05-04-2024, 13:17 - Wörter:
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 09-03-2025, 20:23 von Freyja Winters.)
Bonding time between
family
First post

"Kümmere dich morgen darum, dass die Bediensteten mehr Gedeck vorbereiten, Rory", sagte er plötzlich und blickte ihren Bruder an. Ana sah nun auf und blickte zwischen ihrem Vater und Bruder kurz hin und her. Sie wunderte sich warum ihr Vater wollte, dass mehr Gedeck vorbereitet werden sollte. Bekamen sie Besuch? War es ein hoher Besuch? "Ich bekomme Besuch von ein paar alten Jagdfreunden", meinte er dann. "Ich dulde keine Peinlichkeiten wie damals als deine Mutter vergessen hatte, es zu tun. Dein Kopf wird hoffentlich nicht voll von unsinnigen Dingen sein wie der deiner Mutter." Er trank einen kräftigen Schluck von seinem Wein. Die Prinzessin hielt inne als sie die Worte ihres Vaters hörte. Sie spürte wie Wut sie erfüllte und sie konnte sich kaum zurückhalten, ihren Vater anzubrüllen. Sie hasste es wenn er schlecht über ihre Mutter sprach. Die rothaarige war meistens, seit sie ihre Mutter verloren hatten, zurückhaltend und sprach nicht viel. Sie fürchtete sich auch vor ihrem Vater. Tiarnan konnte ein sehr strenger Mann sein. Doch wenn er so über sie sprach, brach die Wut beinahe aus ihr heraus und es war schwer, die Kontrolle zu behalten. Sie versuchte sich zu beruhigen und wandte den Blick wieder auf ihren Teller. Doch sie aß nicht. "Man sollte meinen, Frauen würden so eine Kleinigkeit erledigen können, was sonst tun sie denn." Ana hatte genug. Etwas zu laut ließ sie ihre Gabel fallen und erhob sich langsam. "Ich erhebe mich, ich bin heute nicht so hungrig", sagte sie und es kostete sie viel Mühe, einen ruhigen Ton zu haben als sie mit ihrem Vater sprach. Es war eigentlich nicht mal gelogen, sie hatte heute wirklich keinen großen Hunger und ihr war der Appetit sowieso vergangen. Sie wollte sich nicht anhören, wie er schlecht über ihre Mutter und über Frauen sprach. Und sie wusste nicht, wie lange sie sich noch kontrollieren konnte, wenn er weiter schlecht über ihre Mutter sprach. Es war Tiarnan eigentlich egal, ob seine Kinder fertig aßen, deswegen erwiderte dieser nichts darauf. Die Prinzessin strich ihr beigefarbenes, mit Blumenmuster besticktes Kleid zurecht, ehe sie sich umdrehte und das Esszimmer verließ. Erst als sie aus dem Zimmer draußen war, atmete sie laut aus. Sie hätte gerne ihren Vater angeschrien, ihm gesagt er solle es nicht wagen schlecht über ihre Mutter zu sprechen. Ihre Mutter hatte alles getan, um es ihrem Ehemann recht zu machen. Und auch um Ana und ihre Geschwister hatte sie sich gut gekümmert. Sie hatte sich stets bemüht eine gute Ehefrau zu sein und sie war eine sehr gute Mutter gewesen. Es war vier Jahre her, seit sie sie verloren hatten und es schmerzte sie noch immer. Sie merkte, wie es schwerer wurde zu atmen und ihre hellbraunen Augen füllten sich mit Tränen. Sie schloss sie für einen Moment und atmete aus. Als sie sich beruhigt hatte und die Augen wieder öffnete, ging sie die Treppen hoch in ihre Gemächer.
Etwas später, hatte Ana sich mit ihren Bleistiften und einem Blatt Papier in den Hof auf eine Bank gesetzt. Es war ruhig und es war nicht so kühl. Sie ging oft in den Hof um zu malen, es war gemütlich und sie saß gerne in der Natur. Es hatte eine beruhigende Wirkung auf sie. Auch das Malen konnte sie beruhigen. Es war etwas, das sie mit ihrer Mutter geteilt hatte. Sie setzte den Stift nach ein paar Momenten an und fing an zu malen. Es half schnell. Die Wut über ihren Vater war weg und sie konnte entspannen. Ihre Bilder spiegelten manchmal ihre Gefühle und es war ein gutes Gefühl, die Emotionen so rauszulassen.
