28-02-2024, 11:20 - Wörter:
Zephyr ärgerte sich maßlos. Es war für ihn schleierhaft, wie der Großkönig einfach gedankenlos irgendwelche Befehle gebrüllt und die übrigen Berater gekuscht hatten. Und wer musste den Schlamassel nun wieder ausbaden? Natürlich er selbst. Er, der selbst gerade in Farynn gewesen war, um ein Ehebündnis für Desdemona mit dem dortigen Kronprinzen auszuhandeln. Abgewiesen hatte man ihn, in dem Moment, als klar geworden war, dass Walleydor seine kriegerischen Auseinandersetzungen nicht gegen das Herbstland richten würde. Nungut, es hatte Zephyr immerhin gelehrt, welches Land künftig wohl nicht weiter als Verbündeter zur Verfügung stand. Natürlich hatte man die Abfuhr für Desdemona so begründet, dass man sich nicht ins Kriegsgeschehen einmischen wollte. Allerdings sah Zephyr es eher so, dass auch Nichtstun eine Handlung war, die Folgen haben konnte. Würde. Also hatte er unverichteter Dinge und obendrein in einem Krisenzustand, indem er noch nicht hatte abschätzen können, ob die Armee des Frühlingslandes weiterziehen würde, mit Desdemona zurückreisen müssen. Sie hatte ihm natürlich keine Zeit gelassen, sich um die Bedrohung für sein eigenes Fürstentum, zu sorgen. Stattdessen war sie ihm unermüdlich in den Ohren damit gelegen, dass die würdigen Heiratskandidaten langsam ausgingen. Der weitere Rückweg wurde dann auch noch durch die Flutwelle verzögert, deren Ausläufer vor der Stadt Bellport zu spüren waren.
Aber nun waren sie ja wohlbehalten zurück. Endlich. Und nachdem er einige Tage in Bardon Pass geweilt hatte, war er nun wieder in der Hauptstadt und musste die Trümmer sortieren, die die anderen ihm hinterlassen hatten.
Was Castandor nun brauchte, waren mächtige Verbündete. Und am einfachsten bekam man die durch eheliche Verbindungen. Nun bereute er fast ein bisschen, sein bestes Pferd im Stall (Orpheus) zu günstig ans Sommerland verkauft zu haben. Zwar schickte König Ridvan allerhand in der Weltgeschichte umher, glücklicherweise auch kampffähige Männer (deren Kampffähigkeit streng genommen erst noch erprobt werden musste), aber durch die Inselstellung des Sommerlandes, war Matariyya kein wirklich starker Verbündeter. Ridvan hatte seinen eigenen Glanz über die Jahre verloren und vielleicht steckte ja ein wahrer Kern in seinen Sorgen vor Attentaten.
Und auf dem Festland gingen ihm die Verbündeten ebenfalls aus. Mit dem Frühlingsland, das eh keinen Kronprinzen im heiratsfähigen Alter hatte, lag man im Krieg. Von Norsteading - dessen Kronprinz bereits mit einer frühlingsländischen Prinzessin vermählt war - konnte man ebenfalls nichts erwarten. Im Gegenteil, diese Hinterwäldler kämpften ja lieber an der Seite des Kriegstreibers. Und nun hatte auch Farynn ihm noch die Tore vor der Nase zugeschlagen. Nun stand es wohl fest, dass Desdemona nie irgendwo Königin werden würde. Und ihre jüngere Schwester Euphemia schon gar nicht erst für so etwas in Betracht kam.
Es war Zeit, sich andere Verbündete im eigenen Land zu suchen und natürlich zählte er die Familie Caderitor zu jenen. Darum hatte er - von Bardon Pass aus sogar - Belisarius nach King's Portal einberufen, wo sie heute Nachmittag über Zephyrs Pläne sprechen konnten. Und wenn Zephyr sich seine Liste an Ideen ansah, dann war das eine ganze Menge. Als es klopfte, stand Zephyr auf und wies einen Burschen, der still in der Ecke gestanden hatte, mit einem Blick an, die Tür zu öffnen. "Euer Gnaden, Belisarius Caderitor ist hier und wünscht, Euch zu sprechen", erklärte ein Wachposten, woraufhin Zephyr abnickte. "Lass ihn eintreten." Dann kam Zephyr um seinen Schreibtisch herum und baute sich in seinem äußerst prunkvoll eingerichteten Arbeitszimmer auf. Belisarius mochte zwar einen Riesen unter seinen Vorfahren gehabt haben, aber auch Zephyr war nicht gerade zu kurz gewachsen. Alles an ihm machte einen prachtvollen und gleichzeitig seriösen Eindruck. "Ich grüße Euch, Belisarius", sprach er den Geringeren an, gab ihm die Hand und bedeutete ihm dann, Platz zu nehmen. "Wein?", erkundigte er sich und gab dann die Bestellung an seinen Mundschenk weiter. Er selbst trank bei der Arbeit immer nur stark verdünnten Wein. "Ich nehme an, es war keine Überraschung für euch, dass die Krone Euch einbestellt, nach allem, was in den letzten Tagen geschehen ist...?", erkundigte er sich zunächst mit unschuldiger Miene, während er selbst ebenfalls Platz nahm.
