31-01-2026, 23:09 - Wörter:
Der Tag war lang. Stundenlang hatten sie sich durch das Dickicht im Wald geschlagen, waren über Wurzeln gestolpert, durch Dornen gerutscht, hatten die Beine wund und die Füße schwer von jedem Schritt gespürt. Mira spürte jeden Muskel, jeden Schmerz, doch sie ließ es niemandem anmerken. Schwäche durfte hier nicht sein. Also hielt sie die Schultern gerade, ging weiter, atmete tief durch und tat, als wäre alles leicht, als würde jeder Schritt nur dazu gehören, wie ein Teil eines Tanzes, den sie längst vergessen hatte.
Nichts hatten sie gefunden. Keine Spuren, keine verrußten Stämme, nicht einmal ein zertrampeltes Grasbüschel, das auf ein Tier hingedeutet hätte. Frustrierend, ja, und doch auf eine seltsame Weise erleichternd. Je länger sie nichts fanden, desto länger war sie sicher, dass der Drachen, falls er wirklich existierte, noch nicht in Gefahr war und desto weiter weg war sie von allem, was sie hinter sich lassen wollte. Von ihrem Vater, von der Gauklergruppe, von den Straßen, die nie ein Zuhause gewesen waren. Das allein machte sie… fast glücklich. Ein warmes, leises Glück, das durch jede Faser ihres Körpers kroch, trotz der müden Beine und des schmerzenden Rückens.
Sie wusste noch nicht, wo sie hingehörte. Zwei Frauen, ein paar Männer, die meisten kaum wie richtige Kämpfer wirkend, und dann Rowan, der große Mann zu Pferd mit dem schweren Schwert, den sie kurz nach dem ersten Treffen kennenlernte. Sie wusste, dass sie aufpassen musste, dass jede Geste, jeder Schritt, jede Regung beobachtet und bewertet wurde, und sie hielt sich zurück. Beobachtete, merkte sich Gewohnheiten, las Stimmungen und versuchte, sich selbst einzuordnen, ohne aufzufallen. Noch war sie fremd hier, noch war jeder Moment unsicher. Und doch war es das erste Mal seit Jahren, dass sie sich frei fühlte. Wirklich frei. Die Ungewissheit, die Angst davor, entdeckt oder zurückgeholt zu werden, blieb wie ein leiser Schatten, doch sie war bereit, sie auszuhalten.
Ihre Hände schlossen sich um ihre Decke, zogen sie enger, als würde sie dadurch die eigene Entschlossenheit festhalten. Kleine Rituale gaben ihr Halt: ein letzter Blick über das Lager, das Sortieren der wenigen Habseligkeiten, das vorsichtige Ordnen der Vorräte. Sie liebte die Nachtstunden, das Knistern des Lagerfeuers, die Stille zwischen den Geräuschen des Waldes. Alles war neu, alles war ungewiss, und gerade deswegen kostete sie jeden Atemzug aus, als wäre es ein Geschenk.
Der Gedanke an den Drachen selbst blieb vage. Vielleicht war er nur ein Gespenst, eine Geschichte, ein Gedankenspiel des Königs, um Unruhe zu säen. Vielleicht würde er nie gefunden werden. Vielleicht war die Jagd weniger wichtig als das, was sie selbst hier gefunden hatte die Chance, einen Weg zu gehen, der nur ihr gehörte. Die Gelegenheit, sich selbst zu beweisen, ohne übermächtige Hände, ohne die Kälte von Pflicht und Zwang, ohne die ständige Überwachung eines Vaters, der nichts als Schrecken hinterlassen hatte.
Und als sie dann Freyja vor sich sah, die sich ihr zuwendete, lächelte, die Worte aussprach, die genau in diesem Moment alles ein kleines Stück heller machten, konnte Mira nicht anders, als zurückzulächeln. „Es freut mich wirklich, dich kennenzulernen. Ich bin Mira.“, sagte sie leise, und ihre Stimme war warm und ehrlich. „Es ist schön, noch weibliche Gesellschaft zu haben hier… und ich glaube, wir werden gut miteinander auskommen.“ Sie lehnte sich ein wenig näher ans Feuer, spürte die Flamme auf ihren Fingern, und in diesem Moment fühlte sich alles ein klein wenig weniger fremd an, ein klein wenig leichter, und das war genug.
