27-03-2024, 11:20 - Wörter:
Marigold schien wahrhaft von ihrem König angetan zu sein. Sehr erheiternd fand er ihren Witz und bei diesem Lob (wenngleich es vermutlich nicht allzu ernst gemeint war), ging ihr richtig das Herz auf. Sie klatschte begeistert in die Hände und betrachtete ihn mit der einfachen Verliebtheit eines jungen, vollkommen unschuldigen Mädchens, das sich nie den Kopf über irgendetwas zerbrochen hatte - außer darüber, dass vielleicht nicht alle bei Tisch waren, sobald der Nachtisch serviert wurde.
Nachdem Alastair das Glas des Königs aufgefüllt hatte, lächelte er ihm wohlwollend zu. "Wirklich bedauerlich, dass wir aktuell keinen Met ausschenken können. Gerade jetzt, wo diese Stadt endlich in frühlingsländischer Hand ist! Aber man hat mir glaubhaft versichert, dass die nächste Lieferung erst in etwa einer Woche eintreffen kann...", bedauerte Alastair Fielding. Nunja, bis dahin hatten sie ja noch Zeit, den Weinkeller des alten Fürsten vollends auszusaufen. Er würde den Wein ja nun nicht mehr brauchen!
Der König unterstrich seine Freude darüber, dass die Fieldings wohlbehalten hier eingetroffen waren und sich bereits anfingen, heimisch zu fühlen. Zumindest ließen sie nichts anderes durchblicken.
Dankbar, dass sein König ihn hatte ziehen lassen, hatte Jasper sich von allem Trubel entfernt und atmete die frische, kühle Nachtluft ein. Sie schmeckte ihm immer noch fremd - doch wenigstens war der Rauch mittlerweile vollkommen verzogen. Natürlich hatten sie hier nicht gebrandschatzt - immerhin wollten sie keinen Trümmerhaufen einnehmen. Doch hatte es durch die Unruhen trotzdem einige verlustige Häuser gegeben. Entfernt hörte Jasper das geschäftige Tuscheln, das vermutlich dadurch erzeugt wurde, dass seine Schwester Marigold sich darum zu kümmern hatte, den Nachtisch auf etwas später zu verlegen.
Fast erschrak Jasper ein bisschen, als der König auf einmal an seiner Seite stand. Zackig erhob er sich aus seiner freizeitmäßigen Schonhaltung und neigte den Kopf kurz. Erst danach drehte Jasper sich noch einmal hin zum Anblick auf die Stadt und dachte dann über die Feststellung des Königs nach. Merkwürdig... er selbst hatte genau einen gegenteiligen Eindruck, aber vermutlich übertrug er nur seine eigene Unruhe auf alles, was sich ihm als scheinbar ruhig darstellte. Nach einiger Überlegung wollte Jasper zu einer diplomatischen Antwort ansetzen, doch der König kam ihm zuvor und stellte ihm eine Frage. Automatisch ließ Jasper kurz den Kopf hängen, als fühle er sich ertappt. Und das ausgerechnet vor seinem König, zu dem er aufblickte wie zu seinen Ausbildern, fast wie zu einem Vater. "Es tut mir leid, wenn meine gedrückte Stimmung Euch den Abend verdorben hat, Majestät. Es ist nur...", fing Jasper an, sich zu erklären. Er war sich insgeheim sicher, dass der König ebenfalls keine große Freude an der Feier hatte, doch wollte er trotzdem zum Ausdruck gebracht haben, wie sehr ihm seine eigene Lethargie aufgefallen war.
"Es fällt mir sehr schwer, Ruhe zu bewahren und bei einer derartigen Feier einfach stillzusitzen. Ihr kennt mich und wisst, dass ich generell nicht gerne herumsitze. Dass ich zur Tat schreiten will. Und mir gehen einfach unheimlich viele Dinge durch den Kopf, die so schnell wie möglich angegangen werden müssen.
Und dazu zähle ich nicht die Metlieferungen... so sehr ich ihn auch dem Wein vorziehen würde." Jasper atmete tief durch, denn im Wesentlichen hatte er gesagt, was ihn bewegte. Nicht im Detail, das hätte wohl zu lange gedauert. Aber wenn Jasper seinen König richtig einschätzte, dann musste es ihm doch ganz ähnlich ergehen.
Natürlich hatte Jasper keine direkte Angst um sich selbst - als Ritter gehörten Verletzungen bis hin zum Eintritt des Todes quasi zum Berufsrisiko. Aber er fürchtete darum, alles Erreichte zu verlieren - und den Rest ebenfalls. Er mochte sich gar nicht vorstellen, was passierte, wenn seine Familie eines Tages in die Hände des Großkönigs fiel. Er selbst war der einzige, der tatsächlich bei der Eroberung anwesend gewesen war. Doch sie alle maßten sich - aus Sicht des Großkönigs - ganz schön viel an. So vermutete Jasper zumindest. Und das bewegte ihn innerlich sehr.
