29-03-2024, 20:43 - Wörter:
Nachdem Belisarius alle Anwesenden ausgezahlt hatte, blieb nur noch Iakovos übrig, der sich sogleich erbot, den Wagen zu lenken. "Das mach' ich, Herr. Nennt mich Iakovos. Ich bin der Sohn des Wirts!", stellte er sich ordentlich vor und machte sowas wie eine kleine Verbeugung, da er mittlerweile annahm, es mit einem Adligen zu tun zu haben. Natürlich wusste er, dass es auch andere reiche Leute gab und Reichtum nicht automatisch mit Adel einher ging. Doch es war von eigenen Truppen und einer eigenen Heilerin die Rede - es musste sich also um einen Adligen halten! Doch insgesamt verschwendete Iakovos keinen allzu großen Gedanken an die Motive des Fremden. Da er den Anfang der Szene nicht mitbekommen hatte, nahm er auch irgendwie an, dass sie der armen Sängerin helfen würden. Aus seiner Sicht nicht schlecht, denn sie war schön anzusehen und angenehm zuzuhören gewesen. Insofern freute er sich schon darauf, sie bald wieder als Gast im Hause seines Vaters begrüßen zu dürfen. Und den spendablen Adligen natürlich umso mehr!
Da sein Gegenüber nicht allzu sehr auf Small Talk aus war, beeilte Iakovos sich, vorne aufzusteigen und loszufahren. Er hörte aufmerksam zu und nickte die Richtungsanweisungen ab. Er hörte auch zufrieden zu, wie Belisarius fürsorglich auf die Bardin einredete - er konnte also nichts Verwerfliches an seinem Tun erkennen. Zumal er sich zudem ebenfalls noch ein gutes Trinkgeld versprach.
Daphne merkte nur, wie der Boden, auf dem sie lag, zu beben und ruckeln begann. Es war ihr unbequem, doch es gelang ihr noch nicht, den Kopf länger als einen Moment anzuheben um die kleinen Unebenheiten auszugleichen. Daher drehte sie sich während der Fahrt mühsam auf die linke Seite und legte ihren Kopf zumindest auf den angewinkelten linken Arm. Den rechten legte sie schützend darüber. Insgesamt wirkte sie dadurch unruhiger, als zuvor, doch das Gewackel und Geschaukel ließ auf kein Ausruhen zu. Ob sie wollte oder nicht, sie wurde gerade durchgeschüttelt, was sich irgendwie auch empfindlich auf ihren Magen auswirkte.
Mit der Zeit wurde ihr Bewusstsein während der Fahrt klarer und sie begann, ihre Umgebung mehr und mehr wahrzunehmen und vereinzelte Gedanken zu erfassen. Sie wusste noch nicht, wo sie war, schlussfolgerte aber, dass es sich hier nicht um ein Erdbeben handelte, sondern sie offenbar auf einem Wagen saß - vielmehr lag. Sie hörte das Geklapper der Wagenräder auf dem zwar ordentlich gelegten Pflaster, doch schien der Wagen auch schon bessere Tage gesehen zu haben. Sie fuhren hier einfach nicht über einen weichen Lehmboden oder Gras - so viel erkannte sie, ohne konkret darüber nachgedacht zu haben. Sie kannte das Klappern eines schäbigen Karrens, weil sie selbst oft einen ziehen musste.
Bald schon hatten sie das Anwesen der Familie Caderitor erreicht und der Wagen machte Halt. Iakovos band den Zügel an geeigneter Stelle an und beeilte sich, Belisarius weiter zur Hand gehen zu wollen. "Soll ich sie irgendwohin tragen?", erkundigte er sich fast ein bisschen zu aufgeregt, nachdem Belisarius irgendjemandem von seinen Leuten Bescheid gegeben hatte, dass die Heilerin sich einfinden sollte.
In dem Moment gab auch Daphne ein gequältes Seufzen von sich und schien gerade zu versuchen, sich aufzurichten, wozu sie aber noch nicht die nötige Kraft zu haben schien. Doch sie hatte nun wieder die dunklen Augen geöffnet und blickte desorientiert und verwirrt um sich. "Wo bin ich..?", fragte sie in Richtung des Sternenhimmels und in voller Erwartung, dass sich gleich Drakore oder Tausendmesser bei ihr melden und alles erklären würden.
Rabia Jazairi, sesshaft gewordene Heilerin
Wie bestellt kam ihnen dann auch bereits die in die Jahre gekommene Heilerin entgegen. Graue Strähnen durchzogen die ansonsten dunkle, üppige Haarpracht, die ähnlich wie Daphnes Haare mit Muscheln und Perlen geschmückt waren. Als gebürtige Sommerländerin war ihre Haut aber ein wenig dunkler. Dunkel waren auch ihre Augen umrandet und ihre Lippen geschminkt. Neben den traditionellen, bewährten Heilmethoden praktizierte sie auch einige ausgefallenere und alternative Ansätze. Doch ihre kundigen Hände hatten den Condottiere bisher nicht enttäuscht. Ihr Aussehen mochte wild wirken, ihre Moralvorstellungen etwas abgeklärter als die der durchschnittlichen Wanderheilerinnen, aber wenigstens verstand sie sich hervorragend auf ihr Handwerk. Während sie näher kam und sich die Szenerie besah, rieb sie sich bereits vorfreudig die Hände. Obwohl sie sich bezüglich des Wanderns niedergelassen hatte, so hatte sie ihr Heilhandwerk doch bisher nicht aufgegeben. Im Gegenteil war sie eine stets geschäftige Frau, von der man gut und gerne annehmen konnte, dass sie niemals schlief. "Na, wen hast Du denn da mitgebracht?", fragte sie wie eine über-neugierige Mutter, die auf ein Mitbringsel oder Geschenk ihres heimkehrenden Sohnes wartete.