Nichts hatten sie gefunden. Keine Spuren, keine verrußten Stämme, nicht einmal ein zertrampeltes Grasbüschel, das auf ein Tier hingedeutet hätte. Frustrierend, ja, und doch auf eine seltsame Weise erleichternd. Je länger sie nichts fanden, desto länger war sie sicher, dass der Drachen, falls er wirklich existierte, noch nicht in Gefahr war und desto weiter weg war sie von allem, was sie hinter sich lassen wollte. Von ihrem Vater, von der Gauklergruppe, von den Straßen, die nie ein Zuhause gewesen waren. Das allein machte sie… fast glücklich. Ein warmes, leises Glück, das durch jede Faser ihres Körpers kroch, trotz der müden Beine und des schmerzenden Rückens.
Sie wusste noch nicht, wo sie hingehörte. Zwei Frauen, ein paar Männer, die meisten kaum wie richtige Kämpfer wirkend, und dann Rowan, der große Mann zu Pferd mit dem schweren Schwert, den sie kurz nach dem ersten Treffen kennenlernte. Sie wusste, dass sie aufpassen musste, dass jede Geste, jeder Schritt, jede Regung beobachtet und bewertet wurde, und sie hielt sich zurück. Beobachtete, merkte sich Gewohnheiten, las Stimmungen und versuchte, sich selbst einzuordnen, ohne aufzufallen. Noch war sie fremd hier, noch war jeder Moment unsicher. Und doch war es das erste Mal seit Jahren, dass sie sich frei fühlte. Wirklich frei. Die Ungewissheit, die Angst davor, entdeckt oder zurückgeholt zu werden, blieb wie ein leiser Schatten, doch sie war bereit, sie auszuhalten.
Ihre Hände schlossen sich um ihre Decke, zogen sie enger, als würde sie dadurch die eigene Entschlossenheit festhalten. Kleine Rituale gaben ihr Halt: ein letzter Blick über das Lager, das Sortieren der wenigen Habseligkeiten, das vorsichtige Ordnen der Vorräte. Sie liebte die Nachtstunden, das Knistern des Lagerfeuers, die Stille zwischen den Geräuschen des Waldes. Alles war neu, alles war ungewiss, und gerade deswegen kostete sie jeden Atemzug aus, als wäre es ein Geschenk.
Der Gedanke an den Drachen selbst blieb vage. Vielleicht war er nur ein Gespenst, eine Geschichte, ein Gedankenspiel des Königs, um Unruhe zu säen. Vielleicht würde er nie gefunden werden. Vielleicht war die Jagd weniger wichtig als das, was sie selbst hier gefunden hatte die Chance, einen Weg zu gehen, der nur ihr gehörte. Die Gelegenheit, sich selbst zu beweisen, ohne übermächtige Hände, ohne die Kälte von Pflicht und Zwang, ohne die ständige Überwachung eines Vaters, der nichts als Schrecken hinterlassen hatte.
Und als sie dann Freyja vor sich sah, die sich ihr zuwendete, lächelte, die Worte aussprach, die genau in diesem Moment alles ein kleines Stück heller machten, konnte Mira nicht anders, als zurückzulächeln. „Es freut mich wirklich, dich kennenzulernen. Ich bin Mira.“, sagte sie leise, und ihre Stimme war warm und ehrlich. „Es ist schön, noch weibliche Gesellschaft zu haben hier… und ich glaube, wir werden gut miteinander auskommen.“ Sie lehnte sich ein wenig näher ans Feuer, spürte die Flamme auf ihren Fingern, und in diesem Moment fühlte sich alles ein klein wenig weniger fremd an, ein klein wenig leichter, und das war genug.

