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wars are won before the first battle is fought
15.08.1016 - 16:00
Zephyrs Arbeitszimmer | King's Portal
Zephyr Athanas Belisarius Caderitor

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Belisarius Caderitor
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#6
Das war zu einfach. In letzter Zeit gelang vieles zu einfach. Belisarius war sich unsicher, ob dies gut oder schlecht war. Zeiten, die seine Geschäfte begünstigten, bedeuteten auch größere Probleme für andere und mehr Probleme in Verkettung konnten noch größere Probleme für ihn bedeuten; Chaos war nicht seine erste Wahl. Doch noch schienen die Probleme beherrschbar, sogar nützlich für die eigene Planungen. "Dafür danke ich," entgegnete er ein wenig nachdenklich mit einer gewissen Skepsis. Er war nicht skeptisch gegenüber Zepyhr, sondern gegenüber der Aussage, dass der Großkönig überhaupt Verständnis zeigte. Man hätte diese Lage nicht, wenn er sich verständnisvoller um die Belange des Reichs gesorgt hätte. Doch wollte Belisarius nicht nach zu viel Interesse des Königs verlangen, so denn dies auch eine nachteilige Einmischung bedeuten konnte. Zepyhr in seiner berechnenden Sicht und der klaren Machtpolitik war durchaus gut und mitunter sogar besser als ein König, der willkürlich und spontan Dinge entschied. Sicherheit lag auch in der tumben Verlässlichkeit der kalten Machtpolitik, die für ihn selbst klaren Regeln folgte, die man einhalten konnte. Regeln, die vielleicht sogar einen Spielsieg erlaubten, wenn man das Spiel nur lange genug spielte. "Das Angebot ist bereits soweit geschrieben und wird nach meiner letzten Bearbeitung sofortig übermittelt," versicherte er mit einer kalten Regung in seinem Gesicht. Kurz zuckten seinen Wangen, die Mundwinkel und seine frostigen Augen weiteten sich. Dieses Angebot würde weitreichende Folgen für ihn aber auch das Reich haben. Belisarius wusste um die Vorteile, die Gewinne aber auch um die Verpflichtungen, die sich daraus ergaben. Ein Feigling war Belisarius nicht aber vorsichtig, so dass dieses Angebot für ihn mehr bedeutete, als nur eine geschäftliche Beziehung. Sein Schicksal lag eng verknüpft damit.

"Weitere Aufträge?" Belisarius schmunzelte salzig. Die Arbeit hörte nie auf, eigentlich war dies gut aber er hatte sich mit der aktuellen Ausstattung und seinen bescheidenen Möglichkeiten etwas Zeit erbitten wollen, um seine Kräfte nicht zu überdehnen. Gute Kämpfer, gute Handlanger, wuchsen nicht auf Bäumen, sondern brauchten vor allem Ausbildung und Auswahl, was wiederum Zeit als zentrale Ressource benötigte. Zepyhr sah sich ohne Zweifel großen Aufgaben gegenüber und doch konnte er nicht einfach jedwede unliebsame Aufgabe weiterleiten, in der blanken Absicht, dass sie schon erfüllt werden würden. Belisarius konnte keine Wunder wirken, besaß keine Magie, und war auch ansonsten ein pragmatischer Geschäftsmann. Dinge brauchten Zeit und Willen. Den Willen mochten sie alle haben aber ihnen ging schlicht die Zeit aus. "Aha," schloss er an und hörte zu. Belisarius hatte ohne keine Wahl, da die Verträge in beide Richtungen eindeutig waren. Die umfassenden Privilegien und Geldzahlungen gegen Dienstpflicht und Treue. Gerne hätte er sich auf einen Passus im Vertrag berufen, dass er auch Aufträge ablehnen konnte aber dieser Passus war nur für absolute Ausnahmen vorgesehen und würde jedweden weiteren Vertrag terminieren. Belisarius musste also widerwillig zuhören, sich Gedanken machen und diese Aufträge in seinen vollen Plan einbeziehen. Macht machte Arbeit.

