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Gold turns to rust
08.11.1016 - 15:43
Palast der Castellanos
Desdemona Castellanos *Zephyr Athanas

one decree at a time
*Zephyr Athanas
Alter 37
Beruf Fürst | Hand des Königs
Wohnort Bardon Pass
Stand Verheiratet
User Team
#4
Zephyrs Gesichtsausdruck verriet nichts von dem Unmut, den die Frage seiner Verwandten auslöste, obwohl ihn das Bedürfnis überkam, sie für ihre prompte Frage tadeln zu wollen. Sicher war die Frage selbst entschuldbar mit der Neugierde einer Prinzessin und hatte, gerade wie Desdemona sie stellte, etwas von dem Übermut der Jugend. Die Antwort hingegen, die sie herauskitzeln wollte, war nicht für die Flure und Hallen des Palastes gemacht. Egal, in welcher Ecke man sich befand, die Wände hatten Ohren, und Zephyr war nicht gewillt, jene vor seiner Abreise mit Informationen zu speisen. “Es gibt wenig über den neuen matariyyanischen König zu denken, Prinzessin”, antwortete er daher knapp, mit einstudierter Neutralität, ohne seinen Schritt zu verlangsamen. “Ich hatte bisher nicht das Vergnügen, ihn persönlich kennen zu lernen. Alles, was ich weiß, bezieht sich auf seinen familiären Hintergrund und ist kaum genug, um mir eine Meinung von ihm zu bilden.” Viele Dinge blieben ungesagt, standen allerdings im Raum und waren greifbar für jemanden, der wusste, wie sorgfältig Zephyr stets seine Worte verpackte. Die Tatsache, dass er über die familiäre Situation des neuen matariyyanischen Königs Bescheid wusste, verriet, dass er sich bereits Informationen über ihn eingeholt hatte; genug, um sich sehr wohl eine Meinung zu bilden. Matariyya war ein Fass, das übergelaufen war mit all den Problemen, denen Ridvan nicht hatte Herr werden können. Nun einen neuen König auf dem Thron zu wissen - selbst gewählt und nicht mit den Castellanos abgestimmt -, warf ihnen so viele politische Wandlungen entgegen, denen sie schnellstmöglich Herr werden mussten, wenn sie wollten, dass ihnen die Verbündeten nicht abhanden kamen. Es wurmte den Fürsten, dass er nicht hier sein konnte, um die Dinge selbst in die Hand zu nehmen, doch das war eine Information, die er nur in seinen privaten Gemächern mit seiner Frau teilte. Hier, mit Desdemona, von der er wusste, dass sie sich ihre eigenen Gedanken um die Situation machte, würde er nicht sein Gesicht verlieren und die ganze Maskerade aufs Spiel setzen, die er dem Palast mühevoll in den letzten Jahren verkauft hatte.

Natürlich erwartete sie seine Meinung zu der Absage. Wenn überhaupt, dann stand Augusto vollkommen alleine da mit seiner Pikiertheit darüber, dass man ihn nicht gefragt hatte, bevor man einen neuen König krönte. Kosma hätte am liebsten ihre beiden Töchter geschickt in stiller Hoffnung, dass sie die Aufmerksamkeit von Samir Al-Mazhir würden erhaschen können. Leandros wäre vermutlich am liebsten selbst gegangen und hätte den Krieg abgeblasen. Nur Augusto berief sich auf alte Traditionen und sein Recht als Großkönig, der - wie alle um ihn herum längst festgestellt hatten - mehr Titel als Wert besaß. Wäre Zephyr wirklich ehrlich mit seiner Nichte zweiten Grades, hätte er sie eingeweiht, dass er ihren Vater für töricht hielt und ihm fast die Entscheidung abgesprochen, sich hingesetzt und selbst einen Brief verfasst hätte mit den Worten Augusto Castellanos schickt seine älteste Tochter Desdemona an seiner statt, Samir Al-Mazhir’s Krönung als Diplomatin und Kronenträgerin beizuwohnen. Doch natürlich behielt er das für sich. Natürlich würde er weder sie, noch die Flure mit Informationen füllen, die ihn oder seine Position gefährdeten.
“Euer Vater, Großkönig Augusto, hat seine Gründe, die Einladung auszuschlagen. Wir müssen uns auf den Krieg konzentrieren”, antwortete er ruhig, dabei einen Seitenblick zu Desdemona werfend. Er hielt große Stücke von ihr, und er wusste, dass ihre Gedankengänge weitaus elaborierter waren, als man ihr zutraute. Ein Vogel im Käfig fand oft seine Wege, um durch die Gitterstäbe auszubrechen. “Samir Al-Mazhir wird sich nach der Krönung aufmachen und persönlich Eurem Vater vorstellen. Spätestens dort werdet Ihr Gelegenheit haben, Euch persönlich ein Bild von ihm zu machen.” Die letzten Worte ließen keinen Platz für Endgültigkeit, waren sie doch fast gewoben wie der Anfang einer Geschichte. Was Augusto wollte und was Zephyr wollte, waren oft zwei unterschiedliche Dinge; während der Großkönig in seinem trunkenen Zustand kaum wusste, seine beiden Töchter auseinanderzuhalten, sah Zephyr das Potential der Prinzessin. Zu Orpheus verband ihn etwas Persönliches, etwas Väterliches, doch Desdemona… er kannte den Stich in ihren Augen, weil er ihn oft in seiner eigenen Frau gesehen hatte. Während er nicht zugegen war, würde sie vielleicht Dreh- und Angelpunkt des Schicksals ihrer Familie sein, wenn sie es nur richtig anstellte… oder einen Fehler beging.
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Gold turns to rust - von Desdemona Castellanos - 01-07-2025, 08:58
RE: Gold turns to rust - von *Zephyr Athanas - 11-07-2025, 10:40
RE: Gold turns to rust - von Desdemona Castellanos - 28-07-2025, 12:09
RE: Gold turns to rust - von *Zephyr Athanas - 17-08-2025, 06:56

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