27-03-2024, 21:24 - Wörter:
Manchmal war es zu leicht. Viel zu leicht. Belisarius verstaute seinen Dolch wieder in der Gürtelhalterung, da er nun davon ausgehen konnte, dass diese Lage zu seinen Gunsten verlaufen würde. Menschen waren oft leicht zu beherrschen, wenn sie den Verlockungen des schnellen Reichtums erlagen. Moral war auch stets verhandelbar. So konnte er nun auch teuflisch erleichtert ausatmen, seine Atmung beruhigen und seine Gedanken sortieren. Macht erlaubte dies gelegentlich, wenn man sich Zeit verschaffen konnte. Wenn es einen Luxus gab, dann war es der von Zeit, da nun andere für ihn handelten. Mit einem Handzeig deutete er auf die Sängerin, während der Wirt bereits herbeikam und sogar seinen vermutlichen Sohn schickte. Das moralische Geplärre der Truppe, die sich ihm noch gerade in den Weg gestellt hatte, ignorierte erstmalig. Sein Ziel war klar, diese junge Frau nicht nur zu retten, sondern wirklich zu retten. Doch Belisarius konnte nicht ganz unterscheiden, was eine wirklich gute Handlung war oder doch eben nur bloße Machtausübung. Es fiel ihm schwer, moralisch zu denken, eine gute Position zu finden, sondern tat das, was er aus seiner Sicht tun musste. Ein Leben des Nutzens, der Abwägung und der Winkelzüge hinterließen keinen Idealismus. So zückte er seinen Geldbeutel, während er bereits die notwendigen Münzen abzählte. Alles war bezahlbar. Alles war irgendwie machbar und doch war es teuer, so dass sich Belisarius über seinen eigenen Eifer ärgerte. Doch was man an Bezahlung versprochen hatte, musste man zahlen. Das war ein Grundsatz in seinem Leben. Man erhielt Bezahlungen und bezahlte andere. Marktwirtschaft war der Grundpfeiler einer Gesellschaft ohne Moral, denn wenn alles verhandelbar war, musste man wenigstens die Verhandlungen und Transaktionen zivilisieren. "Jeder der hilft, wird die Bezahlung erhalten," wiederholte der Kriegsherr mit dem klingenden Beutel in seinen Händen. Er wollte die Handlungen der Anwesenden bestärken, so dass er garantiert siegreich aus dieser Taverne gelangen würde. Inzwischen wollte er nicht nur die Sängerin retten, sondern auch einfach gewinnen. Sie gehörte jetzt irgendwie ihm. - Oder auch nicht aber er fühlte ein Bedürfnis, sie zumindest mitzunehmen, um sie nicht diesen anderen zu überlassen, die sich gegen ihn gestellt hatten. Sie würde frei sein, wirklich frei, sofern er Freiheit denn verstand.
Wie besessen war Belisarius von dieser Idee, Daphne zu befreien und ihr eine andere Welt zu zeigen, damit sie mehr sein konnte, als nur abhängig vom Tagwerk. Wunder mussten bewahrt werden und so manches Wunder musste der Öffentlichkeit vorübergehend genommen werden, um es dauerhaft zu schützen. Belisarius war besessen von dieser Idee, einmal etwas Gutes zu tun, dass er das denkbar falscheste tat. Er verstand es einfach nicht. Doch eines verstand Belisarius sehr wohl: die Marktwirtschaft. Aufmerksam hörte er nun dem Geschehen zu, vernahm Drakores Worte und bewegte sich elegant in deren Richtung. "Eine Ablösung?" Er trat vor Drakore, zählte ganz Kaufmann ein paar Goldstücke ab, und hielt diese hin. "Dies dürfte die Kosten für eine neue Sängerin decken und auch die Kosten für ein paar Wochen gutes Leben," sagte er und blickte kalt auf Drakore herab. "Du wärest gut beraten, das Geld anzunehmen und dich zu fügen. Ich denke, dass diese Lage sich gegen dich entschieden hat," erklärte er und machte mit seinem Blick verständlich, dass es die letzte Gelegenheit für dieses Angebot war. "Bringt die Sängerin nach Draußen. Ich komme gleich nach," befahl er zum Wirt und seinen Helfern, die nun wohl willfährig in seinen Diensten standen. "Euren Lohn sollt ihr dann erhalten," fügte er an und nickte dem Wirt ernstlich zu, so dass er verstand. Die junge Göre, die sich das Trinkgeld krallte, übersah Belisarius ebenfalls, da er sie schlicht nicht sah.
