01-04-2024, 18:46 - Wörter:
Während Zephyr sich einige Notizen auf sein Papier machte, fragte Belisarius noch einmal bezüglich seiner Bestellung als Heermeister nach. Zephyr hob den Blick, denn für ihn war die Sache bereits gedanklich abgehakt. "Aber gewiss doch", sagte er seinem Gegenüber die gewünschte Absolution zu. Einfach, weil es für ihn eine Kleinigkeit war und er ohnehin keine Zeit hatte, sich selbst darum zu kümmern. Zephyr kannte sein Gegenüber nicht gut - zumindest nicht, wenn man auf die andere Seite schaute. Nach oben jedenfalls buckelte Belisarius ganz hervorragend - zumindest ausreichend für Zephyrs Geschmack. Und auch nicht ZU übertrieben. Aber wie er mit Untergebenen umging, konnte Zephyr höchstens erraten. Aber er schätzte ihn als einen strengen Heermeister ein, der für Zucht und Ordnung im Lager sorgen würde. Und das wiederum gefiel Zephyr ganz ausgezeichnet. "Betrachtet die offizielle Bestellung als erledigt.
Ich werde ein Schriftstück aufsetzen, dem Großkönig vorlegen, das Siegel setzen und es euch mit einem meiner persönlichen, vertrauenswürdigen Boten zukommen lassen", versprach Zephyr, denn Belisarius schien dieser Punkt sehr wichtig zu sein.
Strategisches Vergessen gehörte zumindest heute nicht zu Zephyrs bevorzugten Mitteln. Er wollte es sich nicht mit dem Condottiere verscherzen. Er war einer der wenigen Menschen auf dem Schachbrett, mit denen man ganz hervorragend spielen und sie arbeiten lassen konnte. So jemanden wollte er unter keinen Umständen vorzeitig vergrämen. Hinzu kam leider, dass Belisarius oben drein auch noch eine Gefahr darstellte. Für ihn, für den Großkönig, für ganz Castandor. Besser also, ihn an einer kurzen Leine zu halten und ihm immer wieder einige Knochen hinzuwerfen um ihn bei Laune zu halten.
Nach dieser Zusage entspannte der Condottiere sich sichtlich wieder. Er lehnte sich in seinem Stuhl etwas zurück und sie konnten wieder auf das Problem von Ridvan ben Sahid zurückkommen. Belisarius hatte sich dazu schnell eine Meinung gebildet. Zephyr war geneigt, der gleichen Meinung zu sein - um der Diskussion Willen und um alle Sichtweisen zu beleuchten, lenkte er aber noch nicht sofort ein. "Vielleicht tut er mit dieser Sorge im Hinterkopf tatsächlich gut daran, möglichst viele wehrfähige Männer außer Landes zu schaffen. Wenn dort nur Weiber, Kinder und Alte zurückbleiben, wird es kaum noch Aufständler geben. Die, die im Sand zurückbleiben, werden einfach verschluckt, von den Wellen hinfort gespült und dann komplett untergehen. Ein Weib, das sich um Kinder und Eltern kümmern muss, hat vermutlich keine Zeit, irgendwelche Aufstände zu planen.
Doch andererseits werden die für Aufstände geeigneten Männer vermutlich Wege finden können, um im Land zu bleiben... Was Ridvan auf jeden Fall zerstört, ist eine funktionierende Wirtschaft - sofern es eine solche seinerzeit in Matariyya gegeben hat...", ließ er Belisarius an seinen Gedanken teilhaben. "Jedenfalls dürfen wir auch nicht zu viele Ressourcen in Matariyya verschwenden...", warf er noch ein, ehe er wieder sein Gegenüber zu Wort kommen ließ. Derweil lehnte Zephyr sich selbst in seinem Stuhl zurück und trank ein paar Schlucke seines verdünnten Weins.
Der Gedanke war interessant und Zephyr ließ sich Wein und Gesagtes für einen Moment auf der Zunge zergehen. Dann stellte er seinen Kelch mit Wein wieder ab und strich sich nachdenklich über das raue Kinn. Was ihn besonders bewegte, war die Aussage "Nicht nur an unserem..." (Hof). Das interessierte ihn näher, denn Belisarius hatte es vermutlich nicht einfach nur so dahingesagt. "Verrat am Hof von Castandor...?", fragte er so ruhig, wie er nur konnte. Doch sein Blick war aufs Äußerste geschärft. Gab es etwa konkrete Verdachtsmomente?
