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wars are won before the first battle is fought
15.08.1016 - 16:00
Zephyrs Arbeitszimmer | King's Portal
Zephyr Athanas Belisarius Caderitor

Unregistered
Belisarius Caderitor
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#10
Die entscheidende Antwort blieb die Hand ihm schuldig. Immer noch konnte sich Belisarius nur in den Schatten verstecken, seine Handlungen durch Unwissen der anderen verbergen und musste beharrlich darauf achten, dass niemand so genau wusste, was er eigentlich tat. Er brauchte diese Ernennung. Nicht, weil er begierig nach Titeln war, sondern als laufende Entschuldigung, als mögliche Rechtfertigung und auch als Galgenerlass, sofern das Schicksal sich gegen seine Pläne verschworen haben sollte. All die Grausamkeit, die Skrupellosigkeit und die verbundene Zielstrebigkeit mussten eine Absolution verlangen, da sie ansonsten schlicht nur Verbrechen waren, die in dieser Zeit üblich, am Galgen oder auf dem Schafott enden würden. Manchmal glaubte er sogar daran, dies vielleicht zu verdienen. Doch noch gab es keinen Richter, der sein Urteil fällen würde. Belisarius würde dies auch zu verhindern wissen. "Ich nehme also an als Heermeister bestellt zu werden?" - fragte er also nach, nicht, dass die politisch begabte Hand ihn über den Tisch ziehen wollte und dieses Amt schlicht an einen anderen vergab. Bewusstes Vergessen war eine beliebte Strategie, um keine klare Auskunft geben zu müssen. Manche Politik basierte zu weiten Teilen auf diesem strategischen Vergessen. Belisarius würde diesen Punkt jedoch nicht aufgeben, da er plante, seine üblen Taten im Namen der Krone zu begehen, um nicht zwingend selbst dafür haften zu müssen. Dies war ihm sogar so wichtig, dass er alle weiteren Verträge daran zu knüpfen gedachte, sofern Zephyr nicht darauf einging. Er räusperte sich einmal, blickte sich für eine Sekunde um und lehnte sich dann wieder entspannt zurück. Die Hand sollte antworten. Jetzt, damit dieses Ungemach abfiel und seine Arbeit gesichert war. Es war nun einmal ein Fakt, dass Belisarius selten etwas ohne Gegenleistung tat und oft war diese Gegenleistung vergoldet aber auch nicht selten eine Gefälligkeit.

"Dieser Wüstenkönig wird, sofern wir nicht gegen einen Aufstand oder eng verschworene Mächte kämpfen, sicher sein," versicherte Belisarius schließlich. Doch dann dachte er nach, hob die Hand für eine gedankliche Pause und sagte dann: "Ich befürchte, dass es einen Aufstand tatsächlich geben könnte. Das Sommerland ist ohnehin durch die Katastrophe instabil, die Verpflichtung wird ihren Beitrag leisten und auch ansonsten ist eine Gesellschaft, die nicht zwingend eine gleichgelagerte straffe Administration, wie unsere, aufweist, anfällig. Gewinnler könnten nun ihre Gelegenheit sehen. Ich befürchte auch, dass unsere Arbeit dort komplexer, wenn nicht sogar kompliziert, wird." - und damit kostenanfällig und arbeitsintensiv. Belisarius ging im Kopf bereits einige Planstellen durch, berechnete mögliche Folgekosten und war sichtlich unzufrieden, da ihm kurz sein Gesicht in einen ungehalten Zustand entglitt. Doch das Gesicht fing sich schnell wieder. Krieg war für ihn eine Statistik und Politik eine Berechnung, so denn Belisarius überschlug, dass die Kosten derzeit noch im Rahmen waren. "Wir brauchen dringend Aufklärung. Ich werde meine Tauben priorisiert anweisen, einen Fokus auf das Sommerland zu legen," nickte er ab und blickte Zephyr dann kalt an. "Wir müssen mit Verrat am Hofe rechnen. Nicht nur an unserem. Wir wären nicht in dieser Lage, wenn sich unsere Gegner nicht sicher fühlen würden. Verräter in fremden Reihen verleihen Sicherheit," sagte er und stimmte damit der Abschrift zu, da es durchaus angebracht war, mit allem zu rechnen. Überall lauerten nun Gefahren, da dieses Spiel nun vollends erwacht war. Belisarius legte seine Hände ineinander. "Ihr kennt meine Verschwiegenheit. Wie oft habe ich für die Krone geschmeidig Probleme gelöst, ohne das jemand jemals davon erfahren hat?" Dies konnte er betont selbstgerecht sagen, da er in der Tat jedwede Aufgabe erledigte und nach Außen nie ein Wort darüber verlor. Manche Dinge tat man einfach und so gab sich so auch dem Geheimnis hin. Das Geheimnis war ohnehin leichter, da die meisten Dinge, die er getan hatte, nichts waren, was man jemandem frei erzählte. "Matariyya wird sich unterordnen. Lasst mir etwas Zeit, so dass ich einen Plan entwickle, der uns auch in einer Zeit nach Ridvan Zugang zum Reich erlauben wird," erklärte er wissend. Ihm schwebten bereits zwei Ideen im Kopf, um dieses Reich mehr oder minder unauffällig durch die Schatten zu regieren. Doch diese Ideen waren noch nicht ausgereift und bedurften noch Vorbereitung. Menschen waren dann zu kontrollieren, wenn sie die Kontrolle wünschten. Macht lag nicht darin, mit Ketten Menschen zu zwingen, sondern sie dazu zu bringen, diese Ketten auch zu akzeptieren. Belisarius wusste um den menschlichen Geist, der sich in der Regel, gerne genügsam fügte, solange der eigene Alltag bestimmt und sicher war. Wie schaffte man es Männer dafür zu finden, in den Tod zu gehen? Schlicht durch Wunsch und Betrug. Halbwahrheiten, Gewährleistungen und Absichten, vermengt über Zeit mit Angst. Jeder Mensch fürchtete etwas, doch diesen Ängsten war gemein, dass man sie nur tief genug in den menschlichen Geist schmieden musste, um sie zu bewegen. Sei es Angst vor Abstieg, vor Hunger oder auch dem anderen. Auch das Sommerland wäre darüber zu spalten, zu verwalten und im Wissen, dass sie lieber eine Zukunft in Abhängigkeit als einen Untergang wählen würden, machte ihn sicher darin, dass er Erfolg haben würde. Er hatte immer Erfolg, sofern die Zahlen stimmten.