Aber nun waren sie ja wohlbehalten zurück. Endlich. Und nachdem er einige Tage in Bardon Pass geweilt hatte, war er nun wieder in der Hauptstadt und musste die Trümmer sortieren, die die anderen ihm hinterlassen hatten.
Was Castandor nun brauchte, waren mächtige Verbündete. Und am einfachsten bekam man die durch eheliche Verbindungen. Nun bereute er fast ein bisschen, sein bestes Pferd im Stall (Orpheus) zu günstig ans Sommerland verkauft zu haben. Zwar schickte König Ridvan allerhand in der Weltgeschichte umher, glücklicherweise auch kampffähige Männer (deren Kampffähigkeit streng genommen erst noch erprobt werden musste), aber durch die Inselstellung des Sommerlandes, war Matariyya kein wirklich starker Verbündeter. Ridvan hatte seinen eigenen Glanz über die Jahre verloren und vielleicht steckte ja ein wahrer Kern in seinen Sorgen vor Attentaten.
Und auf dem Festland gingen ihm die Verbündeten ebenfalls aus. Mit dem Frühlingsland, das eh keinen Kronprinzen im heiratsfähigen Alter hatte, lag man im Krieg. Von Norsteading - dessen Kronprinz bereits mit einer frühlingsländischen Prinzessin vermählt war - konnte man ebenfalls nichts erwarten. Im Gegenteil, diese Hinterwäldler kämpften ja lieber an der Seite des Kriegstreibers. Und nun hatte auch Farynn ihm noch die Tore vor der Nase zugeschlagen. Nun stand es wohl fest, dass Desdemona nie irgendwo Königin werden würde. Und ihre jüngere Schwester Euphemia schon gar nicht erst für so etwas in Betracht kam.
Es war Zeit, sich andere Verbündete im eigenen Land zu suchen und natürlich zählte er die Familie Caderitor zu jenen. Darum hatte er - von Bardon Pass aus sogar - Belisarius nach King's Portal einberufen, wo sie heute Nachmittag über Zephyrs Pläne sprechen konnten. Und wenn Zephyr sich seine Liste an Ideen ansah, dann war das eine ganze Menge. Als es klopfte, stand Zephyr auf und wies einen Burschen, der still in der Ecke gestanden hatte, mit einem Blick an, die Tür zu öffnen. "Euer Gnaden, Belisarius Caderitor ist hier und wünscht, Euch zu sprechen", erklärte ein Wachposten, woraufhin Zephyr abnickte. "Lass ihn eintreten." Dann kam Zephyr um seinen Schreibtisch herum und baute sich in seinem äußerst prunkvoll eingerichteten Arbeitszimmer auf. Belisarius mochte zwar einen Riesen unter seinen Vorfahren gehabt haben, aber auch Zephyr war nicht gerade zu kurz gewachsen. Alles an ihm machte einen prachtvollen und gleichzeitig seriösen Eindruck. "Ich grüße Euch, Belisarius", sprach er den Geringeren an, gab ihm die Hand und bedeutete ihm dann, Platz zu nehmen. "Wein?", erkundigte er sich und gab dann die Bestellung an seinen Mundschenk weiter. Er selbst trank bei der Arbeit immer nur stark verdünnten Wein. "Ich nehme an, es war keine Überraschung für euch, dass die Krone Euch einbestellt, nach allem, was in den letzten Tagen geschehen ist...?", erkundigte er sich zunächst mit unschuldiger Miene, während er selbst ebenfalls Platz nahm.