"Was mit ihnen los ist?" Belisarius schmunzelte teuflisch, fast entfremdet, als er sich die Situation weiterhin entfaltete. "Sie tun das Richtige," gab er eine Antwort aus seiner Perspektive. Als Daphne zu sich kam, blickte Belisarius zu ihr, war erleichtert und lächelte plötzlich nicht mehr teuflisch, sondern fürsorglich. Es ging ihr besser und dennoch musste er sie von diesen Leuten trennen, um ein erneute Diskrepanz zu vermeiden. "Bringt sie endlich nach Draußen!" - blaffte er in einem militärischen Befehlston. Er hatte kein Interesse mehr an weiteren Verhandlungen. Nicht mehr heute. Daphne würde versorgt werden, ein eigenes Leben finden, mit seiner Hilfe, und ein unheiliges Versprechen, welches eine Lüge gewesen war, würde wahr werden. Belisarius beugte sich dann herab, um Iakovos zu helfen. Vielleicht ging es so schneller.
Wie besessen war Belisarius von dieser Idee, Daphne zu befreien und ihr eine andere Welt zu zeigen, damit sie mehr sein konnte, als nur abhängig vom Tagwerk. Wunder mussten bewahrt werden und so manches Wunder musste der Öffentlichkeit vorübergehend genommen werden, um es dauerhaft zu schützen. Belisarius war besessen von dieser Idee, einmal etwas Gutes zu tun, dass er das denkbar falscheste tat. Er verstand es einfach nicht. Doch eines verstand Belisarius sehr wohl: die Marktwirtschaft. Aufmerksam hörte er nun dem Geschehen zu, vernahm Drakores Worte und bewegte sich elegant in deren Richtung. "Eine Ablösung?" Er trat vor Drakore, zählte ganz Kaufmann ein paar Goldstücke ab, und hielt diese hin. "Dies dürfte die Kosten für eine neue Sängerin decken und auch die Kosten für ein paar Wochen gutes Leben," sagte er und blickte kalt auf Drakore herab. "Du wärest gut beraten, das Geld anzunehmen und dich zu fügen. Ich denke, dass diese Lage sich gegen dich entschieden hat," erklärte er und machte mit seinem Blick verständlich, dass es die letzte Gelegenheit für dieses Angebot war. "Bringt die Sängerin nach Draußen. Ich komme gleich nach," befahl er zum Wirt und seinen Helfern, die nun wohl willfährig in seinen Diensten standen. "Euren Lohn sollt ihr dann erhalten," fügte er an und nickte dem Wirt ernstlich zu, so dass er verstand. Die junge Göre, die sich das Trinkgeld krallte, übersah Belisarius ebenfalls, da er sie schlicht nicht sah.
"Was mit ihnen los ist?" Belisarius schmunzelte teuflisch, fast entfremdet, als er sich die Situation weiterhin entfaltete. "Sie tun das Richtige," gab er eine Antwort aus seiner Perspektive. Als Daphne zu sich kam, blickte Belisarius zu ihr, war erleichtert und lächelte plötzlich nicht mehr teuflisch, sondern fürsorglich. Es ging ihr besser und dennoch musste er sie von diesen Leuten trennen, um ein erneute Diskrepanz zu vermeiden. "Bringt sie endlich nach Draußen!" - blaffte er in einem militärischen Befehlston. Er hatte kein Interesse mehr an weiteren Verhandlungen. Nicht mehr heute. Daphne würde versorgt werden, ein eigenes Leben finden, mit seiner Hilfe, und ein unheiliges Versprechen, welches eine Lüge gewesen war, würde wahr werden. Belisarius beugte sich dann herab, um Iakovos zu helfen. Vielleicht ging es so schneller.