"Es ist wahr, Ihr habt euch für die Krone schon mehr als einmal bewiesen. Das ist einer der Gründe, warum ich mich wieder gerne an das Haus Caderitor wende. Besonders, wenn es um delikate Angelegenheiten geht...", stimmte Zephyr seinem Gegenüber weiters zu. Und damit musste er nicht mal übertreiben. Belisarius von Ridvans Brief zu erzählen, war ein großer Vertrauensvorschuss gewesen. Nunja... und alle anderen Dinge, die sie heute auf den Weg gebracht hatten, waren ebenfalls nichts für jedermanns Ohren. "Ich werde mir Eure Pläne gerne anhören, Belisarius. Sobald wir nähere Informationen aus Matariyya haben..." Doch der Kriegsherr erklärte, er brauche noch mehr Zeit, um solche Pläne auszuarbeiten. Zephyr konnte das verstehen, denn auch ihm selbst fehlten noch Informationen, um geeignete Pläne zu schmieden. Und wie sehr er Belisarius in diese dann einweihen würde, würde er zu einem anderen Zeitpunkt entscheiden.
Zunächst einmal lauschte er den weiteren Vorschlägen seines Gegenübers bezüglich der Verbreitung dieser Seuche. Zunächst einmal widerstrebte sich etwas in Zephyr. Bisher war noch zu wenig über die Seuche bekannt. Ja, er hatte natürlich schon davon gehört. Vom Husten, dem Schwitzen, den Flecken ... Krankheiten stießen Zephyr ab, denn er konnte sich keine Schwäche leisten. Nicht die Kleinste. Sein Kiefer spannte sich vermutlich sichtbar an und er ließ kurz den Blick schweifen, während er seinen Gedanken nachhing und seinem Gegenüber zuhörte. "Wenn diese Krankheit sich weiter so ausbreitet, wie sie das bisher getan hat, sollten wir auf jeden Fall dafür sorgen, dass Walleydor auch etwas von diesem Spaß hat. Dass wir sie den weiten Weg extra aus Matariyya abholen und rechtzeitig nach Spring's Court verbringen können, bezweifle ich noch - wie ich hörte, hält die Seuche nur einige Tage an. Aber es könnte schon ausreichen, einige Wenige auf dem Weg nach Spring's Court anzustecken. Wenn die Krankheit dort genauso verläuft wie hier, wird sie schnell eine kritische Masse erreichen und um sich greifen. Wie sehr, vermag wohl aktuell noch niemand zu sagen...
Es wäre auf jeden Fall zu begrüßen, wenn die Angelegenheit durch gezieltes Zutun entscheidend vorangebracht werden könnte...", führte Zephyr aus und schenkte seinem Gegenüber zufrieden Wein nach. Sein Mundschenk war zwar immer noch zugegeben, aber stand weit genug entfernt, um nicht jedes Wort zu hören.
Zephyr wollte gerne noch weiter belohnen und hörte sich daher an, was Belisarius zu diesem Thema zu sagen hatte. Nun, zunächst gab er sich bescheiden... doch wie Belisarius es anging, wartete Zephyr nur auf das Aber. Und bekanntlich zählte alles, was vor diesem Zauberwort gesagt wurde, rein gar nichts. Was also war es, das ihn verlocken konnte?