"Das Sommerland kann uns auch noch anders nützen. Derzeit brütet es auch Krankheiten aus. Wir haben bereits hunderte von Erkrankten mit diversen Erscheinungen. Dies könnte auch eine bedeutende Kriegsverwendung finden," zeigte sich Belisarius erneut skrupellos. "Wir haben ja derzeit Interesse am Frühlingsland und dessen Bestrafung, nicht allein an den Menschen dort und nach einer Seuche und deren Behandlung, werden sie uns viel wohlgefälliger sein. Ich denke, dass wir den Krieg gegen das Frühlingsland durchaus damit vorbereiten können. Wir schicken und transportieren Kranke nach Spring's Court, lassen sie dort an die Tore klopfen und mit etwas Glück breiten sich dort auch Seuchen aus. Je mehr Kranke wir verbringen können, umso besser geht es dem Sommerland, dass die Versorgung nicht mehr tragen muss und gleichsam muss die Versorgung vom Frühlingsland übernommen werden. Wenn der dortige König es nicht tut, wird er sich als grausam offenbaren, allen zeigen, wer er wirklich ist und wenn er sie versorgt, schwächt er sich selbst und wir treffen empfindlich seine Versorgung. Egal, wie wir es anstellen, wir werden gewinnen und es erkauft uns Zeit für weitere Planungen," durchdachte eine naheliegende politische Ressource und schlug dies unverblümt Zephyr vor. Aus seiner Perspektive war dies eine ansprechende Vergeltung für die Handlungen des Gegners und verschaffte ihn allen deutlich mehr Gelegenheiten. Man dürfte in diesem Spiel keine gewöhnliche Moral anlegen, sondern musste mit dem arbeiten, was man vorfand.

Zephyr sprach etwas an, was längst überfällig war. Es kümmerte Belisarius eigentlich nicht, was Zephyr anbieten konnte, doch in dieser Gesellschaft zählten Titel und Verbindungen. Nichts, was man in seiner Position als Handlanger verlangen konnte und doch war es längst überfällig, da die Caderitors ein ganzes Gewerbe am Laufen hielten; inzwischen unverschämt reich geworden waren und ihren politischen Einfluss bis in diesen Augenblick ausgedehnt hatten. Dass Belisarius hier saß, war der größte Beweis über den Einfluss, den sie erreicht hatten. Belisarius wollte sich offenbaren, zeigen, was er wirklich war, um zu beweisen, dass Zephyr mit einem Ebenbürtigen verhandelte, wenn nicht sogar gefährlich war. Doch tat man dies nicht. Man zeigte niemals seine wahre Absicht. "Wir sind bescheiden," log er. Sie waren nicht bescheiden, sondern nahmen sich alles, was sie kontrollieren konnten. Sie nahmen es sich nicht aus purer Gier, sondern aus Machthunger. Für die Caderitors gab es nur Macht als Währung. "Dass sich die Krone erkenntlich zeigen will, ehrt uns," schloss er an und war hier durchaus ehrlich, so dass die Lüge sanfter daherkam. Lügen waren delikate Konstruktionen, die auch immer etwas menschlich-wahres bedurften, um lebensfähig zu sein. Zumindest eine gute Lüge. Plumpe Lügen zerbrachen direkt. "Wir brauchen Verbindungen. Zugänge und Geschäftsfelder," erklärte er und verschwieg, dass sie eigentlich nur Kontrolle wollten. Ihre ganzen Wünsche destillierten sich in einem einzigen Wort: Kontrolle. "Jedoch werde ich noch nicht heiraten. Adelstitel sind für mich bedeutungslos," schloss er für sich aus und wollte auch keinen großen Titel. "Man kann Ländereien auch pachten, anders regieren, als über einen Thron. Ihr wollt nicht wissen, welche hohe Herren bei uns so verschuldet sind, dass sie faktisch nicht mehr Herren im eigenen Haus sind," erklärte er seine Gesinnung und seine Absicht, sich nicht an einen Adelstitel zu binden. "Unser Geschäft erledigt man anders, so dass wir Interesse an Kontakten, Verbindungen und Zugängen zu Personen und Kreisen haben. Wir planen, interagieren und besprechen uns. Wir dienen uns an," fügte er noch an und blickte Zephyr mit einem halb-toten teuflischen Schmunzeln an. Da war es wieder. Jene Unmenschlichkeit, die sich als menschliche Handlung tarnte. Belisarius war verdorben, nicht nur allein durch Absicht, sondern durch seine Lebensführung.
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RE: wars are won before the first battle is fought - von Belisarius Caderitor - 28-02-2024, 21:14
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