01-02-2026, 19:40 - Wörter:
Was blieb ihm wohl noch groß möglich, so außer Humor? Dabei würde Nadir es wohl kaum als Humor bezeichnen - es war vielmehr der letzte Lebensinstinkt, der noch übrig war - wenn er denn übrig war. Ja, Nadir so zu sehen, war eine Überraschung. Er war jener Mann, der gut darin war, gute Laune zu verteilen, Hoffnung zu wecken und zu motivieren. Das schaffte er gegenüber seiner Frau, seinem Bruder, seiner Familie seit jeher. Und nun? Nun ist er ein gefallener Mann. Und er wusste nicht einmal, was wahrlich dazu führte, dass er trauerte. Der Verlust seiner Position? Vielleicht, aber das war nicht das, was ihn hauptsächlich kränkte, denn insgesamt war er vor allem eines: Ein Familienmensch. Dabei mochte er nicht immer der beste Mensch in der Familie sein, aber er liebte sie tief und innig - und nun waren sie tot, gefangen, fort? Wie er damit umgehen sollte? Unklar. Klar war jedoch, dass er trauerte und keine Hoffnung auf Besserung hatte.
Dabei fiel es ihm wahrlich schwer, sich selbst im Spiegel zu betrachten. Vielleicht auch, weil er glaubte, dass er die Situation hätte retten können, wäre er weniger stur gewesen, zumindest redete er sich das ein. Der Händler und Nadir sprachen nicht zum ersten Mal miteinander, doch es hatte sich doch so vieles verändert. Nadir fühlte sich, als hätte er nächtelang durchgefeiert - und selbst das beschrieb nicht annähernd den Gemütszustands des hochgewachsenen Mannes.
Nadir torkelte - mehr aufgrund seiner Verletzung und dem brummenden Kopf - zu einer Sitzgelegenheit, auf die er sich niederließ.
Dabei fiel es ihm wahrlich schwer, sich selbst im Spiegel zu betrachten. Vielleicht auch, weil er glaubte, dass er die Situation hätte retten können, wäre er weniger stur gewesen, zumindest redete er sich das ein. Der Händler und Nadir sprachen nicht zum ersten Mal miteinander, doch es hatte sich doch so vieles verändert. Nadir fühlte sich, als hätte er nächtelang durchgefeiert - und selbst das beschrieb nicht annähernd den Gemütszustands des hochgewachsenen Mannes.
"Oh, Ihr wisst, ich war oft genug in Armenviertel. Vielleicht haben sie eines, was mir gerade fehlt."
, begann er zu sprechen und drehte sich dann in einen der Spiegel, um seine Kleidung zu richten. "Freiheit."
Dann richteten sich die braunen Augen wieder zum Händler, dessen Motive für den Besuch er noch nicht vollends erkannte. Benebelt und depressiv war Nadir alle mal - aber er hatte sich auch keine Klinge in den Hals gerammt, weshalb so etwas wie Überlebenswille durchaus vorhanden war.Nadir torkelte - mehr aufgrund seiner Verletzung und dem brummenden Kopf - zu einer Sitzgelegenheit, auf die er sich niederließ.
"Natürlich seid Ihr keine Gefahr, man denke nur an deine Künste im Armdrücken."
, sprach der gefallene Prinz und musterte ihn lange - den Gehstock, die intensiven Augen. Ein stattlicher Mann eigentlich. "... wir haben doch schon einmal Armdrücken gemacht, oder?"
Seine so scharfen Sinne gingen verloren - auch, weil er sich selbst so viel wie möglich benebelte - Opium war sein Freund, weshalb er Keeran trotz allem doch als einen gewissen Hoffnungsträger sah. Als er eine Schachtel in der Hand hielt, schien sich Nadirs Laune fast zu heben - vielleicht war da gar eine gewisse Gier. "Nun, Ihr habt meine Aufmerksamkeit, Keeran. Und Zeit."
, entgegnete er ihm und lehnte sich sanft zurück - ebenso vermittelte er mit einer Handbewegung, dass er sich setzen dürfe. "Freund. Normalerweise bezeichne ich nur jene als Freunde, mit denen ich geschlafen habe. Aber daran würde ich mich erinnern."
Nadir lächelte - dass er Männer nicht partout ablehnte, war bekannt. So oder so wusste der Mann nicht, ob er Keeran wahrlich als Freund bezeichnen würde. "Ich sehe aber, dass Ihr nicht nur was von mir verlangt, sondern mir auch etwas mitbringt?"