Nun, Verbindungen, Zugänge, Geschäftsfelder. Hatten sie davon nicht bereits ausreichend? Zephyr beobachtete den Mann vor sich, der sich ihm geradezu dämonisch präsentierte. Die Hand erwiderte das Lächeln, jedoch eher auf typische kühle Art. Dämonische oder teuflische Lache zeigte er höchstens in Feruns Gegenwart. "Nun - für mein Befinden habt Ihr bereits beste Zugänge - zum Großkönig, über meine Wenigkeit. Und ich nehme an, euch gerade einige vielversprechende neue Geschäftsfelder übertragen zu haben. Was Verbindungen anbelangt - Heiraten ist nichts anderes, als Verbindungen einzugehen. Ich könnte meine Fühler ausstrecken... denn Castandor hat noch einige hochgeborene Töchter anzubieten...", deutete Zephyr an. Belisarius hatte zwar schon betont, nicht heiraten zu wollen, aber ... ganz ehrlich, wen kümmerte das? Männer wie Belisarius heirateten doch nur wegen der Verbindungen, nicht weil sie einen Menschen in ihrem Leben suchten.
Ich werde ein Schriftstück aufsetzen, dem Großkönig vorlegen, das Siegel setzen und es euch mit einem meiner persönlichen, vertrauenswürdigen Boten zukommen lassen", versprach Zephyr, denn Belisarius schien dieser Punkt sehr wichtig zu sein.
Strategisches Vergessen gehörte zumindest heute nicht zu Zephyrs bevorzugten Mitteln. Er wollte es sich nicht mit dem Condottiere verscherzen. Er war einer der wenigen Menschen auf dem Schachbrett, mit denen man ganz hervorragend spielen und sie arbeiten lassen konnte. So jemanden wollte er unter keinen Umständen vorzeitig vergrämen. Hinzu kam leider, dass Belisarius oben drein auch noch eine Gefahr darstellte. Für ihn, für den Großkönig, für ganz Castandor. Besser also, ihn an einer kurzen Leine zu halten und ihm immer wieder einige Knochen hinzuwerfen um ihn bei Laune zu halten.
Nach dieser Zusage entspannte der Condottiere sich sichtlich wieder. Er lehnte sich in seinem Stuhl etwas zurück und sie konnten wieder auf das Problem von Ridvan ben Sahid zurückkommen. Belisarius hatte sich dazu schnell eine Meinung gebildet. Zephyr war geneigt, der gleichen Meinung zu sein - um der Diskussion Willen und um alle Sichtweisen zu beleuchten, lenkte er aber noch nicht sofort ein. "Vielleicht tut er mit dieser Sorge im Hinterkopf tatsächlich gut daran, möglichst viele wehrfähige Männer außer Landes zu schaffen. Wenn dort nur Weiber, Kinder und Alte zurückbleiben, wird es kaum noch Aufständler geben. Die, die im Sand zurückbleiben, werden einfach verschluckt, von den Wellen hinfort gespült und dann komplett untergehen. Ein Weib, das sich um Kinder und Eltern kümmern muss, hat vermutlich keine Zeit, irgendwelche Aufstände zu planen.
Doch andererseits werden die für Aufstände geeigneten Männer vermutlich Wege finden können, um im Land zu bleiben... Was Ridvan auf jeden Fall zerstört, ist eine funktionierende Wirtschaft - sofern es eine solche seinerzeit in Matariyya gegeben hat...", ließ er Belisarius an seinen Gedanken teilhaben. "Jedenfalls dürfen wir auch nicht zu viele Ressourcen in Matariyya verschwenden...", warf er noch ein, ehe er wieder sein Gegenüber zu Wort kommen ließ. Derweil lehnte Zephyr sich selbst in seinem Stuhl zurück und trank ein paar Schlucke seines verdünnten Weins.
Der Gedanke war interessant und Zephyr ließ sich Wein und Gesagtes für einen Moment auf der Zunge zergehen. Dann stellte er seinen Kelch mit Wein wieder ab und strich sich nachdenklich über das raue Kinn. Was ihn besonders bewegte, war die Aussage "Nicht nur an unserem..." (Hof). Das interessierte ihn näher, denn Belisarius hatte es vermutlich nicht einfach nur so dahingesagt. "Verrat am Hof von Castandor...?", fragte er so ruhig, wie er nur konnte. Doch sein Blick war aufs Äußerste geschärft. Gab es etwa konkrete Verdachtsmomente?
