von Halger Olesen - 12-04-2025, 09:07
RE: Who lives, Who Dies, Who tells your Story - von Leif Stelhammer - 10-05-2025, 11:38
RE: Who lives, Who Dies, Who tells your Story - von Halger Olesen - 20-05-2025, 21:14
RE: Who lives, Who Dies, Who tells your Story - von Veith Alvarsson - 01-06-2025, 09:45
RE: Who lives, Who Dies, Who tells your Story - von Leif Stelhammer - 06-06-2025, 03:48
RE: Who lives, Who Dies, Who tells your Story - von Halger Olesen - 04-11-2025, 10:37
RE: Who lives, Who Dies, Who tells your Story - von Veith Alvarsson - 21-02-2026, 15:20
RE: Who lives, Who Dies, Who tells your Story - von Leif Stelhammer - 08-03-2026, 06:51