Da sein Gegenüber nicht allzu sehr auf Small Talk aus war, beeilte Iakovos sich, vorne aufzusteigen und loszufahren. Er hörte aufmerksam zu und nickte die Richtungsanweisungen ab. Er hörte auch zufrieden zu, wie Belisarius fürsorglich auf die Bardin einredete - er konnte also nichts Verwerfliches an seinem Tun erkennen. Zumal er sich zudem ebenfalls noch ein gutes Trinkgeld versprach.
Daphne merkte nur, wie der Boden, auf dem sie lag, zu beben und ruckeln begann. Es war ihr unbequem, doch es gelang ihr noch nicht, den Kopf länger als einen Moment anzuheben um die kleinen Unebenheiten auszugleichen. Daher drehte sie sich während der Fahrt mühsam auf die linke Seite und legte ihren Kopf zumindest auf den angewinkelten linken Arm. Den rechten legte sie schützend darüber. Insgesamt wirkte sie dadurch unruhiger, als zuvor, doch das Gewackel und Geschaukel ließ auf kein Ausruhen zu. Ob sie wollte oder nicht, sie wurde gerade durchgeschüttelt, was sich irgendwie auch empfindlich auf ihren Magen auswirkte.
Mit der Zeit wurde ihr Bewusstsein während der Fahrt klarer und sie begann, ihre Umgebung mehr und mehr wahrzunehmen und vereinzelte Gedanken zu erfassen. Sie wusste noch nicht, wo sie war, schlussfolgerte aber, dass es sich hier nicht um ein Erdbeben handelte, sondern sie offenbar auf einem Wagen saß - vielmehr lag. Sie hörte das Geklapper der Wagenräder auf dem zwar ordentlich gelegten Pflaster, doch schien der Wagen auch schon bessere Tage gesehen zu haben. Sie fuhren hier einfach nicht über einen weichen Lehmboden oder Gras - so viel erkannte sie, ohne konkret darüber nachgedacht zu haben. Sie kannte das Klappern eines schäbigen Karrens, weil sie selbst oft einen ziehen musste.
Bald schon hatten sie das Anwesen der Familie Caderitor erreicht und der Wagen machte Halt. Iakovos band den Zügel an geeigneter Stelle an und beeilte sich, Belisarius weiter zur Hand gehen zu wollen. "Soll ich sie irgendwohin tragen?", erkundigte er sich fast ein bisschen zu aufgeregt, nachdem Belisarius irgendjemandem von seinen Leuten Bescheid gegeben hatte, dass die Heilerin sich einfinden sollte.
In dem Moment gab auch Daphne ein gequältes Seufzen von sich und schien gerade zu versuchen, sich aufzurichten, wozu sie aber noch nicht die nötige Kraft zu haben schien. Doch sie hatte nun wieder die dunklen Augen geöffnet und blickte desorientiert und verwirrt um sich. "Wo bin ich..?", fragte sie in Richtung des Sternenhimmels und in voller Erwartung, dass sich gleich Drakore oder Tausendmesser bei ihr melden und alles erklären würden.

Wie bestellt kam ihnen dann auch bereits die in die Jahre gekommene Heilerin entgegen. Graue Strähnen durchzogen die ansonsten dunkle, üppige Haarpracht, die ähnlich wie Daphnes Haare mit Muscheln und Perlen geschmückt waren. Als gebürtige Sommerländerin war ihre Haut aber ein wenig dunkler. Dunkel waren auch ihre Augen umrandet und ihre Lippen geschminkt. Neben den traditionellen, bewährten Heilmethoden praktizierte sie auch einige ausgefallenere und alternative Ansätze. Doch ihre kundigen Hände hatten den Condottiere bisher nicht enttäuscht. Ihr Aussehen mochte wild wirken, ihre Moralvorstellungen etwas abgeklärter als die der durchschnittlichen Wanderheilerinnen, aber wenigstens verstand sie sich hervorragend auf ihr Handwerk. Während sie näher kam und sich die Szenerie besah, rieb sie sich bereits vorfreudig die Hände. Obwohl sie sich bezüglich des Wanderns niedergelassen hatte, so hatte sie ihr Heilhandwerk doch bisher nicht aufgegeben. Im Gegenteil war sie eine stets geschäftige Frau, von der man gut und gerne annehmen konnte, dass sie niemals schlief. "Na, wen hast Du denn da mitgebracht?", fragte sie wie eine über-neugierige Mutter, die auf ein Mitbringsel oder Geschenk ihres heimkehrenden Sohnes wartete.