"Es ist wahr, Ihr habt euch für die Krone schon mehr als einmal bewiesen. Das ist einer der Gründe, warum ich mich wieder gerne an das Haus Caderitor wende. Besonders, wenn es um delikate Angelegenheiten geht...", stimmte Zephyr seinem Gegenüber weiters zu. Und damit musste er nicht mal übertreiben. Belisarius von Ridvans Brief zu erzählen, war ein großer Vertrauensvorschuss gewesen. Nunja... und alle anderen Dinge, die sie heute auf den Weg gebracht hatten, waren ebenfalls nichts für jedermanns Ohren. "Ich werde mir Eure Pläne gerne anhören, Belisarius. Sobald wir nähere Informationen aus Matariyya haben..." Doch der Kriegsherr erklärte, er brauche noch mehr Zeit, um solche Pläne auszuarbeiten. Zephyr konnte das verstehen, denn auch ihm selbst fehlten noch Informationen, um geeignete Pläne zu schmieden. Und wie sehr er Belisarius in diese dann einweihen würde, würde er zu einem anderen Zeitpunkt entscheiden.
Zunächst einmal lauschte er den weiteren Vorschlägen seines Gegenübers bezüglich der Verbreitung dieser Seuche. Zunächst einmal widerstrebte sich etwas in Zephyr. Bisher war noch zu wenig über die Seuche bekannt. Ja, er hatte natürlich schon davon gehört. Vom Husten, dem Schwitzen, den Flecken ... Krankheiten stießen Zephyr ab, denn er konnte sich keine Schwäche leisten. Nicht die Kleinste. Sein Kiefer spannte sich vermutlich sichtbar an und er ließ kurz den Blick schweifen, während er seinen Gedanken nachhing und seinem Gegenüber zuhörte. "Wenn diese Krankheit sich weiter so ausbreitet, wie sie das bisher getan hat, sollten wir auf jeden Fall dafür sorgen, dass Walleydor auch etwas von diesem Spaß hat. Dass wir sie den weiten Weg extra aus Matariyya abholen und rechtzeitig nach Spring's Court verbringen können, bezweifle ich noch - wie ich hörte, hält die Seuche nur einige Tage an. Aber es könnte schon ausreichen, einige Wenige auf dem Weg nach Spring's Court anzustecken. Wenn die Krankheit dort genauso verläuft wie hier, wird sie schnell eine kritische Masse erreichen und um sich greifen. Wie sehr, vermag wohl aktuell noch niemand zu sagen...
Es wäre auf jeden Fall zu begrüßen, wenn die Angelegenheit durch gezieltes Zutun entscheidend vorangebracht werden könnte...", führte Zephyr aus und schenkte seinem Gegenüber zufrieden Wein nach. Sein Mundschenk war zwar immer noch zugegeben, aber stand weit genug entfernt, um nicht jedes Wort zu hören.
Zephyr wollte gerne noch weiter belohnen und hörte sich daher an, was Belisarius zu diesem Thema zu sagen hatte. Nun, zunächst gab er sich bescheiden... doch wie Belisarius es anging, wartete Zephyr nur auf das Aber. Und bekanntlich zählte alles, was vor diesem Zauberwort gesagt wurde, rein gar nichts. Was also war es, das ihn verlocken konnte?
Nun, Verbindungen, Zugänge, Geschäftsfelder. Hatten sie davon nicht bereits ausreichend? Zephyr beobachtete den Mann vor sich, der sich ihm geradezu dämonisch präsentierte. Die Hand erwiderte das Lächeln, jedoch eher auf typische kühle Art. Dämonische oder teuflische Lache zeigte er höchstens in Feruns Gegenwart. "Nun - für mein Befinden habt Ihr bereits beste Zugänge - zum Großkönig, über meine Wenigkeit. Und ich nehme an, euch gerade einige vielversprechende neue Geschäftsfelder übertragen zu haben. Was Verbindungen anbelangt - Heiraten ist nichts anderes, als Verbindungen einzugehen. Ich könnte meine Fühler ausstrecken... denn Castandor hat noch einige hochgeborene Töchter anzubieten...", deutete Zephyr an. Belisarius hatte zwar schon betont, nicht heiraten zu wollen, aber ... ganz ehrlich, wen kümmerte das? Männer wie Belisarius heirateten doch nur wegen der Verbindungen, nicht weil sie einen Menschen in ihrem Leben suchten.