"Das ist bekannt," antwortete er auf die versichernde Frage der Hand des Königs. Natürlich kannte er diesen Fakt und war durch seine Spione reichlich informiert; vielleicht sogar mehr als die Hand aber man musste ja nicht alles preisgeben und so tat er so, als ob die Hand die derzeitig einzige Quelle von bestätigten Erkenntnissen war. Manchmal war es einfach gut, den Teil-Wissenden zu spielen und nur Vorhandenes zu bestätigen. Letztlich war in diesem Spiel Information der entscheidende Vorteil, um einen schnellen Zug galant zu gestalten. Selten war es nützlich, eine andere Person ganz in die eigenen Pläne einzuweihen und sie nur im Rahmen ihrer ausführenden Handlung in Kenntnis zu setzen. Zu viel geteiltes Wissen konnte mehr schaden als nützen und sogar Handlungen zur Abweichung bringen, da Menschen mit zu vielen eigenen Kenntnissen sich oft auf ihren Verstand und manchmal auch Gewissen verließen, was den Plan beschädigen konnte. Eigenständiges Handeln war nur in festen Rahmenlinien nützlich. Menschen mussten sanft benutzt werden und ihre brüchigen Moralvorstellungen, Gewissen und Herzen dürften nur elegant behandelt werden. So manches Unwissen machte die Lüge leichter, den Selbstbetrug und erlaubte jene ambivalente Kontrolle von Menschengruppen. Belisarius kannte sich leider zu gut damit aus, da er auch selbst Opfer jener Politik geworden war. Sein Vater war ein guter Lehrer in dieser Form der Kontrolle und konstruierten Abhängigkeit.

Die Aufgabe war nicht politisch schwierig aber zeitintensiv und brauchte Organisation. Zeit hatte er nicht. Organisation konnte er. Belisarius prüfte seine Möglichkeiten durch, dachte hektisch nach, denn alles konnte furchtbar scheitern. Große Lager bedeuteten immer Unruhe, wenn man keine strenge Disziplin einsetzte und für genau jene Disziplin brauchte er Wachtmeister. Nur hatte er nicht genügend Männer für diese Rolle. Noch dazu die Versorgung, die Waffen und die Koordination, was das alles kosten würde. Belisarius seufzte fast unhörbar. Er würde in Vorkasse gehen müssen, um dann entsprechend die Kosten mit einem erheblichen Aufschlag von der Reichskasse einzufordern. - Und die Kasse war sehr langsam und zahlte nur sehr unwillig, da das Gold vom Großkönig für seine Späße und Lebenswandlungen gebraucht wurde. Doch die erheblichen Aufschläge und die Schuldpflichten der Krone gegenüber ihm, würden langfristig ein großes Geschäft sein. "Bekomme ich alle notwendigen Freiheiten? Ich brauche eine Urkunde, die mir entsprechende Rechte zur Bestallung eines Heeres vor der Stadt erlaubt, weiterhin Rechte zur Requirierung und Disziplinierung," sagte er und überlegte bereits, wie er dieses Lager gestalten wollte. Zephyr sollte wissen, dass er nicht ohne hoheitliches Recht agieren würde. Ohne entsprechende Vorrechte war ein solches Lager nicht zu gestalten, noch ein Heer auszuheben, denn die Menschen brauchten eine Rechtsfiktion für eigene Handlungen. Niemand Gesundes wollte freiwillig auf der Seite des Unrechts stehen. "... auch brauche das Gerichtsrecht für das Heer, ein Patentrecht für weitere Hauptleute und Offiziere und das verbriefte Recht im Namen des Königs Befehle über das Heer zu richten," ergänzte er und blickte Zephyr ernst an. Es lag keinerlei menschliche Regung mehr in Belisarius Gesicht. "Dann könnt ihr euer Problem als gelöst betrachten," offenbarte er mit einer teuflischen Zuversicht jene Lösung und er war wahrlich gewillt, dieses Heereslager zu errichten und die Hand würde ihr Heer erhalten, was jeder grausamen Politik dienen würde, da Belisarius sehr gut darin war.
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RE: wars are won before the first battle is fought - von Belisarius Caderitor - 28-02-2024, 21:14
RE: wars are won before the first battle is fought - von Belisarius Caderitor - 03-03-2024, 21:05
RE: wars are won before the first battle is fought - von Belisarius Caderitor - 11-03-2024, 23:45
RE: wars are won before the first battle is fought - von Belisarius Caderitor - 20-03-2024, 00:30
RE: wars are won before the first battle is fought - von Belisarius Caderitor - 27-03-2024, 20:48
RE: wars are won before the first battle is fought - von Belisarius Caderitor - 11-04-2024, 13:47

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