Nachdem Alastair das Glas des Königs aufgefüllt hatte, lächelte er ihm wohlwollend zu. "Wirklich bedauerlich, dass wir aktuell keinen Met ausschenken können. Gerade jetzt, wo diese Stadt endlich in frühlingsländischer Hand ist! Aber man hat mir glaubhaft versichert, dass die nächste Lieferung erst in etwa einer Woche eintreffen kann...", bedauerte Alastair Fielding. Nunja, bis dahin hatten sie ja noch Zeit, den Weinkeller des alten Fürsten vollends auszusaufen. Er würde den Wein ja nun nicht mehr brauchen!
Der König unterstrich seine Freude darüber, dass die Fieldings wohlbehalten hier eingetroffen waren und sich bereits anfingen, heimisch zu fühlen. Zumindest ließen sie nichts anderes durchblicken.
Dankbar, dass sein König ihn hatte ziehen lassen, hatte Jasper sich von allem Trubel entfernt und atmete die frische, kühle Nachtluft ein. Sie schmeckte ihm immer noch fremd - doch wenigstens war der Rauch mittlerweile vollkommen verzogen. Natürlich hatten sie hier nicht gebrandschatzt - immerhin wollten sie keinen Trümmerhaufen einnehmen. Doch hatte es durch die Unruhen trotzdem einige verlustige Häuser gegeben. Entfernt hörte Jasper das geschäftige Tuscheln, das vermutlich dadurch erzeugt wurde, dass seine Schwester Marigold sich darum zu kümmern hatte, den Nachtisch auf etwas später zu verlegen.
Fast erschrak Jasper ein bisschen, als der König auf einmal an seiner Seite stand. Zackig erhob er sich aus seiner freizeitmäßigen Schonhaltung und neigte den Kopf kurz. Erst danach drehte Jasper sich noch einmal hin zum Anblick auf die Stadt und dachte dann über die Feststellung des Königs nach. Merkwürdig... er selbst hatte genau einen gegenteiligen Eindruck, aber vermutlich übertrug er nur seine eigene Unruhe auf alles, was sich ihm als scheinbar ruhig darstellte. Nach einiger Überlegung wollte Jasper zu einer diplomatischen Antwort ansetzen, doch der König kam ihm zuvor und stellte ihm eine Frage. Automatisch ließ Jasper kurz den Kopf hängen, als fühle er sich ertappt. Und das ausgerechnet vor seinem König, zu dem er aufblickte wie zu seinen Ausbildern, fast wie zu einem Vater. "Es tut mir leid, wenn meine gedrückte Stimmung Euch den Abend verdorben hat, Majestät. Es ist nur...", fing Jasper an, sich zu erklären. Er war sich insgeheim sicher, dass der König ebenfalls keine große Freude an der Feier hatte, doch wollte er trotzdem zum Ausdruck gebracht haben, wie sehr ihm seine eigene Lethargie aufgefallen war.
"Es fällt mir sehr schwer, Ruhe zu bewahren und bei einer derartigen Feier einfach stillzusitzen. Ihr kennt mich und wisst, dass ich generell nicht gerne herumsitze. Dass ich zur Tat schreiten will. Und mir gehen einfach unheimlich viele Dinge durch den Kopf, die so schnell wie möglich angegangen werden müssen.
Und dazu zähle ich nicht die Metlieferungen... so sehr ich ihn auch dem Wein vorziehen würde." Jasper atmete tief durch, denn im Wesentlichen hatte er gesagt, was ihn bewegte. Nicht im Detail, das hätte wohl zu lange gedauert. Aber wenn Jasper seinen König richtig einschätzte, dann musste es ihm doch ganz ähnlich ergehen.
Natürlich hatte Jasper keine direkte Angst um sich selbst - als Ritter gehörten Verletzungen bis hin zum Eintritt des Todes quasi zum Berufsrisiko. Aber er fürchtete darum, alles Erreichte zu verlieren - und den Rest ebenfalls. Er mochte sich gar nicht vorstellen, was passierte, wenn seine Familie eines Tages in die Hände des Großkönigs fiel. Er selbst war der einzige, der tatsächlich bei der Eroberung anwesend gewesen war. Doch sie alle maßten sich - aus Sicht des Großkönigs - ganz schön viel an. So vermutete Jasper zumindest. Und das bewegte ihn innerlich sehr.
