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The Wheel of Time
19.11.1016 - 11:30
Königspalast, Gemächer von Nadir ben Sahid
Trigger: Opiumkonsum, Gespräche über Verlust

Sommerland
Nadir ben Sahid
Sommerland
Alter 44
Beruf Prinz von Matariyya
Wohnort Dharan al-Bahr
Stand Verheiratet
User Pat
#2
Was tat jemand, der alles verlor? Eine nachvollziehbare, tiefgreifende Frage. Eine Frage, die er jeden Tag, jeden Abend, jeden Morgen durchdachte und nie zu einer Antwort zu kommen schien - so, als würde er sich im Kreis drehen. Für ihn drehte sich kein Rad der Zeit, nein. Nadir war in einer Endlosschleife gefangen und spürte nur jeden Tag, was es eigentlich hieß, ein Gefangener zu sein. Was es hieß ein Gefangener zu sein, der - irgendwie - alles verlor.
Die Analyse des Händlers, dem er heute begegnen würde, war wohl durchaus treffend, doch ... was war die Lösung? Was war die Möglichkeit, sich aus der Starre des Schicksals zu lösen? Ehrlicherweise ... sah er keine - bis auf die Tatsache, das eine Messer, das er für das Essen nutzte, gegen sich selbst zu wenden, doch dafür war er entweder zu mutig oder zu feige, das hatte er noch nicht entschieden.
Aber ja, das war er: Ein Bruder ohne Familie, ein Prinz ohne Menschen, ein freier Mann ohne Freiheit. Wenig blieb von dem bunten Vogel, selbst seine Roben waren zugeknöpfter und dunkler; das Gesicht - einst voller Freude, Strahlen und Lächeln - war finster, mit dunklen Augenringen und eingefallenen Wangen und müdem Blick. Nein, viel war nicht übrig von dem Mann, der einst Glück, Freude und Lust durch die Welt brachte. Sein Hoffnungsschimmer? Seine Frau. Womöglich gab er nicht auf, weil sie nicht aufgab. Sie allerdings war eher die Frau, die kämpfte - so jedenfalls schien es; diesen Eindruck machte sie.

Besuch erwartete er nicht. Er erwartete eigentlich überhaupt gar nichts, hm? Er wusste manchmal kaum, wann die Tage begannen oder endeten. Man präsentierte ihn - so, dass er als ben Sahid kein Gefangener war und er der Gnade der neuen Herrschaft nur danken musste. Und hier war er nun mit den Wachen, die ihn durchgehend beobachteten, dort standen und darauf achteten, dass er nichts tat, was gefährlich sein konnte. Er wusste zwar nicht, was er hier in seinem Zimmer - oder im Zimmer von Aamina und ihm - anstellen konnte, aber gut, sollten sie ihn beobachten. Manchmal sprach er mit ihnen und sie antworteten nicht. Manchmal machte er sich lustig über sie. Manchmal verfluchte er sie. Ein Leben war das alles nicht.
Was war passiert? Nadir wollte nicht daran denken. Nicht daran, dass ein Putsch von innen stattfand, um die Familie ben Sahid zu stürzen, sie auszulöschen und loszuwerden. Und von da an verstand er den Spruch, dass dasselbe Volk, das einem bei der Krönung zujubelte, es auch bei der Hinrichtung tat. Bedienstete, die er als Freunde erachtete, wendeten sich ab; Liebhaberinnen sprachen nicht mehr mit ihm und einst loyale Gefolgsleute lachten nun zu neuen Herrschern. Die Wut, die der hochgewachsene ben Sahid empfand, war groß - zugleich tat er alles, um sie zu betäuben, weshalb der heutige Besuch gar kein so unglücklicher Zufall war.

Da stand er plötzlich, ein Händler, und Nadir war gar nicht dazu imstande, großartig zu fragen, warum er hier eintreten durfte. Es war auch keine Freude, die Nadir empfand, sondern vielmehr ... Akzeptanz. Ehrlicherweise gab es kaum eine Regung, sodass man sich fragte, ob Nadir den Besucher, der soeben eintrat, überhaupt wahrnahm. Das Opium galt dabei auch seiner Verletzung, weshalb er einen Moment brauchte, um sich zu erheben, nachdem er den Tag quasi im Bett verbrachte.
"Ach, wofür?"
, sprach er sarkastischer als sonst.
"Ich habe Gesellschaft, wenngleich ich sie mir weiblicher und freizügiger gewünscht hätte."
Nadir sah sich um.
"Ein wunderbares Zimmer, alles, was ich brauche, kann ich in nur wenigen Schritten erreichen."
Er sah auf einen unangerührten Teller mit frischer Kost.
"Gesorgt wird auch um mich."
Natürlich trieften die Sätze nur so von Sarkasmus.
"Wie kommt Ihr hier rein? Und vor allem: Was wollt Ihr hier? Ein Händler spaziert ja auch nicht in ein Armenviertel."
Ob er insgeheim froh war, ausgerechnet ihn zu sehen? Vielleicht. Es war eine Art ... Vergangenheit; wie ein Strohhalm, den es zu packen galt, um zu besseren Zeiten zurückzukehren. Und wenn es nur ein Mittel sein mochte, das Keeran ihm auf jeden Fall nicht einfach hier vor den Wachen verkaufen würde können.
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The Wheel of Time - von Keeran Neshat - 23-08-2025, 08:48
RE: The Wheel of Time - von Nadir ben Sahid - 10-11-2025, 00:37
RE: The Wheel of Time - von Keeran Neshat - 16-11-2025, 16:53

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